Letztes Update am Do, 08.11.2018 12:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Nur Barcelona fix weiter: Rennen um den CL-Aufstieg bleibt spannend

Das erste CL-Tor von Cristiano Ronaldo im Juve-Dress konnte die Niederlage gegen Manchester United nicht verhindern. Das 1:2 der Italiener hielt das Rennen um Platz eins in Gruppe H offen. Der FC Bayern hat unterdessen sein Achtelfinal-Ticket beinahe sicher in der Tasche.

© AFPProvokante Gesten - darin ist ManUtd-Coach Jose Mourinho ein Meister seines Faches.



Innsbruck – In der Gruppenphase der Champions League bleibt die Spannung im Kampf um die Aufstiegsplätze fast zur Gänze aufrecht. Mit dem FC Barcelona hat am vierten Spieltag nur eines der 32 Teams den Einzug ins Achtelfinale fixiert, am Mittwoch ist diesbezüglich demnach keine vorzeitige Entscheidung gefallen. Besonders eng geht es in den wohl am prominentesten besetzten Gruppen zu.

Nachdem sich das Gruppe-C-Feld durch das 0:2 von Liverpool bei Roter Stern Belgrad mit Napoli und Paris St. Germain als ersten Verfolgern der Engländer bis auf zwei Punkte zusammengedrängt hat, ist es auch in Pool H nun um einiges offener als zuvor. Hauptausschlaggebend ist die 1:2-Heimniederlage von Juventus Turin gegen Manchester United. Den Engländern fehlen nur noch zwei Zähler auf Juve, Valencia vier. Die Spanier hatten sich vor Juves Niederlage mit einem 3:1-Heimerfolg gegen das sieglose Young Boys Bern im Spiel gehalten.

Keine Freude bei Ronaldo nach Premieren-Tor

In Turin schien alles auf einen Heimsieg des Favoriten hinauszulaufen, nachdem Cristiano Ronaldo einen langen, von Leonardo Bonucci geschlagenen Pass aus dem Lauf in spektakulärer Manier volley verwertet hatte (65.). Doch mit einem herrlichen Freistoß von Juan Mata und nach einer tumultartigen Situation durch ein Eigentor von Alex Sandro drehte die Truppe von Coach Jose Mourinho die Partie noch. Der Portugiese, zuerst selbst Opfer von Schmäh-Gesängen, nahm den Erfolg zum Anlass, um die Fans des Gastgebers mit einer provokanten Geste noch weiter gegen sich aufzubringen.

Der erste Auswärtssieg eines englischen Teams gegen Juventus seit 15 Jahren erinnerte an den 3:2-Erfolg von ManU bei Juventus im Semifinale 1999 nach 0:2-Rückstand. Im folgenden Endspiel glückte United mit Toren in der Nachspielzeit das erinnerungswürdige 2:1 in Barcelona gegen Bayern München.

Ronaldo konnte sich nach dem Match über sein erstes Champions-League-Tor für die „Alte Dame“ nicht so richtig freuen, für ihn war die Niederlage komplett unverdient. „Wir haben das Match dominiert, hatten mehr Chancen“, sagte der Portugiese. „Manchester hat nichts gemacht, um sich einen Sieg zu verdienen. Wir hätten die Partie mit drei, vier Toren Unterschied gewinnen müssen.“

Cristiano Ronaldo ließ seine Muskeln spielen - zum Sieg reichte es für Juve nicht.
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Aus Gruppe F wäre Manchester City mithilfe eines überzeugenden Heim-6:0 gegen Schachtar Donezk Barca beinahe ins Achtelfinale gefolgt, doch 1899 Hoffenheim stoppte den englischen Meister auf dem Weg in die K.o.-Phase durch ein in Unterzahl spät fixiertes 2:2 bei Olympique Lyon. Um die drei Punkte vor ihnen liegenden Franzosen aber noch abzufangen, benötigen die Hoffenheimer nun Schützenhilfe.

Coach Julian Nagelsmann ließ trotz der Aufholjagd keinen Zweifel daran, dass er sich mehr als einen Punkt erwartet hatte. „Es bleibt ein Hintertürchen auf - besser als wenn es zu wäre. Aber große Freude werde ich nicht entwickeln“, meinte der 31-Jährige, freute sich aber doch über den Punkt. „Wir hatten Riesenglück, dass die nicht noch vier oder fünf Tore schießen.“ Florian Grillitsch spielte bei den Gästen bis zur 57. Minute.

Während bei dem drei Zähler vor Lyon auf Gruppenplatz eins thronenden City Gabriel Jesus ein Triplepack glückte - zwei Tore davon aus Elfmetern -, traf Karim Benzema in Gruppe G beim 5:0 Real Madrids bei der Viktoria in Pilsen doppelt. Reals Interimscoach Santiago Solari blieb damit auf dem Erfolgsweg. Roma liegt nach einem 2:1 bei dem nun fünf Zähler zurückliegendem ZSKA Moskau mit den „Königlichen“ gleichauf.

Lewandowski überholte Ibrahimovic

Bayern München schließlich feierte in Pool E mit einem 2:0 daheim gegen AEK Athen den ersten Erfolg vor eigenem Publikum nach vier erfolglosen Anläufen. Robert Lewandowski schob sich mit einem Doppelpack in der ewigen Torschützenliste der Champions League mit nun 49 Toren an Zlatan Ibrahimovic (SWE) und Andrij Schewtschenko (UKR) vorbei und auf Rang sieben vor. Ein Treffer fehlt dem Polen noch auf Thierry Henry (FRA).

„Wir haben verdient gewonnen, ich bin mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac. „Es war kein Feuerwerk, aber wir haben zehn Punkte. Es sieht gut aus.“ ÖFB-Star David Alaba spielte durch. Die Bayern führen den Pool vor Ajax Amsterdam (8) an. Die Niederländer spielten bei Benfica Lissabon 1:1. Den Bayern würde in drei Wochen ein Heim-Remis gegen Benfica zum Aufstieg reichen. (APA)

Robert Lewandowski blieb vom Elfmeterpunkt eiskalt und schob sich in der ewigen CL-Scorerliste auf Rang sieben vor.
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