Letztes Update am Mo, 19.11.2018 19:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

ÖFB-U21 mit 1:0-Vorsprung in Kampf um historisches EM-Ticket

Griechenland soll auch in St. Pölten in Schach gehalten werden. Beide Teams erhielten vor Rückspiel hochkarätige Verstärkungen.

© APAÖFB-U21-Trainer Werner Gregoritsch (l.) hofft auf die Tore seines Stürmers Adrian Grbic.



Wien/St. Pölten – Für Österreichs U21-Fußball-Nationalteam liegt das historische EM-Ticket zum Abholen bereit. Nach dem 1:0-Erfolg in Griechenland hat die ÖFB-Auswahl vor dem Play-off-Rückspiel in der NV Arena in St. Pölten am Dienstag (19.00 Uhr/live ORF Sport +) alle Trümpfe in der Hand. „Jetzt ist der Zeitpunkt da, endlich einmal das EM-Ticket zu lösen“, betonte Hinspiel-Goldtorschütze Stefan Posch.

Die dritte Play-off-Teilnahme soll zur lang herbeigesehnten ersten U21-EM-Teilnahme führen, nachdem man 2008 im Elfmeterschießen gegen Finnland und 2016 nur aufgrund der Auswärtstorregel gegen Spanien den Kürzeren gezogen hatte. Beim 1:1 in St. Pölten und 0:0 in Spanien war schon Werner Gregoritsch als Teamchef im Amt. Der 60-Jährige hat also noch eine Play-off-Rechnung offen.

„Es ist erst Halbzeit“

„Es ist eine große Freude, dass es uns gelungen ist, einen Schritt zu schaffen. Aber im Prinzip ist erst Halbzeit und wir führen da 1:0“, sagte Gregoritsch am Montag auf einer Pressekonferenz in Wien. Die Führung sei auch auf den Reifungsprozess der Mannschaft, die nach einem Quali-Fehlstart noch Rang zwei in der Gruppe erreicht hatte, zurückzuführen. „Meine Spieler sind so reif geworden in den zwei Jahren. Sie haben die nötige Mentalität, den Willen und auch das Talent, um etwas zu erreichen, was vorher noch nie gelungen ist“, verlautete der Steirer.

90 Minuten oder vielleicht mehr trennen Philipp Lienhart und Co. noch von der Endrunde 2019 des Jahrganges 1996 und jünger, die zwischen 16. und 30. Juni in Italien und San Marino über die Bühne geht. Die Griechen werden noch einmal alles in die Waagschale werfen - und das mit prominenten Verstärkungen.

A-Team-Stürmer Efthymios Koulouris steht zur Verfügung. Der 22-Jährige ist mit acht Treffern in neun Saisonspielen aktuell der beste Torjäger der griechischen Super League. In 13 Pflichtspielen brachte er es für den Damir-Canadi-Club Atromitos Athen auf elf Tore. Im griechischen A-Team kam er am Donnerstag beim 1:0-Sieg in der Nations League gegen Finnland zu seinem fünften Länderspieleinsatz.

„Das ist jetzt eine andere Mannschaft“

Zudem kehrt auch Abwehrchef Triantafyllos Pasalidis nach seiner Sperre in die Mannschaft zurück. „Es wird enorm schwierig. Das ist jetzt eine ganz andere Mannschaft“, wusste Gregoritsch. Für seine Elf gab es personell aber auch gute Nachrichten. Leipzigs Allrounder Konrad Laimer wurde vom A-Team nach unten gezogen und Ajax-Abwehrspieler Maximilian Wöber steht nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung. „Man sieht, dass die U21 für ihn eine Wertigkeit hat, das ist für meine Arbeit ganz wichtig“, lobte Gregoritsch die Zusammenarbeit mit A-Teamchef Franco Foda.

14 Spieler schafften unter seiner bisher fast siebenjährigen Amtszeit den Sprung nach oben. „Das ist eine schöne Bilanz“, sagte der U21-Chefcoach. Zwei davon sind Xaver Schlager und Valentino Lazaro, die am Sonntag beim 2:1-Sieg des A-Teams in Nordirland als Torschützen in Erscheinung traten. Beide wären vom Alter her noch für das U21-Team spielberechtigt.

Dort zählen mit Salzburgs Hannes Wolf und Hoffenheims Christoph Baumgartner auch zwei 19-Jährige (Jahrgang 1999) bereits zu den Stützen. Dadurch wird das Durchschnittsalter der ÖFB-Truppe nach unten gedrückt. „Wir haben die jüngste Mannschaft, die bis jetzt in einer U21-Qualifikation in einem Play-off war“, ist Gregoritsch stolz.

„Braucht Cleverness“

Mit Lienhart und Laimer gibt es aber auch Akteure, die bereits in Spanien 2016 in der Startformation standen. „Wir werden alles daran setzen, dass wir diese Hürde nehmen und etwas Besonderes erreichen“, betonte Gregoritsch. Laut ihm werde es neben den Grundtugenden vor allem auch „Cleverness“ brauchen.

Für die nötigen Tore könnte Adrian Grbic sorgen. „Wir haben das klare Ziel, Historisches zu erreichen, worauf wir die ganze Zeit hingearbeitet haben“, sagte der Altach-Stürmer. Jeder wisse über die Wichtigkeit der Partie Bescheid. „Man merkt schon eine gewisse Anspannung, aber im Training auch eine Lockerheit und Freude, so ein Spiel überhaupt spielen zu dürfen“, schilderte der 22-Jährige. Das Selbstvertrauen ist groß. „Jeder ist sich bewusst, dass wir es schaffen können. Dafür dürfen wir aber kein Prozent nachlassen“, betonte Grbic. Ausverkauft wird das Stadion nicht sein, bis Montagmittag waren knapp 2.000 Karten weg. (APA)




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