Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Bundesliga

Kerschbaum: „In dieser Liga ist jede Woche alles möglich“

Mit zuletzt fünf ungeschlagenen Bundesligaspielen in Serie lebt die Hoffnung des FC Wacker, sich für das Meister-Play-off der besten sechs zu qualifizieren.

© gepaWackers Mittelfeldstratege Roman Kerschbaum fällt gegen St. Pölten sicher aus.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Wenn der FC Wacker am Sonntag in St. Pölten die Serie der Ungeschlagenheit auf sechs Spiele ausbauen will, fehlt Roman Kerschbaum im schwarzgrünen Mittelfeld. Das lädierte Sprunggelenk verhindert einen Einsatz. „Es geht mir schon besser, vielleicht geht es sich nächste Woche aus“, hat Kerschbaum das Jahr noch nicht abgeschrieben. Den Blick auf die Tabelle will er nicht überbewerten: „Weil alles so eng beisammen ist. Der Fokus liegt auf St. Pölten und eben weiter konsequent Punkte zu sammeln.“ Als Knackpunkt zur Wende sieht der kampfstarke Wacker-Sechser den 1:0-Heimerfolg gegen den LASK: „Nicht unbedingt weil damit die Serie begann, sondern weil wir mit einer konsequenten Abwehrleistung erfolgreich waren.“ Defensiv stabil stehen, unnötige Fehler vermeiden und vorne bei den wenigen Chancen effektiv sein – das war der Schlüssel zu einer Aufholjagd, die den Tirolern Hoffnung macht, sich für die Meister-Play-offs im Frühjahr zu qualifizieren. „Es ist nicht mehr so unmöglich wie vor einigen Monaten, aber zu sehr damit befassen bringt nichts. Einfach von Spiel zu Spiel denken und weiter das Konto auffüllen“, hält Kerschbaum nicht viel von Spekulationen: „Weil in dieser Liga jede Woche alles möglich ist.“

Fakt ist und bleibt, dass der FC Wacker nach der 15. Runde schon auf Platz sechs liegen könnte. Bei einem Sieg in St. Pölten – und gleichzeitig dürften die schwächelnden Großklubs Austria, Rapid und Sturm nicht gewinnen. „Allein schon dass wir die Chance haben, sollte Selbstvertrauen geben. Aber es ist alles sehr eng und wir müssen dort fortsetzen, wo wir aufgehört haben“, weiß Albert Vallci, dass am Sonntag der nächste Kraftakt gefordert sein wird, um sich bei den Niederösterreichern für die 0:2-Niederlage im Tivoli zu revanchieren. „Wir sind nach den letzten Spielen gefestigter und selbstbewusster“, ist der leicht verkühlte Steirer zuversichtlich, im Rennen um die Play-off-Plätze zu bleiben. Der 23-jährige Defensivspieler, der im Sommer 2017 vom Zweitliga-Absteiger SV Horn verpflichtet wurde, stand in den bisherigen 14 Bundesliga-Runden die komplette Spielzeit auf dem Rasen und betrieb damit auch Werbung in eigener Sache. „Freilich hab’ ich mitbekommen, dass die Gerüchteküche brodelt. Aber ganz ehrlich, das berührt mich im Moment überhaupt nicht. Ich fühle mich in Innsbruck pudelwohl und ich werde alles dafür tun, dass der FC Wacker weiter erfolgreich ist“, so Vallci, dem sehr wohl bewusst ist, dass es im Fußball-Profigeschäft sehr schnell in alle Richtungen gehen kann und man verdammt gut beraten ist, mit beiden Beinen fest am Boden zu bleiben.