Letztes Update am So, 25.11.2018 18:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Serie zu Ende: Herber Rückschlag für den FC Wacker in St. Pölten

Nach fünf Spielen ohne Niederlage musste sich der FC Wacker Innsbruck am Sonntag in St. Pölten mit 0:2 (0:0) geschlagen geben - weil offensiv überhaupt nichts lief und hinten entscheidend gepatzt wurde.

© gepaDie Vorentscheidung in St. Pölten – Wacker-Goalie Christopher Knett patzt gegen Taxiarchis Fountas, der bedankt sich im Anschluss an diese Aktion mit dem späten Führungstreffer der Niederösterreicher



Von Wolfgang Müller

St. Pölten — Ranko Popovic strahlte am Sonntag nach dem Schlusspfiff in der NV-Arena über seinen ersten Ligasieg als Trainer des SKN St. Pölten. Wacker-Coach Karl Daxbacher gratulierte seinem Kollegen zwar artig, aber die Enttäuschung nach der 0:2-Pleite des FC Wacker saß doch sehr tief. „Aufgrund der zweiten Hälfte war der Sieg von St. Pölten verdient. Im ersten Spielabschnitt waren wir die bessere Mannschaft, aber der SKN war nach dem Seitenwechsel viel aktiver", analysierte Daxbacher den enttäuschenden Auftritt in Niederösterreich.

Kampf und Krampf ohne nennenswerte Höhepunkte mit Ballbesitzvorteilen der Tiroler und einer Kopfballchance der Hausherren — U21-Teamspieler Robert Ljubicic vergab am Fünfer ebenso freistehend wie kläglich. Damit ist die karge erste Halbzeit auf den Punkt gebracht.

Nach dem Wechsel schien die triste Kickerei ihre Fortsetzung zu finden, dann aber erhöhte St. Pölten den Druck und erarbeitete sich Top-Chancen. So brachte Pak Kwang-ryong in der 64. Minute das Kunststück zustande, nach Vorarbeit von Rene Gartler den Ball aus einem Meter über die Latte zu schießen. Was fiel schwerer war, als die Führung zu erzielen.

Sechs Minuten später drosch Luca Meisl nach einem Eckball aus vier Metern über die Querlatte. In der 78. Minute bestätigte sich Pak neuerlich als Chancentod, als er eine Maßflanke von Gartler aus guter Position per Kopf nicht im Netz unterbrachte. Alles deutete auf eine Nullnummer hin, doch dann brach der eingewechselte Taxiarchis Fountas spät, aber doch noch den Bann.

Weil Wacker-Goalie Christopher Knett patzte und auch Stefan Meusburger nicht gut aussah, traf Fountas 65 Sekunden nach seiner Einwechslung aus spitzem Winkel. Im Finish warfen die ohne ihren verletzten Goalgetter Zlatko Dedic angetretenen Innsbrucker alles nach vorne, St. Pölten nützte die dadurch entstehenden Räume. Der eingewechselte Husein Balic lief der Gäste-Abwehr davon und legte für Ljubicic auf, der nur noch vollenden musste.

Erst in der Nachspielzeit wurde St. Pölten-Schlussmann Christoph Riegler bei einem Vallci-Kopfball geprüft. Die Wacker-Stürmer Patrik Eler und Cheikhou Dieng konnten einem richtig leid tun. Brauchbare Bälle waren absolute Mangelware, dafür hatte das Duo viele leere Kilometer abszuspulen. „Wir hatten das Spiel im Griff, doch die zweite Halbzeit war nix. Warum müssen wir analysieren", erklärte Christopher Knett zerknirscht. Der Wacker-Goalie nahm den Führungstreffer der Niederösterreicher dann auch zum Teil auf seine Kappe: „Da war ich dabei. Eine unglückliche Attacke."

Meinungen zum Spiel

Ranko Popovic (Trainer St. Pölten): "In der ersten Hälfte waren wir zu hektisch. Im Laufe der Partie haben wir dann besser und mit Freude gespielt. Es ist immer schön, wenn man gewinnt, aber den Druck, gewinnen zu müssen, habe ich nie gespürt. Wichtig für mich ist, dass sich die Mannschaft entwickelt. Die meisten anderen Teams arbeiten jetzt schon seit sechs Monaten zusammen, bei uns sind es sechs Wochen."

Karl Daxbacher (Trainer Wacker Innsbruck): "Aufgrund der zweiten Hälfte war der Sieg von St. Pölten verdient. In der ersten Hälfte waren wir die bessere Mannschaft, aber der SKN war nach dem Seitenwechsel viel aktiver. Durch die letzten guten Ergebnisse sind wir in die Position gekommen, aufs obere Play-off zu schauen, aber das wird natürlich ganz schwer."

LASK verschärft Rapid-Krise, Sturm-Sieg bei Mählichs Debüt

Der LASK hat am Sonntag den Bundesliga-Schlager bei Rapid 1:0 gewonnen. Die Oberösterreicher beendeten damit eine zwölf Spiele andauernde Sieglos-Serie in Hütteldorf. Nach 15 Runden ist die zweitplatzierte Elf von Trainer Oliver Glasner dem Rekordmeister 13 Punkte enteilt. Rapid muss als Achter weiter um die fünf Zähler entfernte Meistergruppe bangen.

Bereits zuvor bereitete Sturm Graz seinem Neo-Trainer Roman Mählich ein geglücktes Debüt. Emeka Eze (19.) und Lukas Grozurek (93.) schossen die "Blackys" zu einem 2:0 (1:0) bei Nachzügler Altach und sorgten für den ersten Erfolg nach zuletzt sieben sieglosen Ligapartien in Folge. Dadurch liegt man nach 15 Bundesliga-Runden zwei Punkte hinter den heuer so wichtigen Top sechs zurück.

Schon am Samstag hatte sich Serienmeister Salzburg den Winterkönig-Titel gesichert. Der Spitzenreiter, der weiter 12 Punkte vor dem LASK liegt, feierte bei Überraschungsteam Hartberg einen 4:0-(0:0)-Sieg.

Die Wiener Austria erarbeitete sich bei der Admira einen 2:1-(1:0)-Erfolg und sind vier Punkte hinter dem WAC Fünfter. Die Kärntner mussten sich zuhause gegen Mattersburg mit einem 2:2 (1:0) zufriedengeben.

Tipico-Bundesliga, 15. Runde

Die Tabelle: