Letztes Update am Di, 27.11.2018 09:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Bayern-Trainer Kovac zu Spekulationen: „Werde kämpfen“

Vor dem Spiel gegen Benfica ist Bayern-Coach Kovac angezählt, ans Aufgeben denkt er nicht. Real ist nach Blamage in Eibar im Schlager gegen Roma gefordert.

Steht heftig in der Kritik: Bayern-Coach Niko Kovac.

© AFPSteht heftig in der Kritik: Bayern-Coach Niko Kovac.



Wien – Die Aktien von Niko Kovac als Trainer des FC Bayern stehen denkbar schlecht. Im Champions-League-Gruppenspiel gegen Benfica Lissabon wird Kovac am Dienstagabend (21 Uhr) jedoch auf alle Fälle noch auf der Münchner Bank Platz nehmen. Bereits ein Remis gegen Portugals Rekordmeister würde dem deutschen Rekordchampion zum Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-Königsklasse reichen.

Die Weiterbeschäftigung von Kovac in München könnte allerdings auch bei einem Heimsieg, es wäre erst der zweite aus den vergangenen sieben Spielen, zur Debatte stehen. Der 47-Jährige gab sich am Tag vor dem Spiel kämpferisch. Trotz des 3:3 gegen Düsseldorf am Wochenende deutete Kovac an, sein Team nicht grundlegend ändern zu wollen. „Wir werden mit Sicherheit nicht alles über den Haufen schmeißen“, sagte er vor seinem 20. Pflichtspiel als Bayern-Coach. „Das geht ja auch gar nicht. Man hat nur 14 Feldspieler.“

Kovac ist ein „Kämpfer“

Trotz der deutlichen Signale für seinen Rauswurf will Kovac weiter um den Trainerjob beim FC Bayern kämpfen. Das sagte der Coach des deutschen Rekordmeisters am Montag in München, auch wenn er dabei nicht sehr überzeugend wirkte.

Der 47-Jährige beteuerte, „dass ich immer ein Kämpfer bin, mein ganzes Leben bestand darin, mich durchzusetzen. Das Wort „Zurückstecken“, „Aufgeben“, „Die weiße Fahne hissen“, das existiert in meinem Wortschatz nicht und wird nie existieren.“

Aufgrund von neun Punkten Rückstand der Bayern auf Liga-Spitzenreiter Dortmund und vieler schwerer Patzer in den jüngsten Spielen sind die Chancen von Kovac auf eine Weiterbeschäftigung gering. Dennoch garantiere er, „wann und wo und wie auch immer nach vorne zu schauen und immer zu kämpfen“. Auf die Frage, ob er Angst habe, dass das Benfica-Spiel sein letztes bei Bayern sein könnte, antwortete er: „Nein. Was soll mich negativ stimmen?“

Bayern mit einigen Ausfällen

Neben dem deutschen Nationalspieler Serge Gnabry (Adduktoren) fehlen den Bayern auch die länger verletzten Thiago, James Rodriguez und Corentin Tolisso. Der nach einem Syndesmoseriss erst wieder in das Training zurückgekehrte Kingsley Coman wird gegen Benfica ebenfalls noch fehlen. Die Gäste aus Lissabon müssen gewinnen, um ihre Chance auf den Einzug in die K.o.-Phase noch aufrecht zu halten. Kovac betonte: „Es ist uns bewusst, dass Benfica morgen gewinnen muss. In 90 Minuten ist alles möglich. Darauf sind wir gefasst.“

Zwei Stunden vor den Bayern kann Ajax Amsterdam mit ÖFB-Teamspieler Maximilian Wöber den Aufstieg aus der Gruppe E fixieren. Die Niederländer sind bei einem Sieg beim punktlosen Schlusslicht AEK Athen fix in der K.o.-Runde.

Neo-Real-Coach Solari unter Druck

Auch ein zweiter Topclub kämpft mit einer Krise. Der Aufschwung von Real Madrid unter dem neuen Trainer Santiago Solari wurde am Samstag brutal gestoppt. Die „Königlichen“ verloren bei SD Eibar mit 0:3 und finden sich in La Liga nur auf Rang sechs. „Das schlechteste Real Madrid der gesamten Saison“, kommentierte die eigentlich wohlgesinnte „Marca“ den Auftritt.

Erst vor knapp zwei Wochen war Solari, der Ende Oktober als Interimstrainer eingesprungen war, offiziell zum neuen Chefcoach erklärt worden. Es folgten vier Siege, in der Copa del Rey, der Liga und der Champions League. Doch ausgerechnet bei der ersten Bewährungsprobe seit ihm die Clubführung das Vertrauen ausgesprochen hat, blamierte sich die Mannschaft gegen ein No-Name-Team aus einer 27.000-Einwohner-Kleinstadt im Baskenland. Solari brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Wir waren einfach nicht auf der Höhe.“

In der Champions League steht der Titelverteidiger allerdings gut da und hat alle Chancen, zum 22. Mal hintereinander das Achtelfinale zu erreichen. Der Rekordchampion führt mit AS Roma (je 9) die Gruppe G an, muss sich im Spitzenspiel in Rom aber klar steigern, um schon am Dienstag mit dem Aufstieg alles klar zu machen. Das Hinspiel hat Real in Madrid 3:0 gewonnen.

Hoffenheim kämpft um Aufstieg

In der Gruppe F kämpft Hoffenheim ohne den verletzten Österreicher Florian Grillitsch (Zehenbruch) um die minimale Aufstiegschance. Die drittplatzierten Deutschen (3 Punkte) benötigen gegen Schachtar Donezk (2) den ersten CL-Sieg, um gegenüber Manchester City (9) und Olympique Lyon (6) noch im Rennen zu bleiben. Trainer Julian Nagelsmann forderte seine Mannschaft erneut zu einer besseren Verteidigung auf. „Es muss das Ziel sein, den Olli, mit allem was ich habe, zu schützen“, sagte der 31-Jährige mit Blick auf Torhüter Oliver Baumann.

In der Gruppe H können Juventus Turin (gegen Valencia) und Manchester United (gegen Young Boys Bern mit Thorsten Schick) mit Heimsiegen den Einzug ins Achtelfinale vorzeitig erledigen.