Letztes Update am Fr, 30.11.2018 17:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Bundesliga

Bayern-Trainer Kovac reduziert gegen Werder Bremen Rotation

Der Kroate vertraut auf Benfica-Bezwinger. Bei RB Leipzig steht Marcel Sabitzer vor seinem Comeback.

© imago sportfotodienstBayern-Trainer Niko Kovac.



Berlin – Mit einer Kursänderung will Niko Kovac seinen Job beim FC Bayern dauerhaft sichern. Der Kroate zieht Konsequenzen aus der sportlichen Misere in der deutschen Fußball-Bundesliga. Mit dem Rückenwind des 5:1 in der Champions League gegen Benfica Lissabon will er am Samstag im Auswärtsspiel bei Werder Bremen den auf Platz fünf abgestürzten Serienmeister auch im Liga-Alltag wieder in die Spur bringen.

Der neue Kovac-Weg lautet: Allein Leistung und Gefolgschaft zählen, die Rotation wird nicht abgeschafft, aber reduziert. „Ich habe für mich selbst entschieden, dass ich schon ein Gerüst haben werde, wo der Großteil Fixstarter ist und der eine oder andere dementsprechend immer wieder reinkommt“, verkündete der weiter unter Druck stehende Coach am Freitag.

„Mannschaft hat das Vertrauen“

Als Konsequenz wird in Bremen jene Formation auflaufen, die ihm gegen Lissabon vorerst den Job sicherte. Dazu zählt auch Linksverteidiger David Alaba. „Die Mannschaft hat es gut gemacht. Und die Mannschaft hat dann auch das Vertrauen“, erklärte Kovac.

Die Kontinuität gilt dabei nicht nur für das Personal, sondern ebenso für die modifizierte taktische Ausrichtung. „Man hat schon gesehen, dass wir mit der Doppel-Sechs eine gute Balance hatten“, bemerkte Kovac.

Einen Freifahrtschein erhält die Benfica-Elf aber nicht. „Das ist der Maßstab“, sagte Kovac zum 5:1 auf der internationalen Bühne. In „Top-top-top-Spielen“ stimmten Einstellung und Leistung, aber das erwartet er auch im grauen Bundesliga-Alltag. Kovacs Wandel basiert auch auf kritischer Selbstreflexion. „Ich hinterfrage mich immer.“

Rückendeckung durch Rummenigge

Unterdessen gab es für den Trainer Rückendeckung durch Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Es sei der Wunsch aller, noch lange mit ihm zusammenzuarbeiten. „Ich wünsche mir, dass er nicht nur zu Weihnachten 2018 unser Trainer ist, sondern auch zu Weihnachten 2019 und 2020“, meinte Rummenigge.

Der Vorstandsvorsitzende zog aber auch eine Rote Linie: „Am Ende des Tages müssen natürlich die Ergebnisse stimmen. Platz fünf ist nicht der Platz, der am Ende der Saison belegt werden darf.“ Kovac muss die Münchner zwingend in die Champions League (Plätze eins bis vier) führen. „Da bedarf es keiner Ansage von Karl-Heinz Rummenigge. Das weiß ich selbst. Der FC Bayern muss immer unter den ersten Vier sein“, sagte Kovac zur Vorgabe, die er selbst „Minimum“ nannte.

Bremen ist der nächste Ernstfall für den Kroaten. Gegen Werder haben die Bayern eine famose Serie - 15 Bundesligasiege in Folge. Kovac sieht den Gegner gleichfalls „in einem kleinen Loch“. Aber in Bremen sei es immer schwierig: „Werder hat Zug nach vorne.“

Kovac hat personell wieder mehr Optionen. Kingsley Coman und Thiago sollen nach ihren Verletzungen erstmals wieder zum Kader zählen. Auch Serge Gnabry ist wieder einsatzfähig. Zudem meldete sich Mats Hummels gesund.

Sabitzer wohl wieder fit

Eine Comeback dürfte auch Marcel Sabitzer geben, der bei Leipzigs Heimspiel gegen Mönchengladbach nach mehrwöchiger Pause wegen einer Muskelverletzung wieder zur Anfangsformation zählen dürfte. Außerdem könnte das von Adi Hütter betreute Eintracht Frankfurt im Heimspiel gegen Wolfsburg die jüngste Erfolgsserie von zehn Siegen und einem Remis aus den jüngsten elf Bewerbspartien weiter ausbauen.

Im Aufeinandertreffen der beiden Champions-League-Starter Hoffenheim (Florian Grillitsch, Stefan Posch) und Schalke (Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf) könnte es auf dem Rasen ebenso Österreicher-Duelle geben wie bei Hannover (Kevin Wimmer) gegen Hertha BSC (Valentino Lazaro) und bei Nürnberg (Georg Margreitter) gegen Leverkusen (Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic, Ramazan Özcan). Spitzenreiter Dortmund ist vor eigenem Publikum gegen Freiburg klarer Favorit. (APA)

Programm der 13. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga:

Freitag 20.30 Uhr: Fortuna Düsseldorf (Stöger) - FSV Mainz 05 (Mwene, Onisiwo)

Samstag 15.30: Borussia Dortmund - SC Freiburg (Lienhart), VfB Stuttgart - FC Augsburg (Hinteregger, Danso, Gregoritsch), Werder Bremen (Kainz, Friedl, Harnik) - Bayern München (Alaba), Hannover 96 (Wimmer) - Hertha BSC (Lazaro). 18.30 Uhr: Hoffenheim (Grillitsch, Posch) - FC Schalke 04 (Schöpf, Burgstaller)

Sonntag 15.30 Uhr: RB Leipzig (Sabitzer, Laimer, Ilsanker) - Mönchengladbach, 18 Uhr: Eintracht Frankfurt (Trainer Hütter) - VfL Wolfsburg (Pervan)

Montag 20.30 Uhr: 1. FC Nürnberg (Margreitter, Jäger) - Bayer Leverkusen (Dragovic, Baumgartlinger, Özcan)