Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.12.2018


Bundesliga

Wacker gegen Hartberg: Das Gebot der Stunde heißt punkten

Nach der bitteren Rapid-Pleite will sich der FC Wacker am Sonntag (14.30 Uhr im TT.com-Liveticker) in Hartberg rehabilitieren.

© gepaWackers Mittelfeldabräumer Bryan Henning (links) bekommt es am Sonntag wieder mit Hartbergs Jürgen Heil zu tun.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – „Das wäre fatal, wenn die Luft nach den letzten beiden Niederlagen heraus wäre. Ganz im Gegenteil. Jetzt stehen wir noch mehr in der Pflicht, in den letzten beiden Spielen Punkte einzufahren“, erklärte Wacker-Coach Karl Daxbacher vor dem Hartberg-Gastspiel am Sonntag. Realistisch gesehen ist der Zug zum oberen Play-off abgefahren, aber der Blick nach unten ist eben auch nicht gerade beruhigend. Ohne Stefan Rakowitz, Roman Kerschbaum und Stefan Meusburger, die erst wieder im neuen Jahr zur Verfügung stehen, treten die Tiroler in der Steiermark an. Auch Michael Schimpelsberger, dem frischgebackenen Papa von Zwillingen, wird eine Pause gewährt.

„Nach dem Rapid-Spiel war es in der Kabine sehr still. Da waren wir alle am Boden“, gab FCW-Mittelfeldabräumer Bryan Henning zu, doch der 23-Jährige richtete den Blick lieber in die Zukunft: „Wir haben die ganze Woche gut gearbeitet und wollen in Hartberg punkten.“

Ein Blick auf die Ergebnisse der letzten Woche spricht allerdings klar für den Aufsteiger aus der Steiermark. Während den Tirolern in den vergangenen sieben Bewerbspartien nur ein Sieg gelang, steht die Hartberger Bilanz aus den jüngsten acht Pflichtspielen bei sechs Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage. Lohn dafür war der Vorstoß auf Tabellenplatz sieben – punktegleich mit dem Sechsten Sturm Graz – und der Sprung durch den 4:3-Erfolg gegen den FC Wacker in das Cup-Viertelfinale. Dennoch warnt Trainer Markus Schopp vor überzogenen Erwartungen. „Wenn wir als Hartberg gegen irgendeinen Gegner in der Bundesliga sagen, wir sind Favorit, spiegelt das nicht die Grundvoraussetzungen wider“, betonte der frühere ÖFB-Teamspieler. Folgerichtig will Schopp seiner Mannschaft auch im Kampf um die Teilnahme an den Top sechs der Meistergruppe keinen Druck auferlegen. „Unser Anspruch ist es einfach, jedes Spiel so gut wie möglich zu absolvieren. Dann schauen wir, wie die Tabelle nach 22 Runden ausschaut.“

Punkten ist nicht nur für den FC Wacker und Hartberg vor Weihnachten das Gebot der Stunde, sondern bis auf den überlegenen Tabellenführer Salzburg auch für den Rest der Liga. Vor allem für die Traditionsklubs Austria, Rapid und Sturm. Klar, dass im Schlager sich beide Trainer bemühten, den Druck von ihren Teams zu nehmen. Sturm hat vor der Partie am Sonntag in Wien Rang sechs und drei Punkte Vorsprung zu verteidigen. „Unsere Position ist deutlich besser. Aber es gibt noch genügend Spiele, wo sich das alles drehen kann. Das Spiel das Jahres ist es für mich nicht “, sagte Sturm-Trainer Roman Mählich. Sein Gegenüber Dietmar Kühbauer sieht den Schlüssel zum Erfolg in einer Balance im Spiel. „Wir müssen agieren und aktiv sein, aber wir dürfen uns nicht auskontern lassen.“ Aus tabellarischer Sicht hilft Grün-Weiß eigentlich nur ein Sieg weiter, das weiß letztlich auch der Rapid-Coach.