Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.01.2019


Deutsche Bundesliga

Außenbandriss im Knie: Schöpf kommt doch unters Messer

Tirols Schalke-Legionär Alessandro Schöpf wird am Mittwoch in Augsburg am linken Knie operiert.

Fehlt Schalke und dem ÖFB-Team schmerzlich – Alessandro Schöpf unterzieht sich einer Knie-Operation.

© ImagoFehlt Schalke und dem ÖFB-Team schmerzlich – Alessandro Schöpf unterzieht sich einer Knie-Operation.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Das brutale Foul von Hertha-Spieler Karim Rekik am vergangenen Bundesliga-Freitag führt Alessandro Schöpf nach einem Außenbandriss im Knie jetzt doch in den OP-Saal weiter. Nach einer Untersuchung bei Spezialist Ulrich Boenisch in Augsburg stand am Montag fest, dass sich der 24-jährige Mittelfeldstratege am Mittwoch operativ behandeln lässt. „Alles andere im Knie ist Gott sei Dank intakt", gab es laut Schöpfs Berater Mario Weger auch gute Nachrichten. Am Zeit­fenster des Ausfalls von acht bis zehn Wochen wird sich dennoch nicht viel ändern.

„Im Endeffekt muss ich froh sein, dass es nicht mehr ist. Es hätte auch ein Schien-und Wadenbeinbruch werden können und dann hätte es viel länger gedauert", sprach der Ötztaler von „Glück im Unglück". Die zweite schwere Knieverletzung nach einem Kreuzbandeinriss, die ihn am Tag seiner Auszeichnung zu „Tirols Sportler des Jahres 2016" am 28. April 2017 ohne Fremdeinwirkung in Leverkusen ereilte, hat dennoch Spuren hinterlassen: „Es war das wildeste Foul in meiner Karriere." Die Online-­Entschuldigung von Übeltäter Rekik kam klarerweise bei Schöpf an, kaufen könne er sich davon zwar nichts. Dennoch kommentierte der „Ale" wie immer sportlich fair: „Es wird keine Absicht gewesen sein."

Für Schöpf heißt es dennoch in den kommenden Wochen Krücken statt Fußballschuhe und wieder einmal Reha statt kreativen Spiels am grünen Rasen. Und neben Schalke-Coach Domenico Tedesco quälen auch Franco Foda neue Sorgen. Der ÖFB-Teamchef hat sich schon über seinen Zustand erkundigt, der österreichische Auftakt in der EM-Qualifikation gegen Polen (21. März/Wien) und in Israel (24. März) wird aber wohl mit Sicherheit ohne den Tiroler stattfinden.

Auch die Aussichten beim ebenfalls am Knie operierten Innenverteidiger Sebastian Prödl, der bislang in dieser Saison bei Watford am Abstellgleis stand, sind ungewiss. Mit Aleksandar Dragovic (kein Einsatz) und Julian Baumgartlinger (nur 13 Minuten) kamen zwei weitere ÖFB-Stammkräfte in den zwei Rückrunden-Spielen unter dem neuen Leverkusen-Coach Peter Bosz auch so gut wie nicht zum Zug. Gut, dass zumindest Peter Zulj bei seinem Debüt für den RSC Ander­lecht als Assistgeber beim 2:1-Sieg gegen Eupen anschreiben konnte.