Letztes Update am Di, 12.03.2019 09:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Cristiano Ronaldo muss es für Juve gegen Atletico richten

Trotz der 0:2-Niederlage in Madrid hat Juventus das Champions-League-Viertelfinale immer noch im Visier. ManCity hält gegen Schalke alle Trümpfe in der Hand.

Cristiano Ronaldo präsentierte sich beim Abschlusstraining gut gelaunt.

© AFPCristiano Ronaldo präsentierte sich beim Abschlusstraining gut gelaunt.



Turin, Manchester – Die Fans allein werden das Champions-League-Aus von Juventus Turin nicht verhindern können. Das weiß auch Superstar Cristiano Ronaldo, von dem seit seiner Ankunft im vergangenen Jahr alle erwarten, dass er die heiß ersehnte Trophäe in den Piemont bringt. „Es ist möglich, aber wir brauchen eure Hilfe“, appellierte der Portugiese kurz vor dem heutigen Achtelfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid (21.00 Uhr/live DAZN) an die Juve-Anhänger. Ronaldos Team steht vor einer Partie, die eine ganze Saison entscheiden könnte.

Titel-Garant Ronaldo, der fünfmal die Königsklasse gewann, sollte Juve in dieser Saison zum ersten Champions-League-Triumph seit 1996 führen. 112 Millionen Euro überwies der Verein für den Europameister im Juli 2018 an Real Madrid. Den achten Meistertitel in Serie kann den Bianconeri eigentlich niemand mehr streitig machen, er wäre aber nur ein schwacher Trost bei einem Aus in der Champions League.

Nach dem 0:2 im Hinspiel ist der Druck auf das Team von Trainer Massimiliano Allegri – allen voran Ronaldo – enorm. Die italienischen Medien sprechen von einer „Maxi-Herausforderung“. „Nach dem, was für Ronaldo ausgegeben wurde, im Achtelfinale rauszufliegen, wäre ein Bankrott“, schrieb die Tageszeitung Il Messaggero. „Der Portugiese ist genau für so einen Abend nach Turin gekommen, an dem es um drinnen oder draußen, alles oder nichts geht“, kommentierte die Gazzetta dello Sport.

Doch Atletico will die Revanche gegen Ronaldo perfekt machen. Als der Stürmerstar das Trikot des Madrider Stadtrivalen Real trug, gewann er zwei Königsklassen-Endspiel­e (2014 und 2016) gegen das Team von Trainer Diego Simeone. Dazwischen, 2015, war für Ronaldo & Co. im Viertelfinale Endstation. Trotz der guten Ausgangslag­e hält sich Simeone zurück: „Worte gewinnen im Fußball keine Spiele, wir müssen viel arbeiten.“

Manchester City kann sich nur selbst schlagen

Kann ein Champions-League-Achtel­finale ungelegen kommen? Ja, es kann – frag’ nach beim FC Schalke 04. Denn derzeit hat der sportlich in bedrohliche Schieflage geratene Revierclub ganz andere Sorgen als den Auftritt bei Manchester City. Neun Spieltage vor dem Ende der Saison kämpft das Team von Trainer Domenico Tedesco in der deutschen Bundesliga um den Klassenverbleib.

Kein Wunder, dass der neue Sportvorstand Jochen Schneider am Montag vom Flughafen Münster-Osnabrück seine erste und wohl vorerst letzte Europapokalreise beim FC Schalke mit gemischten Gefühlen antrat. „Es überwiegt die Vorfreude, die aber überlagert wird von der Situation in der Bundesliga“, sagte der 48-Jährige kurz vor dem Abflug zum Achtelfinal-Rückspiel heute (21.00 Uhr/Sky) im Etihad-Stadio­n. „Deshalb ist es keine Vergnügungs­reise. Es ist ein wichtiges Spiel gegen eine der vier besten Mannschaften Europas. Und wir wollen die Herausforderung annehmen.“

Nach dem 2:3 im Hinspiel glauben nur unverbesserliche Optimisten an den Viertelfinal-Einzug in der Königsklasse. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen, zu groß ist die sportliche Kluft zwischen dem englischen Meister und dem deutschen Vizemeister,

Während Königsblau mit ÖFB-Teamspieler Guido Burgstaller aber ohne den verletzten Tiroler Alessandro Schöpf in der Liga nach nur zwei Punkten aus den zurückliegenden sieben Partien tief in den Keller gerutscht ist und als Tabellen-14. nur vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang hat, thront das Millionen-Ensemble von Pep Guardiola in der Premier League knapp vor dem FC Liverpool an der Spitze. Die „Citizens“ haben 16 ihrer letzten 18 Pflichtspiele gewonnen und nur eines verloren. Am Samstag beim 3:1-Heimsieg gegen den FC Watford zerlegte Stürmer Raheem Sterling die Gäste mit einem Hattrick innerhalb von 13 Minuten zu Beginn der zweiten Spiel­hälfte fast alleine. Der Ex-Schalker Leroy Sane saß nur auf der Bank. Gegen Schalke fehlen die gesperrten Fernandinh­o und Nicolas Otamendi sowie der verletzte Kevin De Bruyn­e.

Schalke kassierte dagegen beim 2:4 in Bremen die vierte Pflichtspielpleite in Serie (4:14 Tore). Die von Schneider geforderte Trendwende gelang nur bedingt. Immerhin trat das Team über weite Strecken engagierter und spielerisch verbessert auf. Vor allem der Doppelpack des lange verletzten Schweizer Angreifers Breel Embolo macht Mut. „Wenn wir etwas Positives mitnehmen, dann definitiv die zwei Tore von Breel“, sagte Tedesco, der Guido Burgstaller mit in sein Lob einbezog. „Wir haben vorn mit zwei richtigen Stürmern gespielt, die uns lang gefehlt haben. Sie haben viel Power und Aggressivität.“ (t.w.,w.m.,dpa)