Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 17.03.2019


Bundesliga

Wacker fordert Bullen: Das „Geht nicht“ gibt‘s im Fußball nicht

Der FC Wacker Innsbruck muss heute (17 Uhr) im Westderby gegen Salzburg im Kollektiv über sich hinauswachsen.

Wiederholung erbeten: Am 20. Oktober 2018 feierte der FC Wacker ein durchaus sensationelles 1:1-Remis in der Salzburger Red-Bull-Arena.

© gepaWiederholung erbeten: Am 20. Oktober 2018 feierte der FC Wacker ein durchaus sensationelles 1:1-Remis in der Salzburger Red-Bull-Arena.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Wenn der Tabellenletzte mit der schlechtesten Offensive heute auf den Leader mit dem treffsichersten Angriff trifft, könnte man aus rein statistischer Sicht schon im Vorhinein zum Abgesang für die Tiroler Hausherren blasen. Dass Red Bull Salzburg in den letzten beiden Bundesliga-Partien keinen einzigen Schuss der Gegner aufs eigene Tor zuließ und insgesamt 13 Spiele gegen Wacker ungeschlagen ist, nährt auch nur die Zuversicht jener, die es mit den Bullen aus der Mozartstadt halten.

Der Wille soll heute im Tivolistadion aber wieder einmal schwarzgrüne Berge versetzen. Genauso wie er es beim 1:1-Remis im Auswärtsspiel am 20. Oktober tat. Da reiste der FCW zwar nicht als Letzter, aber dennoch als haushoher Außenseiter nach Salzburg, um dem Leader in dieser Saison mit einer heroischen Abwehrleistung die ersten Punkte abzuknöpfen.

„Man kann die Ausgangslage nicht mehr vergleichen, aber dieses Spiel im Herbst war sicher eines der besten in dieser Saison“, erinnert sich Wacker-Coach Thommy Grumser, der damals noch Coach der Zweier war. Heute steht er aber in der ersten Liga zum zweiten Mal nach der 0:2-Niederlage beim LASK an vorderster Front und feiert zugleich seine Heimpremiere. Wer den 39-Jährigen kennt, weiß aber, dass er keine Sentimentalitäten pflegt, sondern vielmehr einem klaren Plan folgt. Und der richtet sich auch heute nur bedingt nach dem Gegner aus. „Wir wollen das Match nach unseren Ideen und Prinzipien auslegen“, lautet sein Credo.

Die im Training spürbare Intensität müsse sich heute auf den Rasen des Tivolistadions übertragen. „Natürlich wird es gegen Salzburg sehr intensiv. Aber man muss in jedem Spiel über seine Grenzen gehen. Und jeder weiß, um was es geht“, hält Roman Kerschbaum im Überlebenskampf fest. Bei einem (überraschenden) Remis oder Sieg könnte man sich vor der anstehenden Liga- und Punktehalbierung (bei ungerader Zahl wird abgerundet) zudem noch einen wertvollen Zähler für das Abstiegs-Play-off sichern.

Von einem Bonusspiel gegen die gestählten Europa-League-Starter aus Salzburg will auch Grumser nichts wissen: „Wir wollen um jeden Punkt hart fighten, damit wir unser großes Ziel erreichen“, ruft Wackers Cheftrainer im Abstiegskampf aus. Und bei aller Intensität des Salzburger Pressings will man „gute Umschaltmomente“ kreieren.

„Innsbruck hat einen neuen Trainer, der möglicherweise eine neue Idee hat“, diktiert Salzburgs Erfolgscoach Marco Rose, der Grumsers Handschrift schon im Herbst beim Match der Wacker-Fohlen gegen die Jungbullen aus Liefering las. Und man müsse in Sachen Spielstil auch auf eine Taktik mit langen Bällen vorbereitet sein. Der Zweck heiligt auf Tiroler Boden die Mittel. Ein Wacker-Sieg im Westderby wäre vor der anstehenden Länderspielpause von heroischer Kraft.

Detail am Rande: Der neue „Tivoli Fan Treff“ öffnet heute an der Ostseite des Stadions um 15 Uhr seine Pforten. Mit (Frei-)Bier können sich die Anhänger auf das Match einstimmen und an der Wand auch einen legendären Happel-Spruch lesen: „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag.“