Letztes Update am Sa, 16.03.2019 11:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Wacker gegen Salzburg: Zwischen trockener Analyse und Freibier

Der FC Wacker Innsbruck schärft seine Sinne für das Westderby gegen Salzburg am Sonntag (17.00 Uhr/live TT.com-Ticker) im Tivoli.

Ex-Wacker-Kicker Albert Vallci kehrt mit Salzburg erstmals ins Tivoli zurück.

© gepaEx-Wacker-Kicker Albert Vallci kehrt mit Salzburg erstmals ins Tivoli zurück.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Den Blick auf die Tabelle blendete der FC Wacker, der die rote Laterne trägt, in der ersten vollen Trainingswoche unter Thommy Grumser gewissermaßen aus. „Wir haben es nicht extra thematisiert. Aber natürlich kennen wir den Ernst der Lage und wollen die Realität nicht verleugnen. Dennoch müssen wir in erster Linie an unsere Aufgaben und Lösungen denken“, hält der Wacker-Coach fest.

Salzburgs 3:1-Sieg über Napoli ist ihm klarerweise nicht entgangen: „Nach einem 0:3 im Auswärtsspiel und 0:1-Rückstand zuhause war dieser Sieg auch von herausragender Mentalität.“ Genau die werden die Schwarzgrünen auch brauchen.

Während die sportliche Lage in der letzten Runde vor der Liga-Halbierung am letzten Tabellenplatz ja mehr als nur bescheiden ist, bemüht sich der FC Wacker Innsbruck darum, rund um die Heimstätte einen Mehrwert für die Anhänger zu bieten. Am Sonntag wird der „Tivoli Fan Treff“ an der Ostseite des Stadions unmittelbar neben der Geschäftsstelle um 15.30 Uhr offiziell eröffnet. Die ersten 150 Bier gehen quasi aufs Haus (spendieren die Olympiaworld und Verein), ein Blick auf die Klub-Höhepunkte und Bilder lässt sich dabei ebenso werfen. Im Kampf um den Klassenerhalt fordert aber das Tagesgeschäft Bundesliga die volle Aufmerksamkeit ein.

Rückkehr für Vallci „etwas Spezielles“

Am 20. Oktober jubelte Albert Vallci noch im schwarzgrünen Dress nach dem 1:1 in der Bullen-Arena über einen Punkt für den FC Wacker beim regierenden Meister, am Sonntag zieht sich der Steirer in der Gäste-Kabine im Tivoli um. „Die Rückkehr nach Innsbruck ist schon etwas Spezielles. Schließlich habe ich viele gute Freunde hier, blicke auf eine schöne Zeit zurück und hoffe, dass ich zu Einsatzminuten komme. Das würde mir am meisten taugen“, freut sich Vallci schon auf das Duell als Salzburg-Profi gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Im Winter übersiedelte der Verteidiger zu den Bullen und hat den Schritt bis dato nicht bereut. Im Gegenteil. Im letzten Meisterschaftsspiel gegen Sturm stand er 90 Minuten in der Innenverteidigung auf dem Platz, zuletzt fieberte er bei der Europa-League-Gala gegen Napoli auf der Bank mit. „Wir haben bis zum Schluss gekämpft und den Fans einen tollen Abend bereitet“, zollte der 23-Jährige seinen Kollegen Lob. Dass die Bullen nach dem Kraftakt gegen Napoli das Spiel im Tivoli auf die leichte Schulter nehmen könnten, kostet Vallci nur ein mitleidiges Lächeln: „Sicher nicht. Die Konzentration liegt jetzt voll auf dem Titelkampf. Wir wiegen uns noch längst nicht in Sicherheit, denn der LASK ist nicht zu unterschätzen.“

Der FC Wacker war für Vallci nicht nur ein Sprungbrett Richtung Salzburg, sondern auch eine wichtige Station für eine Teamkarriere. Die Verbände Albaniens und des Kosovo fragten schon an, ob er nicht in einem dieser Nationalteams verteidigen wolle. „Ich bin gebürtiger Österreicher. Mein Vater kommt aus dem Kosovo. Die Anfragen sind eine Ehre für mich, doch ich will mich bis zum Sommer voll und ganz auf Salzburg konzentrieren“, will sich der „Bertl“ noch nicht festlegen und freut sich zunächst auf die Bullen-„Dienstreise“ nach Tirol. (w.m.)