Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.04.2019


2. Liga

Kurt und der WSG Wattens hilft nur Zählbares weiter

Sinan Kurt bringt der WSG Wattens sogar Schlagzeilen in der deutschen Presselandschaft ein. Viel wichtiger sind drei Punkte im Heimspiel gegen Kapfenberg am Freitag.

Doppeltes Kreativpotenzial bei der WSG Wattens - noch steht Sinan Kurt (r.) klar im Schatten von Topscorer Benni Pranter.

© gepaDoppeltes Kreativpotenzial bei der WSG Wattens - noch steht Sinan Kurt (r.) klar im Schatten von Topscorer Benni Pranter.



Von Alex Gruber

Wattens – Es passiert so gut wie nie, dass der Name eines Wattener Fußballspielers in der Sport-Bild und darauffolgend auch in der Deutschen Presse-Agentur (dpa) fällt. „Es ist kein Geheimnis, dass ich zu dem Trainer in Berlin kein gutes Verhältnis hatte“, wird Sinan Kurt, Winterneuzugang der WSG, zitiert – weil es zwischen ihm und Coach Pal Dardai keine Ebene gegeben hätte, sei er nach seinem Wechsel von den Bayern aus München bei der Hertha aus Berlin so gut wie nie zum Zug gekommen.

Der möglicherweise letzte Anlauf, im Profifußball noch einmal durchzustarten, hat Kurt jetzt eben zur WSG Wattens geführt. In fünf Spielen (288 Einsatzminuten) schrieb der 22-jährige Kreativspieler in der zweithöchsten heimischen Liga bislang noch nicht an. Dabei ließ er im Training und zuletzt in einem Test (gegen Kufstein) schon oft seine Klasse aufblitzen. Aber jetzt muss er auch in der Meisterschaft liefern. Das braucht die WSG im Titelkampf genauso dringend wie er für seine eigene Laufbahn.

„Ein Spieler mit dieser Qualität muss auch statistisch liefern – mit Assists und Toren“, unterstreicht WSG-Sportmanager Stefan Köck. Coach Thommy Silberberger ergänzt: „Diese Geschichte wurde sicher etwas reißerisch aufbereitet. Ich glaube, Sinan muss wieder in die Spur mit Spaß finden. Ich weiß, was ich an ihm habe, und er wird uns sicher noch helfen.“