Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


2. Liga

WSG Wattens will den nächsten wichtigen Schritt setzen

Mit einem Auswärtssieg in Wiener Neustadt will die WSG Wattens heute (19.10 Uhr) die Tabellenführung in der zweiten Liga verteidigen.

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Von Alex Gruber

Wattens – Das jüngste 2:1 gegen Kapfenberg war aus Sicht der WSG Wattens ein „dreckiger“ Sieg – aber einer, der drei verdammt wertvolle Punkte im Titelkampf brachte und Verfolger Ried noch mit einem Punkt Rückstand auf Distanz hielt. Dass bislang im Frühjahr bei zwei Siegen, drei Remis (auswärts jeweils 1:1 in Lafnitz, Klagenfurt und bei BW Linz) und einer Niederlage mehr kommen muss, ist auch jedem bekannt.

„Es ist vieles sehr ausbaufähig. Ich glaube aber, wir werden auch durch den Druck gehemmt“, ortet Wattens-Trainer Thommy Silberberger im Kampf um Platz eins beim ein oder anderen auch psychische Blockaden. Denn im Training würden die Grünweißen zuweilen wie die Weltmeister kicken und ihn vor die berühmte Qual der Wahl stellen: „Auch diese Trainingswoche war wieder sehr gut.“

Mit 19 Spielern an Bord (also einem mehr, als man auf den Spielbericht schreiben darf) machte sich der WSG-Bus gestern auf die Reise nach Niederösterreich. Sandro Neurauter und Dino Kovacec fallen nach wie vor verletzungsbedingt aus, dafür rückte Clemens Walch wieder ins Aufgebot. Kreative Kräfte, die freie Räume erkennen, um Vorlagen zu geben oder selbst in die Tiefe zu stoßen, sind mehr als nur willkommen. Zuletzt hatte man das Gefühl, bei der WSG wird im Umschaltspiel auch eine Tempobremse aktiv. Dass man an vorderster Front keinen Orkan entfachte, sondern oft eher wie ein „laues Lüfterl“ erschien, bestätigt auch Silberberger, der mit seiner Mannschaft heute auf einen angeschlagenen Gegner (drei Niederlagen in Serie) trifft.

Neun Runden stehen in der 2. Liga noch aus. „Wenn wir in Neustadt gewinnen, sind wir brandgefährlich“, glaubt Silberberger, dass man heute mit einem „big win“ (großer Sieg) Fesseln lösen könnte. Denn im Restprogramm hat Wattens noch die Nachzügler zu bespielen. Und mit jedem Spieltag, den man weiter vorne bleibt, ziehe man Verfolger Ried gewissermaßen auch ein wenig den Nerv.

Die Lizenz-Entscheidung der Fußball-Bundesliga für die neue Saison nehmen die Kristallstädter, die klarerweise auch für die erste Liga ansuchten, heute mit Gelassenheit entgegen.