Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.04.2019


Bundesliga

Ex-Wacker-Coach Schmidt: „Nicht nur Taktik zählt, auch Kopf entscheidet“

Gespannt – um nicht zu sagen: angespannt – blicken Wacker-Trainer Grumser und Mattersburg-Pendant Schmidt dem Samstag-Duell entgegen.

Ex-Wacker-Coach Klaus Schmidt kehrt als Mattersburg-Trainer zurück ins Tivoli.

© APAEx-Wacker-Coach Klaus Schmidt kehrt als Mattersburg-Trainer zurück ins Tivoli.



Von Florian Madl

Innsbruck – Als die Tiroler Tageszeitung gestern Klaus Schmidt erreichte, war dieser gerade beim Video-Studium. Im Fokus: sein Ex-Klub FC Wacker Innsbruck, am Samstag (17 Uhr) zu Gast in Mattersburg. Sechs Punkte trennen den Zweiten der Qualifikationsgruppe vom Letzten aus Tirol. Kein Ruhekissen, wie der Trainer der Burgenländer weiß: „Es geht in dieser Liga ums nackte Überleben, da schenkt keiner einen Millimeter her.“ Die Stimmung an seiner ehemaligen Wirkungsstätte kann er sich angesichts der Tabellensituation vorstellen: „Die Grundstimmung ist in solchen Fällen immer negativ, in Innsbruck wird es allerdings immer eine Spur persönlich.“ Ohne Groll blickt der Steirer auf seine Zeit zurück, vielmehr würdigt der 51-Jährige die Entwicklung: „Alle Achtung, was für einen attraktiven Fußball die zweite Mannschaft spielt.“

Und auch der Auftritt der ersten Mannschaft würde für seine Mattersburger genügend Gefahr bergen, an Individualisten mangle es nicht. „Einen wie Dedic hätte ich gerne, auch Henning und Dieng haben großes Potenzial.“ Da kommt es ihm wohl nicht ungelegen, dass ausgerechnet Dieng (daneben u. a. Peric) verletzungsbedingt fehlt.

Lukas Hupfauf gestern beim Ostermarkt in Innsbruck - ein Ei wollen die Innsbrucker am Samstag (17 Uhr) den Mattersburgern legen??
Lukas Hupfauf gestern beim Ostermarkt in Innsbruck - ein Ei wollen die Innsbrucker am Samstag (17 Uhr) den Mattersburgern legen??
- FC Wacker

Auf Wortgewalt verzichtet sein Wacker-Gegenüber Thomas Grumser: „Im Moment geht es darum, sachlich und sauber zu analysieren.“ Augenblicklich spiele nämlich nicht nur die Technik oder Taktik eine Rolle, „auch der Kopf ist wichtig“. Der Innsbrucker fordert einen einfachen, einen geradlinigen Fußball. „Es geht um die Grundtugenden im Fußball.“

Wacker-Goalie Knett.
Wacker-Goalie Knett.
- gepa

Wacker-Tormann Christopher Knett, ein Sprachrohr der Mannschaft, schildert die Stimmung in der Kabine: „Nach dem Admira-Spiel (0:2, Anm.) waren alle niedergeschlagen. Jeder sollte jetzt den Ernst der Lage erkannt haben.“ Jetzt zähle das Leistungsprinzip: „Früher wussten die Leute ungefähr, wer spielt. Jetzt hat jeder die Chance, wenn er Gas gibt.“ Es zähle einzig das Leistungsprinzip, so solle es sein. Und wer die Bühne Bundesliga am besten für sich nützen kann, wird auch in den Vertragsgesprächen eine gute Position haben. Für Knett selbst bleibt der FC Wacker „erster Ansprechpartner“, wirklich beschäftigt hat er sich mit dem kommenden Spieljahr indes noch nicht: „Ich sehe dem gelassen entgegen.“

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Was ihn weniger freut? Die spärliche Zuschauerkulisse im Tivoli. „Es gibt Fans, die richtig geil zu uns halten. Und dann gibt es auch jene, die vielleicht aus Sensationslust kommen, weil sie uns verlieren sehen wollen. Die helfen uns nicht weiter.“