Letztes Update am Sa, 20.04.2019 08:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Neues FCW-Gesicht im Pappelstadion

Mit der im Abstiegsstrudel nötigen Zweikampfstärke peilt der FC Wacker heute ab 17 Uhr in Mattersburg ein Erfolgserlebnis an. Trainer Grumser beorderte Taferner, Gallé und Gründler in den Profikader.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Mit der roten Laterne im Gepäck gastiert der FC Wacker heute in Mattersburg und muss sich ganz anders präsentieren als zuletzt bei der ernüchternden 1:3-Heimpleite gegen die Admira. Die gebeutelten Schwarzgrünen wollen bzw. müssen sich laut Trainer Thomas Grumser in der aktuellen Krisensituation auf das Wesentliche konzentrieren. „Was wir jetzt brauchen, sind die Grundtugenden des Fußballs. Dazu zählt, in Eins-gegen-eins-Situationen Entschlossenheit und eine gewisse Grundhärte zu zeigen“, erklärte der 39-Jährige, der unter der Woche verstärkt Zweikämpfe im Programm hatte und mit Matthäus Taferner, Raphael Gallé und Alex Gründler drei Stammspieler der zweiten Mannschaft in den Kader beorderte. Womit Grumser seinen Weg, nur nach Leistung unter der Woche aufzustellen, beinhart fortsetzt.

In Mattersburg hängen die Trauben hoch. Das ist nichts Neues. Spiele im Pappelstadion sind nichts für Feinmechaniker. Um dort zu ernten, muss man bereit sein, ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe zu gehen. Erst recht, wenn man wie der FC Wacker bis zum Hals im Abstiegsstrudel steckt. „Wir sind alt genug, dass wir dort dagegenhalten können. Alle Spieler haben verstanden, worum es jetzt geht. Wir müssen den Kampf annehmen und alles reinhauen. Dann werden wir auch in Mattersburg bestehen können“, erklärte FCW-Verteidiger Stefan Meusburger vor der gestrigen Abreise Richtung Osten. Im Bus saß auch Cheikhou Dieng. Der Offensivspieler, der in der Vorwoche beim 1:3 gegen die Admira eine Bänderverletzung im Sprunggelenk erlitten hatte, steht eventuell für einen Kurzeinsatz zur Verfügung.

Richtungsweisend ist das heutige Spiel nicht nur für die Innsbrucker, sondern auch für Mattersburg. Bei einer Niederlage gegen das Schlusslicht wären die Burgenländer mitten im Abstiegskampf, mit einem Sieg hingegen würde der SVM Platz zwei festigen und dürfte sogar mit einem Europacupstart liebäugeln. Sollte der überlegene Spitzenreiter Rapid die Qualifikationsgruppe gewinnen, wäre der Zweite unabhängig vom Ausgang des Cupfinales zwischen den Hütteldorfern und Red Bull Salzburg im Play-off um einen Platz in der Europa-League-Qualifikation. Derzeit liegen die Mattersburger auf Rang zwei. Der Vorsprung auf den Dritten Altach beträgt einen Punkt, Schlusslicht Wacker ist allerdings auch nur sechs Zähler entfernt.

Diese Situation bezeichnete Trainer Klaus Schmidt als „zweischneidiges Schwert. Aufgrund unserer Platzierung ist es unser gutes Recht, uns nach vorne zu orientieren. Wir müssen auch im Abstiegskampf aufpassen“, warnte der Steirer auch davor, die Tiroler auf die leichte Schulter zu nehmen: „Das Match in Hartberg haben sie souverän gewonnen, ich schätze sie gleich gut wie alle anderen Teams in der Qualifikationsgruppe ein. Das wird für uns sicher kein Spaziergang.“

Kein Platz im Bus für Wacker-Trio

Im Heimspiel gegen die Admira saßen Michael Schimpelsberger und Martin Harrer auf der Tivoli-Tribüne. Nicht weil sie verletzt gewesen wären, sondern aus „Leistungsgründen“. Im Bus Richtung Mattersburg blieb gestern der Platz von Harrer frei. Der Mittelfeldspieler schaffte erneut nicht die Qualifikation für den Wacker-Kader. Dafür war Michael Schimpelsberger wieder mit von der Partie. Ebenfalls nicht gut genug für den FCW-Auftritt im Burgenland waren für Trainer Thomas Grumser zwei weitere arrivierte Wacker-Profis. Daniele Gabriele, vor einer Woche noch Torschütze bei der 1:3-Heimniederlage gegen die Admir­a, musst­e in Innsbruck bleiben. Und auch Ilkay Durmus fehlte ebenso im Wacker-­Kader wie Johannes Handl (Sprunggelenksverletzung), Robert Peric (Riss der Beugesehne im Knie), Rakowitz (Knochenmarks­ödem), Flo Buchacher und Lukas Hupfauf (beide rekonvaleszen­t). (w.m.)