Letztes Update am Mo, 22.04.2019 10:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Sturms Geduldsfaden wird kürzer: „Bitterböse auf die Mannschaft“

Während die Grazer dem aus der Hand gegebenen Sieg nachtrauerten, nimmt der WAC nach dem 2:1-Coup Platz drei und die Europa League ins Visier.

Zum Verstecken: Sturm Graz und Lukas Grozurek kommen in der Meistergruppe weiter nicht in Schwung.

© APAZum Verstecken: Sturm Graz und Lukas Grozurek kommen in der Meistergruppe weiter nicht in Schwung.



Graz – Sturm Graz wurschtelt sich weiter durchs Bundesliga-Frühjahr. Der doch noch geglückte Einzug in die Meistergruppe hat die Steirer kaum beflügelt, drei der vier folgenden Spiele wurden verloren. Während Trainer Roman Mählich nach dem Heim-1:2 gegen den WAC weiter um Geduld warb, scheint sie Sportchef Günter Kreissl langsam zu verlieren. Die Wolfsberger wittern hingegen bereits den großen Wurf.

„Wir wollen den dritten Platz ins Lavanttal holen“, verlautete Trainer Christian Ilzer, nachdem seine Mannschaft einen 0:1-Pausenrückstand noch zum Sieg gedreht hatte. Und damit weiter auf Platz drei steht, der bei einem Cupsieg Salzburgs die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase bedeuten würde. Mittelfeld-Mann Mario Leitgeb jubelte deshalb über „drei ‚Big Points‘“ und ließ fast entschuldigend wissen: „Wir gehen als verdienter Sieger vom Platz.“ Dabei besteht dafür laut Siegtorschütze Michael Liendl kein Anlass. „Wir stehen zurecht dort, wo wir jetzt stehen. Das ist ein Europacupplatz.“

Mählich: „Schwieriger und langer Weg“

Bei Sturm hingegen klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit weiter eine riesengroße Lücke. „Wir können es besser, aber vielleicht noch nicht so gut, wie es vielleicht Sturm Graz entsprechen würde“, meinte Mählich, dessen Mannschaft keine spielerischen Fortschritte erkennen lässt. Der Trainer ortete selbst einen regelrechten Rattenschwanz an Problemen: Im „Herausspielen von Chancen“, „Ordnung und Sicherheit“, „Kreativität“, „dem letzten Pass beziehungsweise einer guten Flanke“. Angesichts der Großbaustelle prophezeite er: „Es wird ein schwieriger, ein langer Weg für uns, dorthin zu kommen, wo wir hinwollen.“

Dabei begnügte sich der Cupsieger und Vizemeister der abgelaufenen Saison vor heimischer Kulisse erneut damit, mit großem Sicherheitsdenken zuallererst dem Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies gelang auch lange Zeit, doch nachdem Ilzer zur zweiten Hälfte mit Kevin Friesenbichler einen zusätzlichen Stürmer brachte, begann die Sturm-Hintermannschaft zu bröckeln. „Wir haben das Spiel komplett aus der Hand gegeben und sind nur noch im Kreis gelaufen. Es hat uns an der Zweikampfstärke gefehlt“, sagte Stefan Hierländer, der die Steirer zuvor plangemäß per Elfmeter in Führung geschossen hatte.

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Kreissl: „Der Roman ist ein armer Hund“

Die Worte von Sport-Geschäftsführer Kreissl fielen deftig aus. „Ich bin bitterböse auf die Mannschaft. Wir haben in den letzten Monaten der Mannschaft Ruhe gegeben, aber es kommt nichts zurück. Langsam verliere ich auch die Geduld“, sagte Kreissl und kündigte Gespräche mit der Mannschaft an. „Wenn man Heimspiele gegen St. Pölten und WAC verliert, wird es ungemütlich.“ Kritik an Mählich wurde ausgespart. „Der Roman ist ein armer Hund.“

Auf den begehrten dritten Platz fehlen Sturm mittlerweile vier Punkte. Es gäbe, so Mählich, nur „eine Alternative: Weitertrainieren und es beim nächsten Mal besser machen. An der Einstellung liegt es nicht.“ Die nächste Gelegenheit hat seine Truppe bereits am Mittwoch im Auswärtsspiel beim LASK. (APA)