Letztes Update am Sa, 27.04.2019 14:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM 2022

FIFA diskutiert WM-Erweiterung mit Menschenrechts-Organisationen

Der Fußball-Weltverband will eine Einschätzung, welche Risiken und Chancen für die Menschenrechte eine Aufstockung auf 48 Mannschaften bringen würde.

FIFA-Boss Gianni Infantino hält an seinen Plänen für eine WM-Aufstockung auf 48 Teams fest.

© gepaFIFA-Boss Gianni Infantino hält an seinen Plänen für eine WM-Aufstockung auf 48 Teams fest.



Zürich – Der Weltverband FIFA will auch Menschenrechtler von den Plänen für eine Erweiterung der Fußball-WM 2022 in Katar überzeugen. FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura habe in einem Schreiben an Amnesty International und andere Organisationen zu Gesprächen für die kommenden Wochen eingeladen, berichtete die Nachrichtenagentur AP am Samstag. „Dieser Prozess beinhaltet auch die Einschätzung von Risiken und potenziellen Chancen für die Menschenrechte, die eine mögliche Erweiterung mit sich bringt“, heißt es demnach in Samouras Brief.

FIFA-Präsident Gianni Infantino wirbt mit Nachdruck um ein von 32 auf 48 Mannschaften erweitertes Teilnehmerfeld für das Turnier in Katar. Dies würde aber auch bedeuten, dass wegen der zusätzlichen WM-Spiele mindestens ein weiteres Gastgeberland gefunden werden müsste. Katar allein könnte eine erweiterte WM nicht ausrichten.

Wegen der diplomatischen Krise in der Golf-Region kämen derzeit nur Kuwait und Oman als Co-Gastgeber infrage. Oman hat bereits signalisiert, kein Interesse zu haben. Die endgültige Entscheidung über das Format der WM trifft der FIFA-Kongress am 5. Juni in Paris.

In der Vergangenheit hatten mehrfach Berichte über die Ausbeutung von ausländischen Arbeitern und andere Menschenrechtsverletzungen in Katar international für Schlagzeilen gesorgt. UN-Experten und Menschenrechtler sahen hier zuletzt zwar Fortschritte, mahnten aber zugleich weitere Reformen an. Auch ein Co-Gastgeber für die WM müsste Anforderungen an Menschenrechte erfüllen. (dpa)