Letztes Update am So, 28.04.2019 19:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

LASK verschob mit 3:2 bei Sturm Salzburger Meisterfeier

Die „Bullen“ verloren beim WAC mit 1:2. Der Wiener Austria gelang ein glücklicher Sieg bei St. Pölten und meldete sich damit im Kampf um einen Europacup-Platz zurück.

Diadie Samassekou (RBS) gegen Kevin Friesenbichler (WAC)  - ein Duell mit dem besseren Ende für den Kärntner.

© APADiadie Samassekou (RBS) gegen Kevin Friesenbichler (WAC) - ein Duell mit dem besseren Ende für den Kärntner.



WAC – Salzburg 2:1

Salzburg muss seine Meisterfeier zumindest noch um einige Stunden verschieben. Zum Auftakt des 5. Spieltags der Meisterrunde der Fußball-Bundesliga mussten sich die „Bullen“ am Sonntag beim WAC mit 1:2 (0:1) geschlagen geben und damit auf eine Niederlage des LASK bei Sturm Graz (ab 17.00 Uhr) hoffen, um vorzeitig als Champion festzustehen.

Wolfsberg schraubte sich mit einer starken Leistung und dank der Treffer von Kevin Friesenbichler (35.) und Marcel Ritzmaier (72.) auf Platz drei vor, hatte zumindest vorläufig nur noch drei Punkte Rückstand auf den LASK. Salzburg kassierte drei Tage vor dem Cupfinale gegen Rapid trotz des Ausgleichs von Fredrik Gulbrandsen (67.) zum erst zweiten Mal in der laufenden Ligasaison eine Niederlage.

Von Salzburg ging an diesem Nachmittag von Beginn an relativ wenig Gefahr aus. Der herauseilende Alexander Kofler musste in der 6. Minute gegen Patson Daka klären, hatte ansonsten vor der Pause aber nur wenig zu tun. Denn die Hausherren fanden immer besser ins Spiel, deuteten ihre Gefahr mit schnellen Aktionen mehrmals an und kamen durch einen Köpfler Mario Leitgebs zur ersten Topchance (31.). Wenig später war es dann soweit: Nach einem weiten Pass Mario Sollbauers kam der Ball über Michael Liendl und Sekou Koita zu Friesenbichler, der gefühlvoll zu seinem ersten Tor im WAC-Dress einschoss.

Noch vor der Pause hätten Leitgeb, dessen Schuss nur knapp über die Latte strich (37.) und Friesenbichler, der solo an Stankovic scheiterte (39.), verdientermaßen nachlegen können, es blieb vorerst aber bei der 1:0-Führung. Die Hausherren setzten nach Wiederbeginn nahtlos fort, hatten aber schlicht kein Glück im Abschluss. Die entfesselnd aufspielende Salzburg-Leihgabe Koita konnte nach herrlichem Solodribbling und Doppelpass erst Stankovic nicht knacken (54.), dann segelte ein abgefälschter Leitgeb-Schuss über das Tor (55.). Schließlich prallte Christopher Wernitznigs Weitschuss von der Latte zurück (56.).

Dass auch Koita seinen Weitschuss (Stankovic hielt, 65.) nicht im Tor unterbrachte, sollte sich kurz danach rächen. Salzburg, das spätestens mit der doppelten Einwechslung von Gulbrandsen und Schlager die Schlagzahl sowohl defensiv als auch offensiv erhöht hatte, kam nach schnellem Konter durch den Norweger zum Ausgleich und schien die Wende geschafft zu haben. Doch der WAC schlug kurz darauf durch Ritzmaier zurück: Nach einem Freistoß klärte Salzburgs Defensive unzureichend, der ehemalige Niederlande-Legionär schoss von der Strafraumgrenze zum 2:1 ein. Auch für Ritzmaier war es das erste Tor für die Kärntner.

Salzburg bemühte sich in der letzten Viertelstunde durchaus um den Ausgleich, hatte außer einem Lattenschuss von Gulbrandsen (76.) aber keine ernstzunehmende Möglichkeit mehr.

Sturm – LASK 2:3

Der LASK hat am Sonntagabend die vorzeitige Salzburg-Meisterfeier in der Fußball-Bundesliga verhindert. Die Oberösterreicher feierten in Graz gegen Sturm einen 3:2-(1:2)-Sieg und verkürzten vier Runden vor Ende der Meistergruppe den Rückstand auf den Titelverteidiger auf neun Punkte.

Die Linzer Athletiker drehten mit einem Doppelschlag durch Peter Michorl nach schwerem Patzer von Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl (64.) und Thomas Goiginger (68.) die Partie. Philipp Wiesinger hatte die Oberösterreicher vor 9.200 Zuschauern vorangebracht (22.), dank perfekter Effizienz in der ersten Halbzeit war Sturm aber mit einer Führung in die Pause gegangen. Stefan Hierländer erzielte mit einem herrlichen Weitschuss den Ausgleich (30.), Markus Pink sorgte für das 2:1 (45.).

Mit dem ersten Sieg nach zuletzt vier sieglosen Ligaspielen wahrte der LASK auch seinen Vorsprung im Kampf um den Vizemeister, der einen Platz in der Champions-League-Qualifikation bringt. Die Linzer (31 Punkte) gehen mit sechs Punkten Vorsprung auf den WAC (25) in das direkte Duell am kommenden Sonntag in Pasching. Sturm, in der Meistergruppe noch ohne Punkt vor heimischen Fans, vergab die Chance auf den Anschluss an das Duo.

LASK-Trainer Oliver Glasner nahm gegenüber der 1:2-Heimniederlage zu Wochenmitte zwei Änderungen vor, und die Neuen traten gleich auch in Erscheinung. Samuel Tetteh hatte per Kopf die Riesenchance zur frühen Führung (2.), Wiesinger machte es mit Glück in der 22. Minute besser. Nach einem Eckball sprang der Ball vom Knie des Verteidigers ins Tor.

Mit einem Gewaltschuss kamen die Grazer aber schnell zurück ins Spiel. Nach einem Jantscher-Vorstoß kam Hierländer aus 24 Metern zum Schuss und traf halbvolley. Die Elf von Roman Mählich hatte danach das Spiel im Griff und verwertete auch die zweite Chance. Nach Kopfball-Vorlage von Hierländer schloss Pink souverän ab.

Nach der Pause änderte sich das Bild. Der LASK kam mit viel Elan aus der Kabine und drängte auf den Ausgleich. Der gelang unter kräftiger Mithilfe von Siebenhandl. Dem Sturm-Torhüter rutschte ein Schuss von Michorl aus 30 m mitten auf das Tor über die Hände. Vier Minuten später traf Goiginger ins lange Eck. Tetteh hätte beinahe alles klar gemacht, sein Schuss landete aber nur an der Stange (71.).

Sturm dagegen war ohne den verletzt ausgeschiedenen Otar Kiteishvili (57.) zu passiv und konnte erst in den Schlussminuten Druck erzeugen. Doch die Abwehr der Gäste stand sicher, womit der LASK den ersten Sieg im April feiern konnte.

St. Pölten – Austria 1:2

Die Wiener Austria hat in der Fußball-Bundesliga mit einem Last-Minute-Sieg den Abwärtstrend zumindest vorübergehend gestoppt. Die Violetten feierten am Sonntag mit einem 2:1 (0:1) in St. Pölten den ersten Sieg in der Meistergruppe. Die Austria löste damit die Niederösterreicher auf Rang fünf ab und meldete sich im Kampf um einen Europacup-Platz zurück.

In seinem siebenten Spiel als Austria-Trainer durfte sich Robert Ibertsberger dank eines Treffers von Alon Turgeman in der 94. Minute erstmals über einen Sieg freuen. Der von einer Gelbsperre zurückgekehrte Kapitän Alexander Grünwald hatte davor in der 55. Minute die Führung der Heimischen durch einen Handelfmeter von Rene Gartler (28.) ausgeglichen.

Beide Mannschaften waren mit jeweils nur einem Sieg aus zehn Spielen in die Partie gegangen. Entsprechendes wurde zunächst auf dem Rasen geboten, die 4.000 Zuschauer erlebten in der ersten Hälfte ein Spiel auf sehr bescheidenem Niveau. Die Austria war bemüht, das Spiel zu machen, die Verunsicherung ließ sich aber nicht leugnen. Christoph Monschein (11.) und Christian Schoissengeyr (13.) vergaben Chancen auf die Führung, unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf Schoissengeyr nach Fehler von Torhüter Christoph Riegler die Stange.

St. Pölten kam vor dem Wechsel nur einmal in den Strafraum - und gleich zum Führungstor. Florian Klein wurde bei einem Schuss aus kurzer Distanz an der Hand getroffen, Gartler trat an und ließ Ivan Lucic keine Chance. Der 24-Jährige hatte von Ibertsberger im Tor den Vorzug gegenüber Patrick Pentz erhalten und kam fast genau fünf Jahre nach seinem Debüt für Ried zu seinem zweiten Bundesliga-Einsatz.

In der 55. durften aber auch die Austrianer jubeln. Der von einer Gelbsperre zurückgekehrte Kapitän Grünwald profitierte bei einer Flanke von einer Fehleinschätzung von Torhüter Riegler und musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie schieben.

Das Spiel wurde danach lebhafter. Nun konnte auch Lucic sein Können zeigen, auf der Gegenseite scheiterte Schoissengeyr neuerlich per Kopf. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem Foul von Manuel Haas an Michael Madl trat Turgeman zum Elfmeter an - und scheiterte an Riegler. Die Austria blieb aber im Ballbesitz, über Klein kam der Ball neuerlich zu Turgeman und sprang vom Israeli über die Linie.

Für die Austria war es der erste Sieg in der NV Arena seit Juli 2016