Letztes Update am Mo, 29.04.2019 07:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball

Kuriosum in England: Leeds United schenkte Aston Villa Tor

Der Trainer von Leeds United forderte sein Team auf, dem Gegner ein Tor zu schenken. Ein Kuriosum – das möglicherweise ein Nachspiel haben wird.

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Leeds — Am vorletzten Spieltag ist es in Englands zweiter Fußballliga zu einem kuriosen Vorfall gekommen, der womöglich ein Nachspiel hat. Beim Stand von 1:0 zwischen Leeds United und Aston Villa forderte Leeds-Coach Marcelo Bielsa sein Team am Sonntag auf, dem Gegner ein Tor zu schenken. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der Trainer „Gebt das Tor" rief.

Seine Spieler blieben daraufhin fast regungslos stehen, während Villa den Ausgleich erzielte. Vorausgegangen war eine unsportliche Aktion: Villa-Profi Jonathan Kodjia lag nach einem Foul verletzt am Boden. Die Gäste forderten eine Unterbrechung, doch Leeds spielte weiter, und Mateusz Klich schoss das Tor für den Tabellendritten. Es folgten wütende Proteste der Villa-Profis, Handgreiflichkeiten zwischen Spielern beider Teams und eine Rote Karte für Villa. Auch in der Coachingzone wurde heftig diskutiert, bis Bielsa die ungewöhnliche Anweisung gab. Begleitet von einem Pfeifkonzert der Zuschauer an der Elland Road und minimaler Gegenwehr von Leeds' Pontus Jansson traf Albert Adomah zum 1:1.

„Der englische Fußball ist weltweit bekannt für seine Fairness", erklärte Bielsa nach dem Spiel nur knapp. „Ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte." Aston Villas Coach Dean Smith lobte den Argentinier. „Ich hab ihm geraten, dass es richtig wäre, das zu tun, und er hat zugestimmt", sagte Smith. „Am Ende haben sich alle die Hände geschüttelt, weil die Sportlichkeit sich durchgesetzt hat."

Ob der englische Fußballverband das auch so sieht, bleibt abzuwarten. Durch das Remis wurde der Aufstieg von Sheffield United in die Premier League endgültig besiegelt. Leeds United und Aston Villa sind für die Championship-Play-offs qualifiziert, in denen der dritte Aufsteiger ermittelt wird, und könnten sich dort erneut begegnen. (APA/dpa)