Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


2. Liga

Wattens muss nach Derby-Pleite seine Wunden lecken

Nach der Derby-Niederlage bei Wacker II und dem Verlust der Tabellenführung in der 2. Liga herrscht bei der WSG Wattens viel Aufholbedarf.

Die Wattener rund um Derby-Torschütze Flo Toplitsch müssen vor den letzten sechs Zweitliga-Runden einen kräftigen Schluck nehmen.

© gepaDie Wattener rund um Derby-Torschütze Flo Toplitsch müssen vor den letzten sechs Zweitliga-Runden einen kräftigen Schluck nehmen.



Von Alex Gruber

Wattens – „Ein Unglück kommt selten alleine“, kommentierte Wattens-Sportmanager Stefan Köck die Tatsache, dass nach der 2:3-Niederlage bei den Wacker-Fohlen und dem Verlust der Tabellenführung in Liga zwei die Zeichen bei Kreativspieler Clemens Walch auf eine schwerere Muskelverletzung hindeuten. Zumal der 31-jährige Routinier die aktuellen Schmerzen mit seiner langen Verletzungshistorie ziemlich gut deuten kann.

„Man kann jetzt über viel diskutieren. Ob wir in der sportlichen Führung Fehler gemacht haben? Ob die Spieler Fehler gemacht haben? Oder ob es der Druck ist, der uns im Frühjahr lähmt?“, stellte Köck fragend in den Raum. Mit dem mangelnden Selbstvertrauen gehe in jedem Fall die Kreativität verloren.

Dabei, so räumte der 43-Jährige ein, habe man im Tivoli „sehr viele gute Chancen“ vorgefunden, das Momentum habe aber für das schwarzgrüne Zweierteam ausgeschlagen.

Dass man in der Rückrunde und mit Titelanspruch nicht das geliefert hat, was es braucht, weist Köck dennoch in keinem Augenblick von der Hand: „Die Tabelle lügt in diesem Fall nicht.“ Bei zwei Punkten Rückstand auf Ried stehen noch sechs Runden aus, um die Innviertler doch noch abfangen zu können: „Ich glaube, dass keines der beiden Teams alle Spiele gewinnen wird. Aber natürlich ist bei ihnen augenblicklich alles super und bei uns soll alles schlecht sein. So gesehen spricht die Tendenz gegen uns“, hält er fest. Süffisanter Nachsatz vor dem Pflicht-Heimsieg gegen die Young Vio­lets am kommenden Freitag: „Wir werden unser Ziel nicht ändern. Und in Wattens wird weiter Fußball gespielt.“

Wie schnell gute Sachen im Fußball in Vergessenheit gerieten, führte für Köck auch das Schicksal von Markus Anfang an – der Ex-Kollege musste in Köln nach vier sieglosen Partien auf Platz eins als Trainer vorzeitig weichen. In Österreichs zweiter Liga ist Fakt, dass Wattens auf Schützenhilfe angewiesen ist.