Letztes Update am So, 05.05.2019 10:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Drei Verdächtige im Abstiegskrimi: Hartberg hat „ausgeträumt“

Nach der 29. Runde schein klar zu sein, dass der Absteiger aus dem Trio Admira, Hartberg und Innsbruck kommt. Die drei Schlussrunden haben es mit zwei direkten Duellen in sich.

Pure Erleichterung bei den Wacker-Kickern nach dem Schlusspiff gegen Hartberg.

© gepaPure Erleichterung bei den Wacker-Kickern nach dem Schlusspiff gegen Hartberg.



Innsbruck/Maria Enzersdorf – Wacker Innsbruck verspürt in der Fußball-Bundesliga Aufwind im Kampf gegen den Abstieg. Wie zuletzt nach der 23. Runde ist nicht Wacker Schlusslicht, sondern der TSV Hartberg, der am Samstag im Tivoli-Stadion 0:1 unterlag. Relativ klar scheint nach der 29. Runde, dass der Absteiger aus dem Trio Admira, Hartberg und Innsbruck kommt. Die drei Schlussrunden haben es mit zwei direkten Duellen in sich.

„Das war natürlich wichtig für uns“, meinte Wacker-Coach Thomas Grumser nach dem zweiten Sieg in Folge, für den Matthias Maak (28.) als Torschütze verantwortlich zeichnete. „Wir haben es im Tivoli noch nicht so geschafft, wie wir uns das alle vorstellen. Auswärts waren die Leistungen gut.“ Bis zum Samstag hatte es fünf Niederlagen vor eigenem Publikum gegeben. Das harte Stück Arbeit gegen die Oststeirer war der erste Heimsieg seit einem 1:0 gegen Altach am 10. November. „Wir haben heute den positiven Trend fortgeführt, aber wir wissen ganz genau, dass noch drei schwierige Spiele auf uns warten.“

Hartberg wird bei Punktegleichheit zurückgereiht

Die schlechtesten Karten hat auf dem Papier Hartberg, das nun mit 16 Punkten Letzter ist. Wacker Innsbruck hat 17 Punkte auf dem Konto, die Admira ist mit 18 Zählern Vierter in der Qualifikationsgruppe. Wenn Hartberg am Ende gleich viele Punkte wie einer zwei der Konkurrenten gesammelt hätte, würden die Steirer zurückgereiht. Denn bei der Teilung der Liga wurden die Punktestände von Admira und Wacker Innsbruck abgerundet.

Für Hartberg ist der Absturz ans Tabellenende besonders bitter. Mitte November lag die Mannschaft von Markus Schopp noch auf dem fünften Platz, dann ging es sukzessive abwärts. „Die Träumer, die vor einigen Wochen und Monaten geglaubt haben, das ist alles in trockenen Tüchern - das ist ganz einfach nicht so eingetreten, was mir auch klar war“, erklärte Schopp im Sky-Interview.

Admira belohnte sich nicht

Hartberg müsse mit bescheidenen Mitteln das Auskommen finden, lange Zeit habe man über den eigentlichen Möglichkeiten gelebt. „Wir haben das Glück gehabt, über sehr, sehr viele Wochen keine Sperren zu haben, keine Verletzten zu haben - mit der Ausnahme von Peter Tschernegg. Aber das sind alles Dinge, die am Ende nichts zählen, wenn du nachher nicht dorthin kommst, wo du hinkommen möchtest.“ Hartberg hat von den jüngsten 15 Bundesliga-Partien nur eine gewonnen, 17 Spiele in Folge fingen sich die Steirer immer mindestens ein Gegentor ein.

Nun hat Hartberg noch zwei Heimspiele vor der Brust, zunächst in der 30. Runde gegen Mattersburg. Anschließend geht es nach Altach, ehe in der letzten Runde am 25. Mai ein mögliches Finale um den Klassenerhalt gegen die Admira wartet. „Unser Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Wir haben jetzt drei Endspiele und wollen ganz einfach alles dafür unternehmen, dass wir unser Ziel doch erreichen“, machte Schopp deutlich.

Die Admira belohnte sich gegen Rapid für eine verrückte Aufholjagd nicht und ging in der Südstadt schließlich als 3:4-Verlierer vom Platz. Die vor der Pause völlig enttäuschenden, mutlosen Hausherren, die zwischen der 37. und 42. Minute mit 0:3 in Rückstand geraten waren, nahmen nach Seitenwechsel „das Herz in die Hand“ und kamen dank Sasa Kaljdzic (53.), Marcus Maier (59.) und Milos Spasic (61.) sogar zum Ausgleich, ehe der Ex-Admiraner Christopher Dibon (67.) Rapid zum Erfolg schoss.

Grumser will „Fokus hochhalten“

Goalie Andreas Leitner zeigte sich nach dem dritten Spiel ohne Sieg en suite dennoch optimistisch, die Klasse zu halten. „Wir haben es noch in eigener Hand, ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden“, sagte Leitner. Die wilden 90 Minuten davor beschrieb er als „extrem, eine totale Achterbahnfahrt der Gefühle“. Für die Admira gibt es sogar zwei Spiele gegen direkte Gegner, empfangen die Niederösterreicher doch eine Woche vor dem möglicherweise alles entscheidenden Match in Hartberg Innsbruck. In der kommenden Runde wartet Altach.

Die wahrscheinlich kniffligste Auslosung hat aber Innsbruck. Denn in der nächsten Woche gastieren die Tiroler bei Rapid, dann kommt es zum besagten Duell gegen die Admira in der Südstadt. In der 32. Runde empfangen die Schwarz-Grünen Mattersburg. „Fokus hochhalten drei Wochen noch, und bis zuletzt 100 Prozent“, gab Grumser die Parole aus. (APA)