Letztes Update am Mo, 06.05.2019 16:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Wacker-Abwehrchef Maak als Rettungsanker im Abstiegsstrudel

Land in Sicht – nach dem 1:0-Heimsieg im Kellerderby gegen Hartberg hat der FC Wacker Innsbruck im spannenden Bundesliga-Abstiegspoker nicht mehr das schlechteste Blatt. Die Admira ist wieder mit im Boot.

Wette in der Kabine eingelöst – FCW-Athletiktrainer Elias Braunhofer war seinen Skalp los und Siegtorschütze Matthias Maak schmückte sich mit fremden Federn.

© gepa, FCWWette in der Kabine eingelöst – FCW-Athletiktrainer Elias Braunhofer war seinen Skalp los und Siegtorschütze Matthias Maak schmückte sich mit fremden Federn.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Wette nicht mit Matthias Maak, wenn es um Haare geht – das wird sich Elias Braunhofer für die Zukunft merken. Denn die Torwette gegen den Abwehrchef, der Moser Medical – ein auf Haartransplantationen spezialisiertes Unternehmen – als Einzelsponsor auf der Brust trägt, verlor der FCW-Athletiktrainer beim Kellerderby gegen Hartberg und wurde gleich nach dem Spiel in der Kabine glattgeschoren. Die Mähne war weg, dafür hatte der FC Wacker drei lebenswichtige Punkte eingefahren und darf im nervenaufreibenden Abstiegskampf einmal kurz durchatmen.

Der 1:0-Sieg im Tivoli war ein Rettungsanker im gefährlichen Abstiegsstrudel, in dem neben dem neuen Schlusslicht Hartberg und dem Vorletzten FC Wacker auch noch die Admira ums sportliche Überleben kämpft. „Mit den zwei Siegen gegen Altach und Hartberg haben wir Moral bewiesen und positive Energie getankt“, meinte Siegtorschütze Maak.

„Kurz freuen und dann volle Konzentration auf die letzten der Runden. Nicht lange rechnen, einfach auf uns selbst schauen“, waren sich die Wacker-Kicker nach dem Kraftakt gegen Hartberg einig. Denn das Restprogramm hat es in sich – gegen Rapid, die Admira und Mattersburg gab es bisher nur Nackenschläge. In den bisherigen neun Saisonspielen setzte es gegen dieses Trio bei einem Torverhältnis von 5:20 ausnahmslos Niederlagen.

Egal, das Momentum spricht für die Tiroler. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur gut spielen, sondern auch gewinnen können“, meinte Matthäus Taferner, der die Marschrichtung zum Klassenerhalt präzisiert: „Weiter punkten und Hartberg hinter uns lassen, dann haben wir alles richtig gemacht.“ Der 18-Jährige, der seine offensive Aufgabe zwischen den Linien ebenso unbekümmert wie gefährlich für den Gegner löst, ist die Entdeckung der letzten Wochen. „Ein spannender Spieler, der schon sehr weit für sein Alter ist und auch gescheit genug ist, das auch richtig einzuordnen“, so Coach Thomas Grumser über den schwarzgrünen Rohdiamanten, der weiter in Tirol geschliffen werden soll. Der bis 2020 laufende Vertrag soll vorzeitig verlängert werden. Aber das ist Zukunftsmusik, gegenwärtig geht es um das sportliche Überleben des Traditionsklubs.

„Die Karten im Abstiegspoker sind besser geworden, weil wir auf uns schauen und es aus eigener Kraft schaffen können. Aber das kann sich wöchentlich ändern“, weiß Grumser, dass man den Sieg im Kellerderby schnell abhaken muss: „Wir freuen uns kurz, erholen uns und ab morgen beginnt die Vorbereitung für das schwierige Auswärtsspiel bei Rapid.“