Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 24.05.2019


2. Deutsche Liga

Tiroler Torjäger Lukas Hinterseer beim HSV gelandet

Nach dem Medizincheck ist die Sache in trockenen Tüchern. Tirols Torjäger Lukas Hinterseer soll die nächsten drei Jahre für den HSV bomben.

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© imago images / Laci Perenyi



Von Alex Gruber

Innsbruck, Hamburg — Was seit Wochen mehr als nur ein heißes Gerücht ist, scheint seit am Donnerstag mehr als nur beschlossene Sache — Ex-Wackerianer Lukas Hinterseer heuert in der zweiten deutschen Liga beim Hamburger SV an. Der 28-jährige Kitzbühler absolvierte beim deutschen Traditionsklub am gestrigen Tag den obligatorischen Medizincheck. Am späten Nachmittag vermeldete die Bild-Zeitung dann online auch einen Vollzug, der einen Kontrakt über drei Jahre mit einem kolportierten Jahresgehalt von einer Million Euro beinhalten soll. Damit wäre der ablösefreie Ex-Wackerianer im Gegensatz zu Pierre-Michel Lassoga, der den Klub verlassen wird, immer noch ein Schnäppchen als Mittelstürmer Nummer eins.

Nach Ingolstadt — den Klub aus der Audi-Metropole schoss Hinterseer in die deutsche Bundesliga (neun Tore dort) hoch — steigerte der zwölffache ÖFB-Teamstürmer seinen Wert in den vergangenen beiden Jahren beim VfL Bochum um ein Vielfaches. 35 Pflichtspiel-Treffer in 65 Partien, 18 Tore davon alleine in dieser Zweitliga-Saison, sind ein Referenzwert, der selbst die Hanseaten mehr als nur hellhörig werden ließ. Hinterseer scheint für Liga zwei, in der er auch vorletzte Saison gleich 14-mal für die Bochumer traf, wie geschaffen. Eine Quote, von der offenbar nur ÖFB-Teamchef Franco Foda trotz Problemen an vorderster Front keine rotweißrote Notiz nehmen wollte.

Die Bild-Headline „Hinterseer besser und billiger als Lasogga" stellte sich ebenso zur Begrüßung beim HSV-Transfer ein wie ein Lob, das Trainerlegende Peter Neururer verteilte: „Lukas hat einen enormen Torriecher, er ist ein echter Gewinn für den HSV."

Längst vergessen sind die Jahre der Wanderschaft, die den jungen Lukas H. vor seinem Durchbruch beim FC Wacker auch über harte österreichische Zweitliga-Holzbänke beim FC Lustenau und der Vienna führten. Da ist der HSV trotz aller Probleme im Weltfußball eine ganz andere Adresse.