Letztes Update am Do, 23.05.2019 16:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Keine Belohnung für die Admira: Wacker hat nur sich selbst im Kopf

Der FC Wacker braucht in der letzten Bundesliga-Runde einen Heimsieg gegen Mattersburg und Schützenhilfe der Admira. Für viele Kicker geht es auch um die persönliche Zukunft.

Augen zu und durch: Bryan Henning und der FC Wacker brauchen gegen Mattersburg unbedingt einen Sieg.

© gepaAugen zu und durch: Bryan Henning und der FC Wacker brauchen gegen Mattersburg unbedingt einen Sieg.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — Jeder ist sich selbst der Nächste, erst recht im Abstiegskampf. Aber wenn man es so wie der FC Wacker nach einer enttäuschenden Saison im letzten Spiel nicht mehr selbst in der Hand hat, kommen wohl oder übel andere ins Spiel. „Nein", antwortet Alfred Hörtnagl entschlossen auf die Frage, ob es von Seiten der Tiroler irgendeinen „Ansporn" für die Admira gibt: „Erstens darf man das meines Wissens ja nicht, zweitens war es für uns auch kein Thema und drittens bin ich überzeugt, dass die Admira am Samstag noch einmal alles herauspressen wird."

Außerdem weist Wackers Sportchef darauf hin, dass der Fokus voll darauf liege, die eigenen Hausaufgaben so zu erledigen, dass es reiche, wenn Hartberg patzt. „Daher schauen wir in diesen Tagen weder nach rechts noch nach links, sondern nur auf uns, damit zum Abschluss noch ein Sieg herausschaut." Womit die Tiroler voll ausgelastet sind. Was im Verlauf der bisher absolvierten 31 Runden nicht gelang, soll mit einem Kraftakt zum Abschluss doch noch realisiert werden. „Die Chance lebt ja noch und das zählt. Es kann am Samstag gegen Mattersburg ein Legendenspiel werden, an das man sich Jahre danach noch erinnert", setzt Hörtnagl voll auf „positive Energie".

Dass die Admira nach dem fixierten Klassenerhalt mit dem Partybus in die Steiermark reist und die Mattersburger im Tivoli eventuell mit einer B-Mannschaft aufkreuzen, weil am Dienstag im Hütteldorfer Allianz-Stadion das Play-off-Spiel gegen Rapid vor der Tür steht, erhöht den Spekulationsfaktor im ohnehin schon aufgewühlten Abstiegsstrudel. Wenn man schon machtlos dem Treiben in der Hartberger Profertil-Arena ausgeliefert ist, so will man aus Tiroler Sicht alles dafür tun, die finale Pflichtaufgabe zu erfüllen.

Die Zukunftsfragen müssen nach dem Liga-Entscheid beantwortet werden. Was ohnehin interessant wird, egal, wohin die schwarz-grüne Reise geht. Um für das letzte Heimspiel einen entsprechenden Rahmen zu schaffen, wird eine Fan-Aktion gestartet. Freien Eintritt wie vor vier Jahren im Abstiegsfinale der zweiten Liga gegen Horn wird es zwar nicht geben, aber mit dem Erwerb einer Karte kann eine weitere Person kostenlos ins Tivoli. Die „Eins-plus-eins"-Aktion gilt für alle Sektoren. Außerdem haben Nachwuchsmannschaften Tiroler Vereine inklusive zweier Begleiter freien Eintritt. Auch alle Fußballer, Trainer, Betreuer und Funktionäre von Tiroler Fußballvereinen, die am Spieltag mit dem Trainingsanzug ihres Vereins auftauchen, haben Gratis-Eintritt. (Anmeldung jeweils unter alexander.zorzi@wackerinnsbruck.at)

V wie Vertragslage: Die prekäre Lage mit noch viel zu vielen Fragezeichen erstickte beim FC Wacker zahlreiche anstehende Vertragspoker im Keim. Fakt ist, dass im Profikader zwölf Kontrakte (Knett, Hankic, Wedl, Maak, Klem, Buchacher, Schimpelsberger, Kerschbaum, Harrer, Freitag, Rakowitz und Dedic) auslaufen, Manuel Maranda sich ab Sonntag auf den Sprung nach England zum FC Barnsley vorbereitet sowie die Leihspieler Sascha Horvath (Dynamo Dresden) und Muhammed Kiprit (Hertha BSC Berlin) zurück zu ihren Arbeitgebern müssen. Wer, wenn überhaupt und zu welchen Konditionen in welcher Liga ab Sommer 2019 das Wacker-Dress überstreift, wird sich erst in den Tagen und Wochen nach Ende des Abstiegskrimis weisen. Wenn zuvor alle Fragezeichen endgültig aus dem Weg geräumt wurden.