Letztes Update am Do, 23.05.2019 14:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2. Liga

Verschwörungstheorien um Wattens: „Entspricht nicht der Wahrheit“

Die WSG Wattens muss im Zweitliga-Finish siegen und im Titelfernduell gegen Ried womöglich auch auf fremde Hilfe bauen. Wer entscheidet die „Verfolgungsjagd“?

Kann die WSG Wattens (Svoboda/r.) die SV Ried im Saisonfinish noch abfangen?

© gepaKann die WSG Wattens (Svoboda/r.) die SV Ried im Saisonfinish noch abfangen?



Von Alex Gruber

Wattens – Ein vertraulicher Anruf aus Oberösterreich – und vielleicht auch nur einer, um zusätzliches Feuer zu legen: Die SV Ried soll sich im Titelkampf darüber Sorgen machen, dass die punktegleiche WSG Wattens möglicherweise den kommenden Gegner Austria Klagenfurt „subventioniert“.

„So etwas entspricht absolut nicht der Wahrheit. Das kann ich aus meiner Sicht auf meine eigenen Kinder schwören“, stellt WSG-Sportmanager Stefan Köck ganz klar fest: „Wir haben ganz klar genug mit unseren eigenen Geschichten zu tun. Und da wird es schwer genug, am Freitag in Liefering zu gewinnen“, notiert Köck. Die aufkeimenden Gerüchte kommentiert der Ex-Profi, den stets eine korrekte Arbeitsauffassung begleitet, als Teil des Spiels: „Mögliche Verschwörungstheorien zeigen nur die Nervosität. Aber an so etwas will ich mich nicht beteiligen. Das ist dann nur eine Verfolgungsjagd, die einem wertvolle Energien raubt.“

Außerdem könnte man diesen „Ball“ ja umgekehrt auch über Ried-Coach Gerald Baumgartner spielen, der ein gebürtiger Salzburger ist. Seine Landsleute sind ihm wohl dennoch nicht gänzlich fremd, weil er Ex-Coach der violetten Austria (WSG-Angreifer Lukas Katnik war damals sein Schützling) war. Es ließe sich überall Material für Spekulationen finden: In der 30. und letzten Runde spielt Ried ein pikantes Derby gegen die OÖ Juniors LASK/Pasching, die im Kampf um Fördergelder voraussichtlich ein ähnlich geringes Interesse am Aufstieg der Wikinger haben wie auf Tiroler Boden der FC Wacker bezüglich der WSG.

Die Wattener halten es vor dem Auswärtsspiel in Liefering – bislang war das Bullen-Farmteam in Liga zwei ein absoluter Lieblingsgegner – nur damit, sich einmal mehr bestmöglich vorzubereiten. Und dann will man mit einem „Dreier“ in der Fremde den Druck wieder zu den Riedern verlagern, die in der drittletzten Runde erst am Sonntag gegen Austria Klagenfurt im Einsatz sind: „Den Druck haben auch wir. Aber wenn wir am Freitag vorlegen können, werden wir am Sonntag in Ruhe abwarten, wie Ried darauf reagiert. Ich sitze dann sicher nicht vor dem Bildschirm und unser Coach Thommy Silberberger schwingt sich vielleicht auch lieber aufs Rad“, weiß Köck, dass es bei aller Anspannung im Zweitliga-Finale zwischendurch auch ein wenig Entspannung geben muss. Mit Blick zum FC Wacker hält er kollegial fest: „Man kann nur hoffen, dass es beide Tiroler Klubs schaffen.“

V wie Vertragslage: Die zweigleisige Planung macht den Verhandlungspoker auch in der Kristallweltenmetropole nicht ganz so leicht: Mit Goalie Ferdinand Oswald (GER), Topscorer Benjamin Pranter, den beiden routinierten Flos (Mader und Toplitsch), Abwehrchef Ione Cabrera (ESP), den Angreifern Lukas Katnik und Milan Jurdik (SVK), Ignacio Jauregui (ARG) und Michael Svoboda hat Wattens einen Stamm unter Vertrag. Die Langzeit-Verletzten Dino Kovacec und Clemens Walch bleiben ebenso an Bord wie Felix Adjei (GHA) und das Tirol-Duo Kevin Nitzlnader und Sandro Neurauter. Mit Back-up-Keeper Pascal Grünwald, Innenverteidiger David Gugganig und Turbo Sebastian Santin laufen Gespräche.

Zur personellen Ausrichtung liefert Köck im Fall eines Bundesliga-Aufstiegs auch einen pikanten Sager: „Natürlich müssen wir unsere Taktik grundlegend ändern. Aber ich bin auch gespannt, was passiert, wenn z. B. die Admira oder Mattersburg gegen uns das Spiel machen müssen.“