Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 28.05.2019


Zweite Liga

Vor dem Titelfinale fließt bei der WSG sogar Blut

Nicht nur ein Cut bei Sportmanager Stefan Köck beweist, wie heiß Wattens auf das Lustenau-Heimspiel (Mittwoch, 19.10 Uhr) ist.

Die WSG Wattens bündelt vor den letzten beiden Runden alle Kräfte - wie hart der Schädel von Abwehrchef Ione Cabrera (l.) ist, ...

© gepaDie WSG Wattens bündelt vor den letzten beiden Runden alle Kräfte - wie hart der Schädel von Abwehrchef Ione Cabrera (l.) ist, ...



Von Alex Gruber

Wattens – Es war auch im Laufe dieser Saison keine Seltenheit, dass WSG-Manager Stefan Köck in die Sportbekleidung schlüpfte, um im Training eine Position des kommenden Gegners zu imitieren. Diese Rolle brachte dem zweikampferprobten „Köcki“ gestern allerdings eine blutige Platzwunde ein, die in einem Klinikbesuch samt drei Klammern und einem Turban ihr Ende fand. „Ich will sicher nicht als Held dastehen“, betonte Köck, dessen Brummschädel bei einem Zusammenstoß zu weich für Abwehrchef Ione Cabrera war. Nach der Behandlung war er aber wieder guter Dinge: „Wenn die Jungs am Mittwoch gegen Lustenau diese Aggressivität an den Tag legen, dann muss es doch klappen.“

Im Gernot-Langes-Stadion steht morgen (19.10 Uhr) das Spiel des Jahres auf dem Programm. Mit einem Sieg im letzten Saisonheimspiel gegen die starke Austria aus Lustenau würde die WSG die Tür zum Titelgewinn und Aufstieg in die Bundesliga noch weiter aufstoßen. Verfolger Ried ist zeitgleich bei zwei Punkten Rückstand im Derby gegen BW Linz zum Siegen verdammt. Dabei bekamen die Innviertler zuletzt beim 1:1-Remis gegen Austria Klagenfurt in der Nachspielzeit den Elfer, der zum Ausgleich führte, quasi geschenkt. „Sorry, aber bei diesem Elfmeter muss man sich die Frage stellen, ob die Schiedsrichter tatsächlich beurteilt werden. Entweder hat er (René Eisner, Anm.) auf Verdacht gepfiffen oder er hat irgendetwas gesehen – aber dann muss man sich noch größere Sorgen machen“, ließ diese fragwürdige Entscheidung nicht nur Köck mit einem Kopfschütteln zurück. Zumal auch die WSG im Frühjahr beim direkten Duell (0:3) gegen Ried Opfer eines Witz-Elfmeters wurde und selbst bei einer Attacke an Clemens Walch keinen Strafstoß zugesprochen bekam.

... musste Sportmanager Stefan Köck als ?Trainingsgast? (r.) blutend zur Kenntnis nehmen.
... musste Sportmanager Stefan Köck als ?Trainingsgast? (r.) blutend zur Kenntnis nehmen.
- gepa

„Wir reden am Mittwoch noch nicht vom Titel. Es geht darum, dieses Spiel zu gewinnen. Und wenn die Hütte jetzt nicht brennt, weiß ich nicht, wann sie brennen soll“, hofft Köck, dass auch der zwölfte Mann die WSG zum Sieg treiben wird. Nachsatz: „Es hat jetzt nichts mit FC Wacker oder WSG Wattens zu tun. Man soll nicht an Schwarz-Grün oder Grün-Weiß denken, sondern daran, dass die Möglichkeit besteht, dass Fußball-Tirol auch nächste Saison in der Bundesliga vertreten ist.“

Daniel Bierent, CEO Wirtschaft, hat vor dem Beobachtungsspiel in der WSG-Geschäftsstelle auch alle Hände voll zu tun: „Wir erwarten ein erhöhtes Zuschaueraufkommen. Hoffentlich spielt auch das Wetter mit.“ Es könnte ja ein historischer Tag werden.