Letztes Update am So, 02.06.2019 07:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WSG im Porträt

Der Weg war das Ziel: Wattens und die Reise Richtung Bundesliga

Die WSG Wattens ist in der Bundesliga angekommen. Kontinuierliche Arbeit und das Wegstecken einiger sportlicher Rückschläge pflasterten den Weg der Werkself in die höchste österreichische Spielklasse. Die Planungen für die Bundesliga laufen bereits auf Hochtouren.

Mit Präsidentin Diana Langes nahm der Wattener Bundesliga-Traum Form an.

© gepaMit Präsidentin Diana Langes nahm der Wattener Bundesliga-Traum Form an.



Innsbruck - Der Weg Richtung Bundesliga begann für die WSG Wattens erst so richtig mit einer Trennung: Nach dem Meistertitel in der Regionalliga West 2003 wurde die Spielgemeinschaft mit dem FC Wacker aufgelöst. Die Innsbrucker stiegen in die 2. Liga auf, die WSG trat den Gang in die Tiroler Liga an.

2005 erfolgte das Comeback in der Westliga - bis zur Rückkehr in den Profi-Fußball dauerte es aber über zehn Jahre. Das lag auch daran, dass in den entscheidenden Momenten oft das Quäntchen Glück nicht aufseiten der Kristallkicker war. In der Relegation 2011 scheiterte Wattens erst im Elfmeterschießen an Blau-Weiß Linz. Zum tragischen Helden avancierte Armin Hobel, der mit einem Panenka-Elfer kläglich scheiterte (siehe Video) und so die Niederlage besiegelte.

Ein Jahr später zog die von Trainer Roland Kirchler betreute WSG gegen Horn mit dem Gesamtscore von 1:9 deutlich den Kürzeren. Bis zum nächsten Regionalliga-Titel sollte es vier Jahre dauern. 2016 profitierte Wattens dann von der Lizenzverweigerung für Austria Salzburg und Austria Klagenfurt. Zudem zog sich der SV Grödig vom Profi-Fußball zurück. Die Relegationsspiele gegen BW Linz entfielen, der seit 2013 von Präsidentin Diana Langes-Swarovski angeführte Verein kehrte nach 15 Jahren Abstinenz in die zweithöchste Spielklasse zurück.

Die Premierensaison beendete die Silberger-Elf dort auf dem starken fünften Platz. Besonderes Highlight: Von vier Tiroler Derbys gegen den FC Wacker Innsbruck gewann Wattens gleich drei. In der Übergangssaison 2017/18, auf die die Ligen-Reform in Österreich folgte, schaute der siebte Platz heraus, ohne sich jemals in akuter Abstiegsgefahr zu befinden. Gegen den schwarzgrünen Lokalrivalen zog man allerdings gleich vier Mal den Kürzeren.

Präsidentin Diana Langes: "Wir wollen rauf"

Ein verschmerzbarer Wermutstropfen. Bereits damals nahm der Traum von der Bundesliga Form an. „Wir wollen rauf", gab Wattens-Präsidentin Diana Langes im Mai 2018 die Marschroute für die neue Saison aus. Mit einem Budget von 2,5 Millionen Euro blies die WSG zum Angriff auf die SV Ried, Wr. Neustadt und Austria Lustenau. Der Traum sollte bekanntermaßen Realität werden. Erstmals seit 1971 - damals in der Nationalliga mit klingenden Namen wie Koncilia, Hattenberger oder Skocik - spielt Wattens als eigenständiger Verein wieder erstklassig.

Und die Vision Bundesliga hat bereits Hand und Fuß: Kommende Saison läuft der Verein unter dem Namen WSG Swarovski Tirol auf. Das Budget wird auf sechs Millionen Euro aufgestockt und soll das Ziel Klassenerhalt möglich machen. Gespielt wird im Tivoli (nur West- und Südtribüne geöffnet), im Jahr darauf soll die Rückkehr ins für die höchste Spielklasse adaptierte Gernot-Langes-Stadion erfolgen. (pim)