Letztes Update am Mo, 03.06.2019 08:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aufstieg perfekt

Wattens feiert seine Meisterparty: „Papi, der Sieg ist dir gewidmet“

Die Bundesliga-Rückkehr nach 48 Jahren wollte gefeiert werden: 500 Fußballfans verzichteten am Sonntag aufs Schwimmen, um bei der improvisierten Meisterfeier ihrer Wattener in einem Meer aus Emotionen zu baden.

WSG-Präsidentin Diana Langes-Swarovski feierte standesgemäß im Tiroler Dirndl.

© Vanessa RachléWSG-Präsidentin Diana Langes-Swarovski feierte standesgemäß im Tiroler Dirndl.



Von Alex Gruber und Florian Madl

Wattens – Lang war sie nicht, die Nacht auf Sonntag. Der Fan-Bus aus Horn, wo die WSG mit einem 3:1 den Sack zugemacht hatte, war am Sonntagmorgen, 3 Uhr, eingetrudelt. Und stellvertretend für die Mannschaft meinte auch Routinier Florian Mader: „Noch haben wir nicht viel geschlafen.“ Aber was soll’s – Wattens steigt nicht alle Tage in die Bundesliga auf, zuletzt spielte man vor 48 Jahren oben. Bereits um 14 Uhr war am Sonntag die Stimmung am Marktplatz am Siedepunkt, heiß war es ohnehin. Bevor „90 Minuten Freibier“ ausgerufen wurden und Alfred Eberharter die Einlage der Zillertaler Schürzenjäger eröffnete, wurden die Meisterspieler einzeln von einem Traktoranhänger auf die Bühne gebeten. Jeder machte das auf seine Art: Flo Toplitsch als Showman, Sandro Neurauter mit drei Liegestütz.

Als Torhüter Ferdinand Oswald schließlich mit dem Meisterteller die Bühne stürmte, der Platz in einem Lametta-Regen unterging und Feuersäulen in den Himmel schossen, da wurde es auch den Allerletzten bewusst: Wattens war in die höchste Spielklasse aufgestiegen.

„Wie geil ist das denn?“, fragte sich Präsidentin Diana Langes, um Contenance war sie längst nicht mehr bemüht. Die kam ihr auch abhanden, als die Frage nach dem sportlichen Erbe ihres Vaters fiel. „Papi, der Sieg ist dir gewidmet!“ Und als „Sieg“ war alles zu werten, was in den vergangenen Jahren gelungen war. „Sie wurde von vielen belächelt, aber das hier ist ihr zu verdanken“, verneigte sich Florian Mader vor der Präsidentin, und Kapitän Oswald überreichte der 46-Jährigen im Namen der Mannschaft ein Geschenk: „Dafür, dass du immer für uns da warst.“

Sportmanager Stefan Köck bemühte sich bei aller Emotion um Bodenhaftung: „So wie wir heute dastehen, haben wir alles richtig gemacht. Schauen wir, wie es in drei Monaten ausschaut. Ich mache mir jetzt nur Gedanken darüber, wie wir im Juli eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen.“ Dass man Abstiegskandidat Nummer eins sei, fände er „geil“. Thomas Silberberger wird wohl in seinen heutigen Geburtstag (46) hineingefeiert haben, so emotional hatte man ihn selten erlebt. „Es war mein Traum, in der Bundesliga an der Outlinie zu stehen, und er ist in Erfüllung gegangen.“ Das fand auch Sandro Neurauter, nach dem 2008 verstorbenen Wacker-Kapitän Theo Grüner der nächste Imster in der Bundesliga: „Allein der Aufstieg ist ein Wahnsinn – egal, was jetzt noch kommt.“

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 Die Fans standen im grün-weißen Lametta-Regen.
Die Fans standen im grün-weißen Lametta-Regen.
- Vanessa Rachlé