Letztes Update am Mo, 03.06.2019 10:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Kritik an Sturm: Lackner spielte mit Gehirnerschütterung weiter

„Das haben wir halt in Kauf genommen“, erklärte Graz-Coach Roman Mählich, der von Seiten des Mannschaftarztes das Okay bekam

"Biss sich durch": Sturms Markus Lackner.

© gepa"Biss sich durch": Sturms Markus Lackner.



Graz – Sturms Markus Lackner hat das Play-off-Rückspiel der Fußball-Bundesliga gegen Rapid fast zur Gänze mit einer leichten Gehirnerschütterung gespielt. Wie Trainer Roman Mählich nach dem Spiel am Sonntag verriet, habe der Innenverteidiger in der Halbzeit Gedächtnislücken offenbart. Nach dem Okay vonseiten des Mannschaftsarztes lief Lackner nach der Pause aber wieder ein.

Lackner war nach den Ausfällen von Dario Maresic und Anastasios Avlonitis in der Verteidigung eingelaufen. Bei Sturm herrschte auf dieser Position akute Personalnot. Rapids Aliou Badji sorgte schon nach einer Minute mit einem harten Einstieg dafür, dass Lackner benommen am Rasen lag.

„Wusste nicht was abgebrannt ist“

„Er hat eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen, hat in der Halbzeit nicht gewusst, was abgerannt ist. Er hat aber irgendwie durchgebissen. Wir hatten da schon einen Engpass“, sagte Mählich auf der Pressekonferenz nach dem 0:1, das seiner Mannschaft den Einzug in die Europa-League-Qualifikation bescherte. „Das haben wir halt in Kauf genommen“, erklärte der Sturm-Chefcoach auf die Nachfrage, ob dies nicht gefährlich gewesen sei. Das Ärzteteam habe aber natürlich Grünes Licht dafür gegeben. „Das ist jetzt nicht meine Entscheidung. Der Arzt hat gesagt es ist in Ordnung, Lackner hat gesagt, er glaubt es geht, und wir haben es so durchgedrückt.“

Sturm twitterte später am Abend, dass Lackner nach dem Spiel im UKH Graz durchgecheckt worden sei und alles in Ordnung sei. Mannschaftsarzt Maximilian Kerl habe den Profi bereits in der Pause durchgecheckt und einen weiteren Einsatz für okay befunden. Rapids Trainer Dietmar Kühbauer hatte eine andere Meinung als sein Gegenüber Mählich. „Bei mir hätte er nicht weitergespielt“, betonte er auf der Pressekonferenz. (APA)