Letztes Update am Sa, 08.06.2019 11:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

Montenegro feuerte Teamchef nach Boykott von Kosovo-Spiel

Trainer Ljubisa Tumbakovic blieb vom EM-Quali-Spiel Montenegros gegen den Kosovo (1:1) einfach fern. Auch zwei Spieler wollten bei der Begegnung in Podgorica nicht auflaufen.

Auch der in Serbien geborene montenegrinische Teamspieler Filip Stojkovic lief gegen den Kosovo nicht auf.

© gepaAuch der in Serbien geborene montenegrinische Teamspieler Filip Stojkovic lief gegen den Kosovo nicht auf.



Podgorica – Montenegro trennte sich am Samstag mit sofortiger Wirkung von seinem Teamchef Ljubisa Tumbakovic. Grund ist dessen Fernbleiben vom EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Podgorica gegen den Kosovo (1:1). Der Serbe Tumbakovic war der Begegnung - offenbar auf Druck aus seiner Heimat - ebenso ferngeblieben wie seine in Serbien geborenen Spieler Filip Stojkovic und Mirko Ivanic.

„Neben der unangenehmen Überraschung ist die Handlung von Tumbakovic auch ein Bruch seiner vertraglich festgelegten persönlichen Pflichten“, gab Montenegros Fußball-Verband (FSCG) am Samstag bekannt. Der Vorstand bedauerte auch, dass „Druck aus gewissen Kreisen“ zum Fernbleiben von Stojkovic und Ivanic geführt habe. „Dinge, die nichts mit Sport zu tun haben, haben in diesem Fall den Sport und den Fußball besiegt.“

Der Kosovo hatte sich 2008 von Serbien für unabhängig erklärt und ist mittlerweile von mehr als 110 Ländern, darunter Österreich, als souveräner Staat anerkannt. Eine andere Gruppe von Staaten - darunter Serbien, China, Russland und fünf EU-Mitglieder - lehnt die Anerkennung dagegen weiter ab. Montenegro liegt in der EM-Quali-Gruppe A mit zwei Punkten aus drei Spielen auf dem letzten Platz. Tumbakovic betreute das Team seit Februar 2016. (APA)