Letztes Update am Mo, 17.06.2019 08:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


U21-EM

ÖFB-U21-Team startet in die EM: Keine Angst vor Real-Star Jovic

Als „ganz gefährlicher Außenseiter“ startet Österreichs U21-Nationalteam heute gegen Favorit Serbien in das EM-Abenteuer in Italien und San Marino. ÖFB-Kicker haben Olympia 2020 in Tokio im Hinterkopf.

Der Tiroler Bremen-Legionär Marco Friedl will mit seinen ÖFB-Teamkollegen über Punkte jubeln.

© gepaDer Tiroler Bremen-Legionär Marco Friedl will mit seinen ÖFB-Teamkollegen über Punkte jubeln.



Triest – Für Österreichs U21-Nationalteam startet heute ab 18.30 Uhr (live ORF 1) das Abenteuer EM-Premiere. Die erste Hürde in Triest ist mit Serbien sehr hoch. Real-Madrid-Star Luka Jovic sticht dabei heraus, die ÖFB-Kicker wollen aber nicht in Ehrfurcht erstarren und peilen eine Überraschung an. „Wir sind ein ganz gefährlicher Außenseiter“, sagte Teamchef Werner Gregoritsch.

Das wurde durch den 3:1-Testsieg gegen Mitfavorit Frankreich am Dienstag in Hartberg unterstrichen. „Wir haben eine gute Mannschaft und wollen etwas Besonderes erreichen und die Menschen in Österreich begeistern“, verlautete Gregoritsch. Vom Duell mit „Les Bleus“ gilt es, das Positive mitzunehmen.

ÖFB-Team stellt nicht den Autobus ins Tor

„Wir werden nicht den Autobus ins Tor stellen und wie das Kaninchen vor der Schlange warten. Es wäre auch eine Vergewaltigung von Spielern wie Wolf, Honsak oder Schlager, wenn sie nur Defensivarbeit leisten müssten“, meinte Gregoritsch. Die Schnelligkeit der Offensivkräfte soll ausgenützt werden. „Wir können ihnen sehr wohl viele Schmerzen bereiten“, ist sich der mit 61 Jahren älteste Trainer der EM sicher.

Für ihn sind gegen ein Team, das „sehr variabel agieren kann, die Geschwindigkeit aus dem Spiel nimmt und das Tempo im Angriff dann blitzartig erhöht“, Mut, Effizienz, taktische Disziplin, Aggressivität und Leidenschaft gefragt. Druck verspüre man als einziger Turnier-Neuling keinen. Das kann sich positiv auswirken.

Neo-Real-Star Luka Jovic gilt es für die ÖFB-Defensive heute zu neutralisieren.
Neo-Real-Star Luka Jovic gilt es für die ÖFB-Defensive heute zu neutralisieren.
- AFP

Seit Freitag feilt er mit seinem Team in Corno di Rosazzo an der Feinabstimmung. Die Stimmung ist gut, die Vorfreude enorm. „Es ist auf jeden Fall mein Karrierehighlight. Wir sind für den Kampf bereit“, betonte Defensivspieler Kevin Danso. Er ist einer von fünf ÖFB-Akteuren, die in der abgelaufenen Saison in der deutschen Bundesliga tätig waren. Jovic kennt man also auch aus der Meisterschaft, in der sich der Ex-Frankfurt-Stürmer mit 17 Toren für den Transfer zu Real Madrid empfohlen hat.

„Er ist mit seinen jungen Jahren ein unglaublicher Stürmer, auf den du jede Sekunde aufpassen musst“, sagte der Tiroler Marco Friedl, der im Bremen-Dress in der deutschen Bundesliga verteidigt. Goalie Alexander Schlager sieht es ähnlich: „Solche Spieler sind schwer zu berechnen, weil sie jederzeit für einen Genieblitz gut sind. Es ist ein Extra-Ansporn gegen sie zu spielen.“ Danso bezeichnete es als „halbe Miete“, wenn man den 21-Jährigen ausschalten könne. Der Augsburg-Spieler ist im ÖFB-Team in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld ein Thema und wird mit Jovic sicher Bekanntschaft machen.

Jovic als Vorbild für Kalajdzic

Während die Abwehrspieler Jovic so gut wie möglich neutralisieren wollen, haben es die ÖFB-Offensivspieler im Sinn, dem Star die Show zu stehlen. „Sie haben richtige Hochkaräter drinnen, eine unglaubliche Truppe. Wir wollen aber befreit aufspielen und zeigen, dass auch wir gute Fußballer haben“, sagte Sasa Kalajdzic. Für den Zwei-Meter-Mann ist die Partie in mehrfacher Hinsicht besonders, hat er doch serbische Wurzeln und zählt Jovic zu seinen Vorbildern.

Der Einzug in die Vorschlussrunde wäre für die acht Bewerbsspiele unbesiegte ÖFB-Elf in doppelter Hinsicht „ein Wahnsinn“, ist damit doch auch die fixe Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio verbunden. „Da wollen wir unbedingt auch dabei sein“, erklärte Danso. Auch für Gregoritsch wäre eine Olympia-Teilnahme ein „sehr wichtiger Erfolg“. Auf dem Weg dorthin warten mit Dänemark (Donnerstag) und Deutschland (Sonntag) zwei weitere große Aufgaben. (APA, w.m.)