Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 21.06.2019


Africa Cup

Anpfiff zum Afrika Cup im Schatten der Skandale

Gastgeber Ägypten mit Weltstar Salah Favorit auf Titel. Erstmals 24 statt 16 Mannschaften. Gastgeber mit Weltstar Salah Titelfavorit.

Das Liverpool-Trio Mo Salah (links), Naby Keita und Sadio Mané (rechts) ist beim heute beginnenden Afrika Cup für Ägypten, Guinea und Senegal im Einsatz.

© imago images / Action PlusDas Liverpool-Trio Mo Salah (links), Naby Keita und Sadio Mané (rechts) ist beim heute beginnenden Afrika Cup für Ägypten, Guinea und Senegal im Einsatz.



Kairo – Die Strahlkraft von Mohamed Salah oder Sadio Mané soll es richten. Wenn heute der 32. Afrika Cup in Kairo angepfiffen wird, hoffen die Organisatoren auf ein Ende der Negativ-Schlagzeilen. Denn das Bild, das der afrikanische Fußball in den vergangenen Wochen abgegeben hat, war verheerend – wieder einmal. Der afrikanische Verbandsboss Ahmad Ahmad wurde in Paris wegen Korruptionsverdachts kurzzeitig in Gewahrsam genommen, das Champions-League-Finale des Kontinents versank im Chaos, und im Land von Gastgeber Ägypten überlagert die angespannte Sicherheitslage das Turnier.

Dabei war die Organisation des Turniers für das Land am Nil ohnehin ein Wettlauf gegen die Zeit. Erst Anfang Jänner wurde Ägypten als Ersatz-Ausrichter benannt, nachdem es Kamerun nicht hinbekommen hatte. Eine Herkulesaufgabe, zumal das Turnier auch noch auf 24 Mannschaften aufgestockt wurde.

Die größten Sorgen bereitet das Thema Sicherheit. Erst im Mai waren bei einem Bombenattentat nahe der Pyramiden von Giseh zahlreiche Menschen verletzt worden. Zuletzt hatte es vereinzelt Anschläge auf Touristen auch in der Hauptstadt Kairo gegeben. Rund 100.000 Sicherheitskräfte sollen das Turnier nach Angaben des Innenministeriums absichern. Neben Terroristen sind besonders die Ultras im Fokus der Sicherheitskräfte.

Nachdem es 2012 in einem Stadion zu Ausschreitungen kam und in Port Said mehr als 70 Fans starben, fanden die Spiele der nationalen Liga in Ägypten mehrere Jahre lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Erst seit dem vergangenen Jahr sind Fans wieder im Stadion zugelassen. Und auch in anderen Ländern wie Tunesien, Marokko und Algerien kommt es in und um die Stadien immer wieder zu Demonstrationen und Ausschreitungen.

Tumulte gab es auch zuletzt beim Champions-League-Finale zwischen Casablanca und Tunis. Der Videobeweis funktionierte wegen technischer Probleme nicht, die Marokkaner weigerten sich, nach einer strittigen Situation weiterzuspielen. Von den Tribünen flogen Flaschen. Das Spiel wurde abgebrochen und soll nach dem Afrika Cup wiederholt werden. Das wurde am Rande des FIFA-Kongresses in Paris entschieden.

Kurz darauf nutzten die französischen Behörden die Chance, den afrikanischen Verbandsboss Ahmad Ahmad zu vernehmen. Gegen ihn wird unter anderem wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Das Thema Korruption lässt den afrikanischen Fußball nicht los. In den vergangenen Monaten sind mehrere hochrangige Verbandsoffizielle in afrikanischen Ländern ihrer Ämter enthoben und von der FIFA zum Teil lebenslang wegen Korruption gesperrt worden.

Der Sport soll nun die Skandale in den Hintergrund drängen. Den Anfang macht Ägypten heute gegen Simbabwe – mit Salah. Der Liverpool-Champions-League-Sieger erhielt länger Urlaub und stieß erst vergangenen Mittwoch zur Mannschaft, um mit aufgeladenen Akkus für sein Heimatland zu treffen. (APA, w.m.)