Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 24.06.2019


2. Deutsche Bundesliga

HSV-Neuzugang Hinterseer freut sich auf Kitz-Heimspiel

Ex-Wacker-Kapitän Lukas Hinterseer hat die erste Trainingswoche in Hamburg hinter sich und weiß, was ihn erwartet: „Es zählt nur der Aufstieg.“

Mit der Raute auf der Brust fühlt sich Lukas Hinterseer in Hamburg schon sichtlich wohl.

© imago images / Michael SchwarzMit der Raute auf der Brust fühlt sich Lukas Hinterseer in Hamburg schon sichtlich wohl.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Als Lukas Hinterseer vor sechs Jahren beim Zweitligisten FC Lustenau zeitweise die Ersatzbank drückte und bei der ebenfalls zweitklassigen Vienna als linker Verteidiger auflief, hätte wohl niemand darauf gewettet, dass der Kitzbüheler in der Saison 2019/20 den Traditionsklub HSV zum Aufstieg zurück in die deutsche Bundesliga schießen soll. „Eine super Sache. Ich kann es gar nicht erwarten, bis es losgeht“, lässt der 28-Jährige nach der ersten Trainingswoche in der Hansestadt ausrichten. Den gestrigen freien Tag nützte Hinterseer zum Sightseeing in Verbindung mit Wohnungssuche. „Klub und Stadt sind gewaltig. Bochum war gut, aber Hamburg ist schon eine andere Kategorie.“ Mit der berühmten Raute auf der Brust fühlt sich der Stürmer aus Tirol im Norden Deutschlands – ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag – schon richtig wohl. Wohlwissend, dass damit ein großer Druck verbunden ist. „Mir ist schon klar, dass die Stimmung schnell kippen, die Stadt schon nach der ersten Niederlage brennen kann.“

Nach dem Abstieg 2014 als Kapitän des FC Wacker kam die Karriere des Stürmers in Schwung. Beim SC Ingolstadt feierte er den Aufstieg und ging als erster Bundesliga-Torschütze in die Klub-Annalen ein. Beim VfL Bochum traf er dann zwei Jahre wie am Fließband und empfahl sich mit 18 Toren in der abgelaufenen Zweitligasaison für die Hamburger. „Wo genau mein Platz in der Mannschaft sein wird, entscheidet der Trainer nach den kommenden Vorbereitungswochen. Aber es wird schon in der Offensive sein.“ Mit Dieter Hecking heuerte bekanntlich einer der routiniertesten Trainer Deutschlands beim Hamburger SV an – mit der Mission Aufstieg.

Mit Trainer Dieter Hecking soll der HSV den Aufstieg schaffen.
Mit Trainer Dieter Hecking soll der HSV den Aufstieg schaffen.
- imago images / Michael Schwarz

„700 Zuschauer waren beim ersten Training, knapp 25.000 Dauerkarten sind schon verkauft. Der HSV ist immer noch gefragt und ein richtig großer Klub“, blickt Hinterseer erwartungsfroh in die Zukunft und freut sich schon auf das Trainingslager. „Das wird ein echtes Heimspiel“, schmunzelt der Tiroler. Denn von 8. bis 14. Juli beziehen die Hamburger Quartier im Unterland. Untergebracht ist der HSV-Tross im Hotel Kempinski in Jochberg, trainiert wird in Kitzbühel.

Beim HSV ist Hinterseer nicht der erste Österreicher. Vor ihm waren schon Norbert Hof (1969–70), Hans „Buffy“ Ettmayr (1975–1977), Markus Schopp (1996–1998), Michael Baur (2002–2003), Richard Kitzbichler (2003), Paul Scharner (2012/13) und zuletzt Michael Gregoritsch (2015–2017) im Einsatz. Als Trainer arbeiteten Ernst Happel (1981–1987) und Kurt Jara (2001–2003) bei den „Rothosen“.