Letztes Update am Di, 25.06.2019 08:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Wattens startet in Vorbereitung: Der Star bleibt die Mannschaft

Treffpunkt Gernot-Langes-Stadion in Wattens statt Innsbrucker Tivoli – als neue Nummer eins im Land eröffnete die WSG Swarovski Tirol am Montag die Saisonvorbereitung auf die erste Bundesliga-Saison seit 1970/71.

Coach Thommy Silberberger (M.) begrüßte die Neuzugänge Flo Rieder, Stefan Hager, Dedic und Julian Gölles (v. l.).

© Michael KristenCoach Thommy Silberberger (M.) begrüßte die Neuzugänge Flo Rieder, Stefan Hager, Dedic und Julian Gölles (v. l.).



Von Alex Gruber

Wattens – Die Pläne für den Umbau des Stadions sowie der Trainingsanlagen liegen fertig in der Schublade, am Montag legte die WSG um 9.30 Uhr noch am „alten“ Gelände los. Dort, wo es über viele Jahre nach der Regionalliga und zuletzt über deren drei nach der zweiten Liga gerochen hat. Dort, wo man jetzt seit knapp 50 Jahren erstmals wieder für die oberste Spielklasse schuftet.

Bei Sportmanager Stefan Köck „brannte“ am Handy einmal mehr das Ohr.
Bei Sportmanager Stefan Köck „brannte“ am Handy einmal mehr das Ohr.
- Michael Kristen

„Es ist für alle eine Entwicklung – egal ob für die Spieler, das Betreuerteam oder mich“, erklärte Sportmanager Stefan Köck, ehe schon wieder das Handy klingelte. Noch stehen ja drei Neuzugänge aus. Eines ließ Köck aber mit dem Motto „Der Star ist die Mannschaft“ schon am Montag wissen: „Wir werden weiter Kraft aus unserem Teamgeist und Zusammenhalt schöpfen. Denn wer hätte uns bitte am Saisonende der zweiten Liga sechs Siege in Serie zugetraut?“

Die WSG Swarovski Tirol muss trotz schillerndem Namen in der Bundesliga wieder aus weniger mehr machen. „Ich bin tiefenentspannt“, hielt Meistertrainer Thommy Silberberger bei einem Blick auf das rege Treiben in gewohnter Manier staubtrocken fest. Mit Teams wie der Admira, Mattersburg oder womöglich auch Altach will man sich messen. Wie? „Wir werden zwei Spielanlagen brauchen – eine defensivere auswärts und eine etwas offensivere daheim.“ Hoch will er nicht anpressen lassen, denn das könnte ganz oben ja auch einen tiefen Fall bedeuten. Schon eher liegt der Griff zu drei Innenverteidigern nahe. Aber das wird alles der Konkurrenzkampf in den kommenden Wochen weisen. Maximal acht Legionäre – sechs sind bezüglich der durchaus beträchtlichen Fördergelder aus dem Österreicher-Topf am Spielbericht erlaubt – will man laut Köck im Kader führen, deren sieben (Ferdinand Oswald/GER, Ione Cabrera/ESP, Felix Adjei/GHA, Ignacio Jauregui/ARG, Dino Kovacec/CRO, Milan Jurdik/SVK und Zlatko Dedic/SLO) hält man aktuell unter Vertrag. Drei davon (Adjei, Jauregui und Kovacec) sind ebenso noch angeschlagen wie Clemens Walch und Lukas Katnik.

Topfit präsentiert sich die neue Speerspitze Zlatko Dedic, der mit seinen 34 Jahren schon eine kleine Vorbereitung vor der Vorbereitung absolvierte. „Man spürt die positive Bereitschaft und Energie, die wir in dieser Saison auch brauchen werden“, hält der 48-fache slowenische A-Teamspieler fest. Jetzt ginge es in erster Linie einmal darum, den Rhythmus zu finden.

Schiefe Optik um Rieder-Transfer

Die erste Einheit am Wattener Rasen musste Florian Rieder gestern Vormittag noch auslassen. Foto ja, Training nein. In den Ablösemodalitäten mit dem FC Wacker Innsbruck (dort hatte er zuvor noch Vertrag für eine Saison plus Option auf eine weitere) tauchten offenbar noch ein paar Störgeräusche auf, die den Transfer über die Mittagsstunden in der Warteschleife gefangen hielten.

„Ich bin froh, dass es geklappt hat“, atmete Rieder durch. Beim zweiten Training am Nachmittag durfte er bei seinem neuen Arbeitgeber erstmals auflaufen. Der Vertrag für den 23-jährigen Innsbrucker ist über zwei Jahre datiert. „Er hatte in der Zweitliga-Aufstiegssaison des FC Wacker maßgeblichen Anteil und war als junger Tiroler immer interessant für uns“, diktierte WSG-Sportmanager Stefan Köck.

Beim ersten Test gegen Honved Budapest (Mittwoch

17.30 Uhr in Volders) wird Testspieler und Innenverteidiger Jonathan Cisse (22/AS Monaco II) erwartet. Vielleicht ist da auch schon ein neuer „Sechser“ an Bord. (lex)