Letztes Update am Di, 25.06.2019 20:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Transferstreit eskaliert: Zwischen WSG und Wacker fliegen Fetzen

Der FC Wacker warf der WSG Swarovski Tirol in der Causa Florian Rieder Unprofessionalität vor. Der Konter des Bundesliga-Aufsteigers ließ nicht lange auf sich warten.

Stein des Anstoßes: Der Transfer von Florian Rieder von Wacker nach Wattens.

© gepaStein des Anstoßes: Der Transfer von Florian Rieder von Wacker nach Wattens.



Innsbruck – Zwischen der WSG Swarovski Tirol und dem FC Wacker Innsbruck fliegen die Fetzen. Stein des Anstoßes: Der geplante Transfer von Mittelfeldspieler Florian Rieder von den Schwarzgrünen zu den Grünweißen. Am Montag hatte der 23-Jährige beim Trainingsauftakt erstmals für Fotos im WSG-Outfit posiert. Der Transfer galt als fix, Rieder wurde als vierter Neuzugang präsentiert. Der Startschuss für einen verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden Tiroler Top-Clubs.

Dienstagmittag folgte eine Aussendung vom FC Wacker Innsbruck: „Wir sind vom Vorgehen der WSG Swarovski Tirol und des Spielers (Anm. Florian Rieder) enorm überrascht.“ Der Kreativspieler habe im Vorjahr einen Zweijahresvertrag unterschrieben mit vereinsseitiger Option. „Es hat seitens der WSG kein Transferangebot gegeben und es gibt auch keines“, wurde General Manager Alfred Hörtnagl zitiert. Weiters hieß es: „Wir wurden von den Beratern des Spielers über Interesse aus Wattens informiert. Der uns unterbreitete Vorschlag den Transfer über einen Investor abzubilden, ist rechtlich nicht möglich und für uns absolut nicht tragbar.“

Dem Konkurrenten aus der Kristallstadt wurde indirekt Unprofessionalität vorgeworfen: „In den vergangenen Jahren haben wir mit jedem Verein ein sauberes Transferverfahren durchführen können. Dass es seitens der WSG eine andere Auslegung der üblichen Vorgehensweise gibt, können wir nur verwundert zur Kenntnis nehmen.“

WSG: Auf Handschlagqualitäten verlassen

Das wollte die WSG nicht so auf sich sitzen lassen und konterte am frühen Nachmittag ebenfalls mit einer Aussendung. Rieder zu präsentieren, sei ein Fehler gewesen, gestand der Bundesliga-Neuling ein. „Dass wir uns in Wattens auf Zusagen und Handschlagqualitäten Wackers verlassen auch.“

Bereits am Montag seien Rieder und sein Berater bei Sportmanager Stefan Köck zur Vertragsunterzeichnung im Büro erschienen. Eine klare Zusage Wackers sei vor dem Wochenende gekommen. „Alfred Hörtnagl wusste, dass Rieder am Montagvormittag in Wattens unterschreibt und am Training teilnehmen will. Eine Überraschung, wie im Statement Wackers angegeben, ist die Sache also keine“, richtete Wattens in Richtung Landeshauptstadt aus. „Bundesliga kann nicht jeder, Abmachungen einhalten anscheinend auch nicht“, spielte die WSG auch noch auf eine Spitze der Innsbrucker beim fixierten Aufstieg an.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin entrüstet, enttäuscht und stinksauer. Wir haben am Freitag von den Beratern die Zusage bekommen, dass mit Wacker Innsbruck in Person von Ali Hörtnagl alles geklärt ist. Ich war in die Gespräche nicht involviert, vertraute aber darauf, dass alles ordentlich geregelt wurde. Wir haben uns daraufhin mit dem Spieler geeinigt, dass wir Montagfrüh den Vertrag unterschreiben und Flo ins Training einsteigt. Dass am Montag in der Früh auf einmal Nachforderung eintrafen, überraschte die Berater und mich doch sehr. Das ist das eine. Dass wir jetzt wie Vollidioten dargestellt werden, stört mich massiv und das lass ich mir auch nicht gefallen“, sagte Köck.

In der Causa Rieder wird man sich wohl noch einmal am Verhandlungstisch treffen müssen. Klar ist aber auch: Der Graben zwischen der WSG und dem FC Wacker war noch nie tiefer als in diesen Tagen. (pim)