Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Bundesliga

Erster WSG-Test brachte auch erste Sorgenfalten

Nach der 0:3-Niederlage im ersten Test gegen Honved Budapest schrillen bei der WSG Swarovski Tirol die Alarmglocken. Flo Rieder ist an Bord.

Jetzt darf er offiziell im WSG-Trikot sprechen – nach dem Transfer-Hickhack ist der Wechsel von Florian Rieder vom FC Wacker nach Wattens seit Donnerstag vollzogen.

© Michael KristenJetzt darf er offiziell im WSG-Trikot sprechen – nach dem Transfer-Hickhack ist der Wechsel von Florian Rieder vom FC Wacker nach Wattens seit Donnerstag vollzogen.



Von Alex Gruber
Wattens, Volders — Nach sechs verletzungsbedingten Ausfällen (Adjei, Walch, Katnik, Kovacec, Jauregui, Cabrera) waren WSG-Coach Thommy Silberberger gegen die Ungarn bei brütender Hitze mit nur fünf Wechselspielern die Hände gebunden. „So sind wir nicht bundesligatauglich", stellte er am Tag danach fest. Und damit war sowohl die dünne Personaldecke als auch der Ruf nach Verstärkungen gemeint.
Gut, dass Abwehrchef Ione Cabrera nach seiner Schulterluxation doch nicht länger auszufallen droht. Gut, dass der Transferstreit bezüglich Florian Rieder mit dem FC Wacker Innsbruck am Donnerstag in einer Einigung geendet hat.
„Ich wollte auf keinen Fall, dass das Ganze so abläuft. Nach der enttäuschenden letzten Saison habe ich mich früh entschieden, dass ich einen anderen Weg gehen muss. Das hätte ich auch gemacht, wenn wir mit Wacker die Liga gehalten hätten", hielt Rieder fest: „Nachdem ich letzte Saison nur 40 Spielminuten in der Bundesliga bekommen habe, muss man doch verstehen, dass ich mich verändern wollte." Silberberger — „wir brauchen fitte und schnelle Spieler" — freut sich klarerweise, dass Rieder an Bord ist. Seitens des FC Wacker schloss Sportchef Alfred Hörtnagl: „Bei allen Emotionen, die verständlicherweise in den letzten Tagen mit im Spiel waren, haben wir es immer als unsere Aufgabe gesehen, den Menschen im Auge zu behalten und die Abwicklung so rasch wie möglich über die Bühne zu bringen." Der FCW testet übrigens einen 20-jährigen Deutschgriechen (Georgios Spanoudakis), mit dem 22-jährigen Lukas Hupfauf verlängerte indes der angedachte Abwehrchef bis 2021.
WSG-Testspieler Jonathan Cissé (FRA) hatte es gegen Honved indes in der Abwehrzentrale zwar alles andere als leicht, konnte aber auch nicht überzeugen. „Für einen Legionär war es zu wenig", nahmen Silberberger und Sportmanager Stefan Köck von einer Verpflichtung Abstand.
Der nächste Test gegen die Bayern Amateure (Samstag, 13 Uhr
Gernot-Langes-Stadion) macht für Silberberger nur Sinn, wenn sich die personellen Optionen (vielleicht schon mit Lukas Grgic/Ried) erhöhen. Denn ein weiteres negatives Resultat gegen den Talenteschuppen aus München will „Silbi" auch aus mentaler Sicht tunlichst vermeiden: „Es gilt zu verhindern, dass es schon früh in der Vorbereitung in die falsche Richtung geht." Eine klare Ansage.