Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Copa America

Brasilien gegen Argentinien: „Superclasico“ im Ort der Schande

Dort, wo die Brasilianer vor fünf Jahren gegen Deutschland die 1:7-Schmach bezogen, treten sie gegen den großen südamerikanischen Rivalen an.

Gastgeber Brasilien mit Liverpool-Goalie Alisson Becker möchte in Belo Horizonte den Copa-Finaleinzug bejubeln.

© AFPGastgeber Brasilien mit Liverpool-Goalie Alisson Becker möchte in Belo Horizonte den Copa-Finaleinzug bejubeln.



Belo Horizonte – Wieder ein Halbfinale mit Brasilien. Wieder in Belo Horizonte. Und wieder fehlt der verletzte Neymar. Wie am 8. Juli 2014, als die Seleção bei der Weltmeisterschaft mit 1:7 gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unterging. Am Dienstag (Ortszeit/Mittwoch 2.30 Uhr MESZ) treffen die Brasilianer im Halbfinale der Copa América am Ort der Schmach auf Argentinien – und damit auf Lionel Messi. „Er ist der größte Spieler aller Zeiten“, sagte am Wochenende Verteidiger Thiago Silva. Vielleicht, um Brasiliens Legende Pelé nicht auf die Füße zu treten, fügte er gleich hinzu: „Der größte, den ich habe spielen sehen.“

„Mit Messi ist alles möglich“, so zitierte am Wochenende das argentinische Sportportal „Olé“ einige Fans der Albiceleste, die in Belo Horizonte auf die Ankunft ihrer Mannschaft warteten. Wie so oft bei Einsätzen mit der Nationalmannschaft reicht Messi allerdings bislang bei diesem Turnier an die Verfassung heran, die er beim FC Barcelona zeigt. Wie „der Floh“ selbst nach dem 2:0-Sieg im Viertelfinale gegen Venezuela sagte, spielt er „nicht meine beste Copa“. Nur ein Tor hat er bisher erzielt.

Messi hat zehn spanische Meisterschaften und fünfmal die Champions League gewonnen, mit 32 Jahren wartet er jedoch noch immer auf seinen ersten großen Titel mit der Nationalmannschaft. Zuletzt verlor er mit Argentinien zweimal in Folge im Finale der Südamerikameisterschaft – ebenso wie bei der WM 2014 in Brasilien gegen Deutschland.

In berauschender Form war Brasilien zuletzt aber auch nicht gerade: Im Viertelfinale der Copa mühte sich die Mannschaft von Trainer Tite nach torlosen 90 Minuten zu einem Weiterkommen im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Die Seleção hat in ihren vier bisherigen Turnierspielen allerdings noch kein Tor kassiert.

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Der „Superclásico de las Américas“ ist ein Duell zweier fußballverrückter Nachbarländer und Erzrivalen, der zwei größten Länder Südamerikas, des Rekordweltmeisters und eines zweimaligen Weltmeisters. Es ist die Gelegenheit, sich unsterblich zu machen – vielleicht auch für Messi, im Bewusstsein der Argentinier näher an den Nationalhelden Diego Maradona heranzurücken. „Messi ist Messi, er ist der Beste von allen“, äußerte sich sein Trainer Lionel Scaloni bestimmt zum leidigen Thema. (dpa, w. m.)

Argentiniens Superstar Leo Messi.
Argentiniens Superstar Leo Messi.
- imago images / AFLOSPORT