Letztes Update am Mi, 17.07.2019 20:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Neue Regeln und alte Verwirrung beim Streitthema Handspiel

Am Freitag startet Österreichs Profifußball mit der ersten ÖFB-Cup-Runde in die neue Saison – teils mit neuen Regeln. Ein paar Fragezeichen dürften trotzdem bleiben.

Trotz neuer Regeln dürfte es an Diskussionsstoff auf den Bundesliga-Spielplätzen nicht mangeln.

© gepaTrotz neuer Regeln dürfte es an Diskussionsstoff auf den Bundesliga-Spielplätzen nicht mangeln.



Handspiel: Die Handspiel-Regel sorgte nicht nur einmal für Unmut in der vergangenen Saison. Egal ob in der Champions League oder in der Bundesliga. Das International Football Association Board (IFAB) hat nun Änderungen beschlossen, die den Interpretationsspielraum verkleinern sollen. Die Betonung liegt auf „sollen“, denn wirklich unkomplizierter scheint es nicht zu werden:

Jedes Tor, das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist nun irregulär – ob Absicht vorliegt oder nicht, spielt keine Rolle. Auch wenn ein Spieler mit der Hand oder dem Arm in Ballbesitz gelangt und sich dadurch einen klaren Vorteil (womit man wieder bei der Frage wäre, was ein klarer Vorteil ist) verschafft, soll das geahndet werden. Unabhängig von der Absicht liegt ebenso ein Vergehen vor, wenn der Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert. Es ist in der Regel kein Handspiel, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers an die Hand oder den Arm springt oder der Spieler sich im Fallen abstützt. Es gibt aber weiter Neuerungen:

Trainer: Nun können auch Trainer und Offizielle mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft werden. Kann der Schuldige nicht ausgemacht werden, erhält automatisch der Chef-Trainer die Karte.

Spielerwechsel: Um das Zeitschinden einzudämmen, muss der Spieler fortan das Feld an der nächstmöglichen Linie verlassen.

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Mauer: Bei einem Freistoß in Tornähe dürfen sich die Spieler der ausführenden Mannschaft nicht mehr in die Mauer stellen. Sie müssen einen Meter Abstand halten.

Elfmeter: Der Torhüter muss beim Strafstoß künftig nur noch mit einem Fuß auf Höhe der Torlinie stehen.

Abstoß: Bisher musste der Ball immer erst den Strafraum verlassen, ehe er von einem Mitspieler berührt werden konnte. Jetzt dürfen Mitspieler ihn auch im Strafraum annehmen. Gegenspielern ist das allerdings erst außerhalb des Sechzehners erlaubt.

Freistoß: Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Die Verwarnung kann er bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen.

Schiedsrichter: Der Schiri ist künftig nicht mehr „Luft“. Bisher lief die Partie einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde. Fortan gibt es einen Schiedsrichterball. (t.w.)