Letztes Update am Fr, 26.07.2019 22:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regionalliga Tirol

Reichenau und Hall zündeten Torfeuerwerke

Zwei Kantersiege sorgten am Freitag beim historischen Startschuss zur Regionalliga Tirol für positiv überraschte wie enttäuschte Gesichter.

Die Reichenau kam beim 6:0-Auftaktsieg gegen Schwaz gar nicht aus dem Jubeln heraus.

© Michael KristenDie Reichenau kam beim 6:0-Auftaktsieg gegen Schwaz gar nicht aus dem Jubeln heraus.



Von Daniel Lenninger

Innsbruck, Hall – Es war ein Pfiff, der eine neue Ära einläutete. Am Freitag um 18.30 Uhr „erklärte“ Stefan Pribylla, Schiedsrichter des Kräftemessens zwischen der SVG Reichenau und dem SC Schwaz, die Regionalliga Tirol für eröffnet. Und damit einen Modus, der erstmals in der Geschichte ausschließlich Tiroler Mannschaften gegegeneinander antreten lässt. Zumindest im Grunddurchgang, denn erst im Frühjahr gesellen sich die punktbesten Vertreter der beiden bisher ebenfalls in der Westliga integrierten Bundesländer Vorarlberg und Salzburg hinzu. Dann wird in einer überregionalen Achter-Liga ein etwaiger Aufsteiger in die 2. Liga ermittelt.

Bereits die Auftaktpartie sorgte für positive Emotionen, allerdings nur bei jenen, deren Herz in den Reichenauer Farben Rot und Schwarz eingefärbt ist. Mit einem 6:0-Kantersieg schoss man den amtierenden Cup-Sieger zurück in die Silberstadt. Schwaz-Trainer Bernhard Lampl haderte mit „zu vielen Totalausfällen“, die insbesondere bei spielentscheidenden Standardsituationen mehrmals den Kürzeren gezogen hätten. Einen Sahnetag erlebte der Reichenauer Angreifer Philipp Thurnbichler, der vier Treffer zum Torfeuerwerk beisteuerte. „Das Spiel ist perfekt für uns gelaufen“, freute sich der siegreiche Coach Gernot Glänzer.

Eine ähnliche Gemütslage herrschte auf der Haller Lend, wo die Hausherren beim 4:0-Erfolg den Mitaufsteiger aus Imst das Fürchten lehrten. Gäste-Torhüter Emanuel Ponholzer, der kürzlich das Schwaz-Wappen durch jenes der Oberländer ersetzt hatte, musste bei der klaren Niederlage bereits nach zwölf Minuten hinter sich greifen – Yoni Mpayi Ngamiteni verwertete einen Stanglpass.

Imst-Kicker Thomas Moser (r.) stemmte sich vergeblich gegen die 0:4-Niederlage beim SV Hall, für die Neuzugang Yuto Nishida (l.) traf.
Imst-Kicker Thomas Moser (r.) stemmte sich vergeblich gegen die 0:4-Niederlage beim SV Hall, für die Neuzugang Yuto Nishida (l.) traf.
- Michael Kristen

Die Haller „Löwen“ brüllten weiter und Angreifer Andreas Wörndl wuchtete einen Kopfball noch vor der Pause in die Maschen. Ein Doppelschlag nach dem Seitenwechsel zog den von Trainer Sladjan Pejic trainierten Gästen endgültig den Zahn. Hall-Trainer Akif Güclü und Arbeitskollege von Pejic bei einem Versicherungsunternehmen dürfte demnächst im Büro das Lachen auf seiner Seite haben: „Dieses Mal ist es für mich gut gelaufen“, zeigte sich Güclü zufrieden und lobt im selben Atemzug seine Truppe: „Wir haben den Plan gut umgesetzt und sind dafür belohnt worden.“