Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.07.2019


Bundesliga

Lebenszeichen des Tiroler Fußballs: „Jetzt heißt es nachlegen“

Nach dem Traumstart gegen die Wiener Austria ist der Fokus bei Aufsteiger WSG Tirol schon auf das Auswärtsspiel in Altach gerichtet. Zehn Tiroler Kicker im Wattener Kader beim 3:1-Auftaktsieg im Tivoli.

Florian Buchacher und Sandro Neurauter beim Jubel über den Sieg gegen die Wiener Austria am Samstag.

© gepaFlorian Buchacher und Sandro Neurauter beim Jubel über den Sieg gegen die Wiener Austria am Samstag.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — Nach 48 Jahren Bundesliga-Abstinenz blickte die WSG Swarovski Tirol nach der Rückkehr in die Erstklassigkeit auf einen Fußball-Tag zurück, der von allen in vollen Zügen genossen wurde. Angefangen von der engagierten Präsidentin Diana Langes, dem Führungsduo Thomas Silberberger und Stefan Köck, einer Mannschaft, die über sich hinauswuchs, und 4600 Zuschauern, die sich im Tivoli über beste Fußball-Unterhaltung freuten.

Während sich die favorisierten Violetten gedämpft und mit einem schmerzhaften Auftakt-„Veilchen" zurück an den Verteilerkreis in Favoriten machten, freuten sich die Wattener über einen genialen Liga-Start. „Ein gewaltiges Gefühl, weil wir auch richtig gut­ gespielt haben", bilanzierte Clemens Walch, dem nach dem langen Sprint zum 2:0 Krämpfe in die Waden schossen. Auch Flo Buchacher, der den Lehrbuch-Konter zum 3:0 spektakulär abschloss, gab zu, dass er nach dem Spiel ziemlich am Ende war. Doch das war dem Ex-Wacker-Profi nach seinem WSG-Comeback so was von egal: „Solche Geschichten schreibt eben nur der Fußball. Einfach nur lässig, aber kein Grund nachzulassen, im Gegenteil. Jetzt heißt es nachlegen. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es im Fußball schnell in die andere Richtung gehen kann."

Der grünweiße Start war für den Tiroler Fußball ein Tag zum Genießen. 3:1 gegen die Austria klingt gut, war auch ein starkes Ausrufezeichen des im Vorfeld belächelten Außenseiters. „Ich habe volles Vertrauen zu meinen Jungs, das spüren sie und so treten sie auch auf", zollte Silberberger seiner Truppe uneingeschränktes Lob, weil Bundesliga-„No Names" wie Stefan Hager, David Gugganig, Michael Svoboda oder Julian Gölles mit breiter Brust ihre Aufgaben erfüllten, das Offensivtrio Benni Pranter, Clemens Walch sowie Zlatko Dedic vom Feinsten kombinierte und der ausgetüftelte Matchplan im Kollektiv konsequent umgesetzt wurde.

Freude auch bei den Wattener Nachwuchskickern.
Freude auch bei den Wattener Nachwuchskickern.
- Vanessa Rachle / TT

„Der Dedic-Transfer war für uns ein Quantensprung, weil durch ihn die anderen auch stärker werden. Und wenn Walch fit bleibt, dann ist er in der Bundesliga eine Waffe", so Silberberger, der am Sonntag auf der Gugl den Altachern auf die Beine schaute: „Ab morgen beginnt die Vorbereitung auf das zweite Spiel. Das werden wir genauso akribisch angehe­n."

Mit Pranter, Walch, Buch­acher und Hager standen vier Tiroler in der Anfangsformation, mit Grünwald, Nitzlnader, Toplitsch, Rieder, Neurauter und Mader saßen sechs weitere auf der Bank. Beim Schlusspfiff jubelten sieben Tiroler Kicker im Tivoli über einen Bundesligasieg — das hat es schon lange nicht mehr gegebe­n.

Für Sportmanager Stefan Köck war auch ein weiterer Aspekt ausschlaggebend für den Start nach Maß: „Uns ist es gelungen, die Zuschauer mit einer starken Leistung ins Boot zu holen, und die Fans haben uns dann auch zum Sieg getragen."