Letztes Update am Di, 30.07.2019 18:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brasilien

Vergewaltigungs-Vorwurf: Polizei stellt Ermittlungen gegen Neymar ein

Die Staatsanwaltschaft kann nun entgegen der Empfehlung der Polizei Anklage gegen Neymar erheben, den Fall zu den Akten legen oder weitere Ermittlungen anordnen.

Die Polizei gab keine Empfehlung für eine Klageerhebung gegen Neymar ab.

© AFPDie Polizei gab keine Empfehlung für eine Klageerhebung gegen Neymar ab.



Sao Paulo – Die brasilianische Polizei hat die Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Fußballstar Neymar eingestellt. Die leitende Ermittlerin entschied, aus Mangel an Beweisen keine Empfehlung für eine Klageerhebung gegen den Stürmer von Paris Saint-Germain zu erheben. Neymars Vater hat mittlerweile Anzeige gegen das mutmaßliche Opfer wegen falscher Verdächtigung erstattet.

Eine junge Frau behauptet, Neymar habe sie Mitte Mai in einem Pariser Hotel vergewaltigt. Doch die Vorwürfe könnten in Brasilien bald vom Tisch sein. „Ich habe entschieden, aus Mangel an Beweisen keine Empfehlung für eine Anklageerhebung auszusprechen“, sagte die leitende Ermittlerin Juliana Bussacos von der Polizei in Sao Paulo laut einem Bericht des Nachrichtenportals UOL am Dienstag.

Keine ausreichenden Anhaltspunkte

Aus der Krankenakte des angeblichen Opfers, des Berichts des Gynäkologen und der Handydaten hätten sich keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Anklage ergeben. Zwar stünden einige angeforderten Beweismittel wie die Videos der Überwachungskameras vom mutmaßlichen Tatort noch aus. Sie gehe allerdings nicht davon aus, dass die Aufnahmen ihre Einschätzung ändern würden, sagte Bussacos.

Neymar, der derzeit mit PSG auf China-Reise weilt, spricht von einvernehmlichem Sex. Er hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sein Vater erstattete indes Anzeige. Es wird geprüft, ob sich das angebliche Opfer – ein 26-jähriges in Brasilien lebendes Model – mit den Vergewaltigungsvorwürfen der falschen Verdächtigung schuldig gemacht hat, sagte die leitende Ermittlerin Monique Lima von der Polizei in Santo Amaro. „Wir werden alle, die böswillig gehandelt haben, zur Rechenschaft ziehen.“

15 Tage Zeit, um über Vorgehen zu entscheiden

Nach dem Abschluss der Ermittlungen ist im Fall Neymar nun die Staatsanwaltschaft am Zug: Die zuständigen Beamten haben 15 Tage Zeit, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Sie können entweder der polizeilichen Empfehlung folgen und den Fall zu den Akten legen, weitere Ermittlungen anordnen oder doch Anklage erheben.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte Neymar einen Chat-Verlauf der beiden sowie intime Fotos, die seine Unschuld beweisen sollten. Ob er damit aber eine Straftat begangen hat, ist nun Gegenstand einer weiteren polizeilichen Untersuchung. (APA/dpa/Reuters)