Letztes Update am Fr, 09.08.2019 09:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TT-Interview

WSG-Präsidentin Langes: „Im Moment ist alles perfekt“

Präsidentin Diana Langes (47) zieht nach zwei Runden Zwischenbilanz. Der Bundesliga-Auftritt ihrer WSG Swarovski Tirol lädt zum Träumen ein, sie verwehrt sich das. Die Heimat bleibt wohl vorerst das Tivoli.

Präsidentin „Bling-Bling“? Die Mutmaßung eines deutschen Fußballmagazins geht fehl, Diana Langes arbeitet hart am Projekt Fußball.

© gepaPräsidentin „Bling-Bling“? Die Mutmaßung eines deutschen Fußballmagazins geht fehl, Diana Langes arbeitet hart am Projekt Fußball.



Sie kommen von einem Kurzurlaub aus Spanien. Können Sie augenblicklich entspannen?

Diana Langes: Bei mir herrscht immer Hochbetrieb! Ich leg’ mein Mobiltelefon nie weg, bin 24 Stunden erreichbar. Ruhe finde ich am ehesten in der Nähe meiner Familie.

Der Auftakt, das 3:1 gegen die Austria, lädt zum Träumen ein.

Langes: Das war gewaltig, toll, besser hätte es nicht sein können. Aber es wird schwer werden, da dran zu bleiben.

Das sportliche Ziel bleibt demnach ein bescheidenes.

Langes: Klassenerhalt.

Es gäbe noch finanziellen Spielraum, um den Mannschaftskader nachzurüsten.

Langes: Unser Budget liegt bei exakt sieben Millionen Euro, wir haben das noch nicht ausgeschöpft.

Der Brustsponsor blieb der gleiche wie im Vorjahr – ein Unternehmen, an dem auch Sie Anteile haben. Soll bald ein externes Unternehmen vom Trikot prangen?

Langes: Wir sind in guten Gesprächen und hoffen, im nächsten halben Jahr etwas verkünden zu können. Das ist immer eine Frage der Geduld, und ein geduldiger Mensch war ich noch nie ... (lacht)

Würden Sie sagen, dass ein Budget von sieben Millionen Euro knapp für diese Liga ist? Oder bleibt ein gewisser Spielraum, um in die Infrastruktur zu investieren?

Langes: Für das erste Jahr sind wir auf jeden Fall gut dabei, wir kommen gut durch. Ich will immer mehr Geld auf der Seite haben, um für Notwendigkeiten gerüstet zu sein. Wir haben noch nie so gearbeitet, dass alles ausgegeben wurde.

Das Thema Stadion ist nicht erst seit dem Wechsel ins Innsbrucker Tivoli omnipräsent. Wie sieht es derzeit aus?

Langes: Im Oktober beginnen in unserem Gernot-Langes-Stadion die Sanierungsarbeiten, nächstes Spieljahr werden wir dort noch nicht spielen und übernächstes wahrscheinlich auch nicht. Wenn es nach mir geht, kommen wir sofort nach Wattens zurück.

Wie reagieren Ihre Wattener auf den Bundesliga-Auftritt in der höchsten Liga?

Langes: Die sind sehr stolz so wie mein Papa (Gernot Langes, Anm.), ich werde überall extrem positiv angesprochen. Und Bedenken, dass bei einer Rückkehr der Heimspiele nach Wattens die Ruhe in der Gemeinde gestört werden könnte, habe ich keine. Wir hatten auch bis jetzt alles im Griff.

Und das überregionale Echo?

Langes: Ich bin sehr zufrieden, die Rückmeldungen gehen über Österreich hinaus.

Wie bewerten Sie den ersten Tivoli-Auftritt gegen die Austria vor immerhin 4600 Fans?

Langes: Der sportliche Erfolg bestimmt die Zuschauerzahl, ich gehe von 3000 im Schnitt aus. Das organisatorische Feedback war gut, aber ich habe schon ein paar Baby-Krankheiten erkannt. Leider blieb mir keine Zeit, um die Stände abzugehen und mir ein Bild zu machen, aber die volle Parkgarage bemerkte ich. Es muss uns gelingen, die Zuschauer mehr auf öffentliche Verkehrsmittel umzuleiten.

Die Bäume scheinen bei der WSG Swarovski Tirol in den Himmel zu wachsen. Träumt man vom Europacup?

Langes: Ich freue mich ungemein für den LASK (2:1 in Basel, Anm.), aber für uns ist ein internationaler Auftritt derzeit kein Thema. Wir versuchen, die Liga zu halten und alles langsam anzugehen. Wir wägen jede Entscheidung doppelt ab, um nur ja alles richtig zu machen.

Fragt man außerhalb der Landesgrenzen nach der WSG, fällt zunächst der Name „Diana Langes“. Auch das deutsche Online-Magazin 11Freunde erkor Sie unter dem Titel „Bling-Bling für Tirol“ zum Star.

Langes: Das ist nicht meine Absicht, denn wir sind eine Einheit und als Team stark. Einer allein ist es nie, der für Erfolg sorgen kann.

Einer der Macher des Erfolgs heißt Trainer Thomas Silberberger. Streben Sie eine langfristige Zusammenarbeit an?

Langes: Man kann nicht hoch genug schätzen, was er geleistet hat. Aber warum sollte man was verändern? Und: Was, wenn er sich verändern will? Im Fußball kann es schnell gehen und im Moment ist es perfekt, wie es ist.

Das Gespräch führte Florian Madl