Letztes Update am Mi, 14.08.2019 12:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frauen Fußball

„Wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben“

Die Wacker-Damen starten am Sonntag gegen Vorderland in die neue Bundesliga-Saison. Der ÖFB will die Popularität des Frauenfußballs steigern.

Wacker-Spielerin Christine Wiedmayr (2.v.r.) und Co. blickten in Wien auf die neue Bundesliga-Saison voraus.

© GEPA pictures/ Philipp BremWacker-Spielerin Christine Wiedmayr (2.v.r.) und Co. blickten in Wien auf die neue Bundesliga-Saison voraus.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Elf Abgänge, acht Zugänge und ein neues Trainergespann: Mit vielen Neuerungen starten die Wacker-Damen am Sonntag (14 Uhr) beim FFC Vorderland in die neue Frauen-Bundesliga-Saison. Die Schwarz-Grünen haben nach Platz sechs im Aufstiegsjahr den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. „Wir wollen zwischen Platz sechs und neun liegen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, erklärte Benjamin Stolte, der Sportliche Leiter. Der 29-jährige Wörgler zieht gemeinsam mit Fuad Djulic auf der Trainerbank die Fäden.

Trotz Abstieg der Herren-Mannschaft habe sich bei den Damen strukturell und finanziell wenig verändert, so Stolte. Man sei es gewohnt, den Gürtel enger zu schnallen. Es gab wieder einmal einen Kaderumbruch. „Der Abgang von Anna Innerhuber ist schmerzvoll. Sie kann man nicht leicht ersetzen“, sagte Stolte. Die Stammspielerin wechselte überraschend zum SVI in die Tiroler Liga, während andere bei den Liga-­Konkurrenten St. Pölten oder Sturm Graz ihr Glück versuchen. Auch die Japanerinnen Shiho Tomari und Marin Fujisaw­a verließen den Verein. Ex-Trainer Masak­i Morass, der als Co-Trainer von Thorsten Fink bei Vissel Kobe in Japan nun Superstar Iniest­a und Co. trainiert, habe aber zwei neue Spielerinnen als Ersatz vermittelt.

Hasler und Pal kehren zurück

Mit der Wattenerin Maria Hasler freut sich Stolte darauf, eine prominente Rückkehrerin zu begrüßen. Nach vier Jahren bei einem College-Team in Florida will es Hasler bei den Wacker-Damen wissen – zumindest für ein paar Runden. „Ich will die Zeit beim FC Wacker nutzen und der Mannschaft helfen“, erzählte die Tirolerin, die ab Mitte September jedoch dank Stipendium an der Uni Nottingham (ENG) auf der Insel weiterspielen möchte.

Nach langer Verletzungspause wird Torfrau Jasmin Pal am Wochenende ihr Comeback im Tor geben. Die ÖFB-Teamspielerin hat sich nach ihrem Bandscheibenvorfall wieder erholt. Für Christine Wiedmayr kommt der Saisonstart nach einem Kreuzbandriss jedoch noch zu früh. Die Tirolerin vertrat den FC Wacker dafür gestern bei der offiziellen Saison-Pressekonferenz in Wien.

Mehr TV-Präsenz

Unter dem Schlagwort „Mit Herz“ präsentierte der ÖFB die laut eigenen Angaben bisher größte Frauen-Fußball-Kampagne. Mit mehr Präsenz in TV, Internet sowie den sozialen Netzwerken soll die Popularität gesteigert werden. „Die Zuschauerzahlen sind ein Bereich, in dem wir noch Nachholbedarf haben“, meinte Isabel Hochstöger, die Leiterin für Mädchen- und Frauenfußball im ÖFB.

ORF Sport + zeigt zumindest zehn Partien aus Cup und Liga live, dazu gibt es ein Frauen-Fußball-Magazin. Neu ist neben Hauptsponsor „Planet Pure“ auch die Future League, in der die Zweier-Mannschaften gegeneinander antreten. Top-Favorit auf den sechsten Bundesliga-Titel in Serie bleibt Ligakrösus St. Pölten. Neulengbach hat sich mit ÖFB-Rekordspielerin Nina Burger verstärkt und gibt sich angriffslustig.