Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Bundesliga

WSG spekuliert mit Überraschung gegen LASK

Der LASK pendelt gedanklich zwischen Liga-Alltag und Champions-League-Play-off. Das will sich die WSG Swarovski Tirol heute (17 Uhr) in Pasching zunutze machen. Ein besonderes Match für Lukas Grgic.

null

© gepa



Von Alex Gruber

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Wattens, Pasching – Natürlich kann der LASK mit seinem Kader rotieren, bleiben die Automatismen im 3-4-3-System gleich, aber so mir nichts, dir nichts lassen sich die Gedanken ans Champions-League-Play-off-Hinspiel gegen Club Brügge am Dienstag (21 Uhr) in Linz auch nicht beiseiteschieben. LASK-Coach Valérien Ismaël wird mit Blick auf die größte Chance in der Vereinsgeschichte – das wäre die Teilnahme in der europäischen Königsklasse allemal – kräftig durchmischen. Schon beim 1:0-Sieg über die Admira habe sein Team bei aller Rotation bewiesen, wie es trotz Europacup-Fieber auch im Liga-Alltag den Fokus behält.

Die Ablenkung und zumindest ein verändertes Potenzial ist aber auf jeden Fall da. „Darin liegt unsere Chance. Und es wäre auch traurig, wenn wir mit ihrem zweiten Anzug nicht mithalten können“, sagt Thommy Silberberger. Auf der Fahrt nach Oberösterreich rechnete der WSG-Coach hoch, wer bei den Linzern unverzichtbar bleibt. Da wären beispielsweise Peter Michorl als Mann für die ruhenden Bälle oder Abwehrchef Gernot Trauner. In der „Originalbesetzung“ steht für Silberberger ohnehin fest: „Sie haben auf verschiedenen Positionen mit Trauner, Michorl/Holland, Goiginger oder Klauss herausragende Einzelspieler. Und jetzt stellen sie damit nach Red Bull Salzburg wahrscheinlich die stärkste Achse.“ Ein treffendes Statement, das sich auch gegen die jahrelange Kaderpolitik bei den beiden Wiener Großklubs (Austria und Rapid) werten lässt.

null
- imago images / Beautiful Sports

Doch zurück nach Pasching, wo eben heute womöglich ein „LASK light“ auf die WSG wartet. „Ich habe mir klarerweise was überlegt“, schmunzelt Silberberger. Und das trifft nicht nur auf die Eckballvariante mit der totalen Überlagerung an der ersten Stange zu: „Standards sind unsere Lebensversicherung.“

Mit Ausnahme des verletzten Flo Buchacher kann Silberberger aus dem Vollen schöpfen. Es wird heute auch wieder ein starkes Mittelfeldzentrum brauchen. Eben dort, wo Michael Swoboda (20) und der giftige Lukas Grgic ihr Aufgabengebiet haben. Für Grgic wird es ein ganz besonderes Spiel: Einerseits feiert er heute seinen 24. Geburtstag, andererseits trifft er auf seinen Ex-Arbeitgeber: Nach dem Bundesliga-Aufstieg mit dem LASK (2017) und der Verpflichtung von James Holland übersiedelte der Glatzkopf für die zwei Jahre in die zweite Liga nach Ried, ehe er jetzt bei den Wattenern die Chance auf Bundesliga-Fußball bekam und die ersten drei Runden über die komplette Spielzeit am Feld stand.

„Ich freu’ mich extrem auf dieses Spiel und hatte beim LASK eine schöne Zeit. Es geht jetzt aber nur um den Erfolg und drei Punkte. Und sie haben auch mit einer vermeintlichen „B-Mannschaft“ viel Qualität“, weiß Grgic, dass wieder Schwerstarbeit auf ihn wartet. Eine große Abordnung von Familie und Freunde („an die 30“) reisen an einem „großen Tag“ zu seiner Unterstützung an.

Cup-Schlager in Wattens: Der Zweitrunden-Hit im ÖFB-Cup gegen Austria Wien wird am 25. September (18.30 Uhr) wie gewünscht im Gernot-Langes-Stadion steigen. Dort, wo die WSG ja ihr Zuhause hat. Der Club will in der Heimatgemeinde sicher ein großes Cup-Fest feiern.

- gepa