Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.08.2019


Bundesliga

WSG geimpft gegen Bullen-Virus: „Wir sind 1:99-Außenseiter“

Klarer Außenseiter, na und? WSG-Coach Thomas Silberberger sieht für den Aufsteiger durchaus Möglichkeiten, dem Meister Probleme zu bereiten.

Hee Chan Hwang, Erling Haaland und Co. überrollten bisher die Konkurrenz.

© gepaHee Chan Hwang, Erling Haaland und Co. überrollten bisher die Konkurrenz.



Von Wolfgang Müller

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Wattens – Thomas Silberberger und Stefan Köck sind lange genug im Fußballgeschäft und wissen, was zu tun ist, wenn man als klarer Außenseiter auf vermeintlich Unbesiegbare trifft: Erstens dem Gegner den nötigen Respekt zollen, zweitens das eigene Team stärken und drittens auf die Unberechenbarkeit des Fußballs verweisen. „Es gibt keine Mannschaft, die alle Spiele gewinnt. Also warum sollen wir nicht die Ersten sein, die Salzburg in dieser Saison stoppen?“, versprüht Trainer Silberberger Selbstvertrauen und weist im selben Atemzug darauf hin, wer morgen ab 17 Uhr im Tivolistadion gastiert: „Nicht nur Österreichs Serienmeister, sondern ein europäisches Topteam.“

Fünf Spiele, fünf Siege, Torverhältnis 22:3 – die Bullen rocken die tipico-Bundesliga und wollen auch das Tivoli im Sturm nehmen. Schließlich traf die internationale Bullen-Offensive mit dem Norweger Erling Haaland, dem Südkoreaner Hee-Chan Hwang sowie den beiden Japanern Takumi Minamino und Masaya Okugawa unter dem neuen ­Trainer Jesse Marsch bisher nach Belieben.

„Wir sind 1:99-Außenseiter, aber auch darauf eingestellt, das eine Prozent zu nützen“, impfte Silberberger seiner Truppe den Matchplan ein, nachdem er die Bullen penibel sezierte: „Wir müssen das Zentrum dichtmachen. Die größte Gefahr geht von ihrer Mittelfeldraute aus, darauf müssen wir uns einstellen.“ Es braucht wendige, giftige und vor allem handlungsschnelle Kicker, die den Salzburgern „mit gezielten Nadelstichen Schmerzen bereiten sollen“. Weil mit Lukas Grgic der Mann für solche Aufgaben verletzungsbedingt fehlt, bereitet dem WSG-Coach die Besetzung der Mittelfeldzen­trale Kopfzerbrechen: „Stimmt, diesbezüglich raucht mir der Schädel.“

Die Niederlage gegen Graz sei ein notwendiger Schuss vor den Bug gewesen. Damit ist auch schon wieder Schluss mit negativen Fakten. Lieber mit fliegenden Fahnen untergehen, als vorher schon die weiße Fahne zu hissen. „Keine Chance gibt es im Fußball nicht“, schmunzelt der „Silbi“ und verweist darauf, dass man vor allem bei Standards auftrumpfen kann und gerade gegen die hoch pressenden Bullen mit schnellem Umschalt­spiel punkten kann.

Im Tivoli werden morgen nicht nur Scouts von europäischen Spitzenklubs (ManUnited, Arsenal, AC Milan, Sampdoria Genua) erwartet, sondern auch viele Fans. 3000 Karten waren gestern im Vorverkauf schon weg. „15.000 Zuschauer und ein 2:0-Heimsieg“, antwortet Stefan Köck lachend auf die Frage, wie seine Erwartungen für den Schlager ausschauen. Wohlwissend, dass ein ausverkauftes Tivoli nicht möglich ist und ein Sieg gegen die Bullen eines ganz besonderen WSG-Tages bedarf. „Ich hoffe auf sechs- bis siebentausend Fans und dass mir die Mann- schaft sportlich nachträglich ein schönes Geschenk bereitet“, präzisiert der Wattener Sportmanager, der heute seinen 44. Geburtstag feiert.