Letztes Update am Fr, 06.09.2019 11:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

Der ÖFB-Express darf gegen Lettland nicht ins Stocken geraten

Das österreichische Fußball-Nationalteam steht heute (20.45 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in Salzburg gegen Schlusslicht Lettland in der Pflicht. Mit drei Punkten will man den Kurs Richtung EM-Endrunde 2020 halten.

Scheint bereit, sich aus der Umklammerung im ÖFB-Teamdress zu lösen – Marcel Sabitzer soll heute Torgefahr einstreuen.

© gepaScheint bereit, sich aus der Umklammerung im ÖFB-Teamdress zu lösen – Marcel Sabitzer soll heute Torgefahr einstreuen.



Von Alex Gruber

Salzburg – „In Polen waren sie defensiv kompakt. Sie sind gut im Umschaltspiel und stark bei Standards“, führte ÖFB-Teamchef Franco Foda gestern warnend bezüglich des krassen Außenseiters aus Lettland aus. Es ist ja die Pflicht jedes Trainers, Respekt vor jedem (vermeintlich) noch so kleinen Gegner einzumahnen.

Gegen die Nummer 134 der Weltrangliste, die seit zwölf Spielen auf einen Sieg wartet, kann sich die ÖFB-Elf in erster Linie aber nur selbst schlagen. So wie man das mit einer Arroganz an gewissen Stellen bei der 2:4-Niederlage in Israel im zweiten Match der EM-Quali getan hat. Diese internen Störfeuer wurden mit den darauffolgenden Siegen gegen Slowenien und Nordmazedonien aber gelöscht.

Wer hütet das ÖFB-Tor?

Im Hier und Jetzt zählt vor dem schweren Gang nach Polen nur ein Sieg. „Wir müssen dieses Spiel unbedingt gewinnen“, weiß Foda. „Wir wollen von Beginn an dominant sein“, bringt Kapitän Julian Baumgartlinger die Marschroute auf den Punkt. Denn wer kennt beispielsweise Kaspar Dubra? So heißt der lettische Innenverteidiger, der seine Brötchen beim FC Olek­sandria in der ersten ukrainischen Liga verdient.

In der rotweißroten Auswahl treffen indes Legionäre aus China (Arnautovic), Deutschland (Alaba, Grillitsch, Sabitzer, Lainer, Hinteregger ...) oder Italien (Lazaro) zusammen. Einer, der seine Brötchen in der österreichischen Bundesliga verdient, könnte heute zwischen den Pfosten stehen. Dann müsste er Cican Stankovic (Salzburg) oder Alexander Schlager (LASK) heißen. Klar, dass Foda die Torwartfrage – Pavao Pervan (Wolfsburg) steht auch noch zur Auswahl – am gestrigen Tag unbeantwortet ließ.

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Österreichs Teamkader muss mit einem Gesamt-Transferwert von 260 Millionen Euro im Vorwärtsgang zünden. Und dabei ist gegen die Letten (Kaderwert knapp 8 Mio. €) in erster Linie wieder einmal mehr Marko Arnautovic (vier Tore in den letzten drei Quali-Spielen) gefragt. Geht’s dem Arnie gut, geht’s in der Regel auch dem Team gut. Und es wäre natürlich schön, wenn Marcel Sabitzer seine Leipzig-Hochform auch in den Teamdress importiert.

Foda: „Haben schleunigst Nachholbedarf“

Der ÖFB-Express, der zuletzt wieder ganz gut auf Touren kam, soll auch gegen eine lettische Menschenmauer nicht ins Stocken geraten. Geduld ist möglicherweise auch gefragt, um das Klasse-Plus ins Resultat umzusetzen.

Am Rande der gestrigen Pressekonferenz kam auch die ungeklärte Frage nach einem neuen Nationalstadion und Trainingszentrum zur Sprache. Denn da bedeutet Stillstand wahrlich Rückschritt. „In Sachen Infrastruktur haben wir schleunigst Nachholbedarf“, stellte Foda klar. Hört das jemand?

Voraussichtliche Aufstellungen bei Österreich - Lettland

Österreich: Stankovic (RB Salzburg, 0 Länderspiele) - Lainer (Borussia Mönchengladbach, 15/0 Tore), Dragovic (Bayer Leverkusen, 74/1), Hinteregger (Eintracht Frankfurt, 41/3), Ulmer (RB Salzburg, 12/0) - Baumgartlinger (Bayer Leverkusen, 68/1) - Lazaro (Inter Mailand, 23/2), Laimer (RB Leipzig, 2/0), Sabitzer (RB Leipzig, 37/5), Alaba (Bayern München, 69/13) - Arnautovic (Shanghai SIPG, 81/24)

Lettland: Steinbors (Arka Gdynia/POL, 8 Länderspiele) - Savalnieks (FK RFS, 15), Jagodinskis (FK RFS, 29), Dubra (Olexandria/UKR, 33), Maksimenko (Olimpija Ljubljana, 46) - Tobers (FK Liepaja, 4), Laizans (Riga FC, 49) - Rugins (Riga FC, 32), Ciganiks (FK RFS, 6), Kamess (Riga FC, 19) - Gutkovskis (Termalica/POL, 12)