Letztes Update am Fr, 13.09.2019 14:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2. Liga

Traditionsduell im Tivoli: Wackers Lust auf die Rotjacken

FC Wacker Innsbruck gegen den GAK: Am Samstag (14.30 Uhr) treffen im Tivoli zwei Clubs mit turbulenter Vergangenheit aufeinander.

Mit dem Regionalliga-Meistertitel 2019 glückte dem GAK endgültig der Durchmarsch zurück in den Profifußball.

© gepaMit dem Regionalliga-Meistertitel 2019 glückte dem GAK endgültig der Durchmarsch zurück in den Profifußball.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – 9. Mai 2007 – das bislang letzte Bundesligaduell gegen den GAK gewann der FC Wacker im Tivolistadion klar 5:1. Für die Schwarzgrünen trafen damals Vaclav Kolousek per Triplepack, Alex Gruber und Torsten Knabel. Die beiden Traditionsclubs gingen schwer am Stock, der FC Wacker stieg als Vorletzter nur deshalb nicht ab, weil dem GAK 28 Punkte wegen wirtschaftlicher Turbulenzen abgezogen wurden. Die Rotjacken verabschiedeten sich in die dritte Liga, bevor dann im Dezember 2012 im Zuge des vierten Insolvenzverfahrens die roten Lichter endgültig ausgingen und der Neuanfang in der achten Liga gestartet und in diesem Sommer mit dem Regionalligatitel die Rückkehr in die Bundesliga gefeiert wurde.

Wenn Schiedsrichter Josef Spurny am Samstag den Zweitliga-Schlager zwischen dem FC Wacker und dem GAK anpfeift, dann schwingt ein Hauch Fußball-Wehmut mit. Denn die Fans beider Clubs absolvierten im letzten Jahrzehnt eine turbulente Achterbahn mit permanenter Finanzknappheit, Abstiegen und auch euphorischen Meisterfeiern. Gegenwärtig liegen die Steirer als Tabellenzweiter der zweiten Liga vier Punkte vor den Tirolern, die diese Saison nach dem Abstieg mit einer extrem jungen Mannschaft zur Konsolidierung nützen müssen.

Damals, beim bislang letzten Ligaduell, kickte FCW-Coach Thomas Grumser (39)noch bei der WSG Wattens in der Westliga, Innenverteidiger Felix Bacher (18) zerriss als Siebenjähriger beim SC Schwaz seine ersten Fußballschuhe und Kapitän Lukas Hupfauf (23) geigte beim SV Matrei als Elfjähriger auf. Ein gewisser Stefan Meusburger (25) war 2007 noch bei seinem Heimatclub St. Margarethen im Einsatz und glühender GAK-Fan.

„Bei uns in der Gegend gab es nur Schwarz, also Sturm, oder eben Rot, sprich GAK. Wäre ich ein Sturm-Fan gewesen, hätte ich familiär massive Probleme gehabt, denn daheim drückten alle ausnahmslos dem GAK die Daumen“, so Meusburger, der sich stolz daran erinnert, dass er im Meisterjahr 2004 als Elfjähriger alle GAK-Heimspiele im Stadion gesehen hat. Klar, dass sich der Wacker-Verteidiger, der sich nach langer Verletzung in der Start-Elf zurückmelden möchte, auf das morgige Duell im Tivolistadion gegen „seine“ Rotjacken freut. Pikant auch, dass die Revanche bereits am 24. September in der zweiten Pokalrunde in der Grazer Merkur-Arena steigt.