Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.09.2019


ÖFB-Cup

Die Veilchen sollen in Wattens ein Tiroler Déjà-vu erleben

In der zweiten Uniqa-ÖFB-Cup-Runde empfängt die WSG Tirol heute (18.30 Uhr, Gernot-Langes-Stadion/live ORF eins) die Wiener Austria.

Clemens Walch traf beim Bundesliga-Auftakt gegen die Austria und könnte heute wieder in die WSG-Startelf rücken.

© gepaClemens Walch traf beim Bundesliga-Auftakt gegen die Austria und könnte heute wieder in die WSG-Startelf rücken.



Von Tobias Waidhofer

Wattens – Von einem Kribbeln zu sprechen, wäre zwar übertrieben – aber natürlich freut sich auch WSG-Tirol-Trainer Thomas Silberberger auf das erste echte Heimspiel seines Teams. Denn im ÖFB-Cup darf der Bundesligist im Gernot-Langes-Stadion auflaufen – und trifft dort heute auf Rekord-Cupsieger Austria Wien (27 Titel).

„Es ist eine gewohnte Umgebung, wir brauchen nicht umzusiedeln und freuen uns“, fasst Silberberger die Lage in nüchterne Worte, um in der Folge doch zu betonen: „Ich verweise auf unsere Heimstärke in Wattens, die wir in der zweiten Liga gezeigt haben.“ Eine These, die auch Zahlen untermauern: In Wattens hat die WSG in der vergangenen Saison ein einziges Spiel verloren – und zwar 0:3 gegen die SV Ried im März 2019. Insgesamt haben die Wattener in 15 Versuchen zwölf Heimsiege und zwei Remis eingefahren.

Die Veilchen aus Favoriten, die in der Meisterschaft zuletzt 2:0 gegen Altach gewannen, zuvor aber durchwegs enttäuscht hatten, werden heute mit dem Messer zwischen den Zähnen in Tirol angreifen. Schließlich ist die 1:3-Niederlage zum Liga-Auftakt im Tivoli noch in schlechter Erinnerung: „Für uns bietet diese zweite Cup-Runde nun die Möglichkeit zur Revanche. Es war eine bittere Niederlage zum Auftakt, jetzt können wir uns früher als gedacht im direkten Duell dafür rehabilitieren“, formulierte Austrias Coach Christian Ilzer eine Kampfansage.

„Sie müssen quasi gewinnen“, sieht Silberberger durchaus einen Vorteil in dieser Ausgangslage. „Tun sie das nicht, brennt es bei ihnen lichterloh.“ Ganz im Gegensatz zu den Tirolern, die heute viel gewinnen, aber wenig verlieren können. Denn dass der Cup der schnellste Weg nach Europa ist, weiß auch der „Silbi“. Aber: „Dieser Illusion gebe ich mich nicht hin. Es wäre natürlich toll, im Cup zu überwintern, aber ein richtig lohnendes Spiel ist er nur, wenn du kein Bundesligist bist.“ Das solle freilich nicht bedeuten, dass „wir den Cup runterspielen. Wir treten heute mit der besten Mannschaft an und wollen gewinnen.“ Von Rotation will der Coach also nichts wissen. Der eine oder andere Vielspieler könnte heute trotzdem eine Pause bekommen.

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In der Kritik stand zuletzt Benni Pranter, der in der Bundesliga noch nicht richtig in Schwung kommt. „Wir wissen, was wir am Benni haben“, stärkt der Trainer seiner Nummer sieben den Rücken. Das tun übrigens auch die Tiroler Fußball-Fans: 62 Prozent der Tiroler tipp-3-Kunden setzten heute auf die WSG Tirol. Auch in der Hoffnung, dass viele ins Stadion strömen. Mit Eintrittspreisen wie zu Zweitliga-Zeiten hat die WSG jedenfalls ein Zeichen gesetzt. Bis zu 4000 Fans finden Platz, rechnen kann man wohl mit rund 3000.

ÖFB-Uniqa-Cup

Heute:

WSG Tirol — Austria 18.30 Uhr

Gernot-Langes-Stadion, live ORF eins.

Mögliche Aufstelllung WSG Tirol: Oswald; Hager, Cabrera/Neurauter, Gugganig; Gölles/Santin, Grgic, Svoboda/Toplitsch, Adjei; Pranter, Walch; Dedic.

Wiener Viktoria — LASK 18.30 Uhr

Klagenfurt — Sturm Graz 18.30 Uhr

Steyr — Ried 19 Uhr

Wels — Altach 19 Uhr

ASTV Wolfsberg — WAC 19 Uhr

Top-Spiel: Rapid — Salzburg 20.45 Uhr, live ORF eins.

2. Runde, gestern:

Lustenau — FAC 2:1 n.V. (1:1, 1:1)

Ebreichsdorf — Admira 2:1 (2:0)

Gurten — Horn 2:0 (0:0)

Gleisdorf — OÖ Juniors 3:0 (0:0)

St. Anna — Dornbirn 2:0 (1:0)

Mannsdorf — Kapfenberg 1:2 (0:2)

Amstetten — BW Linz 4:1 n.V. (1:1, 0:1).

St. Pölten — Mattersburg 2:1 (0:0)