Letztes Update am Do, 26.09.2019 08:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Uniqa ÖFB-Cup

WSG Tirol deklassierte Austria 5:2 und steht im Cup-Achtelfinale

Bei der Rückkehr ins Gernot-Langes-Stadion feierte die WSG Swarovski Tirol einen Kantersieg gegen die Austria. Der Rekord-Cup-Sieger wurde mit einer 5:2-Packung auf die Heimreise geschickt.

Mit vier Treffer lieferte Stürmer Kelvin Yeboah einen Gala-Abend der Extraklasse ab.

© gepaMit vier Treffer lieferte Stürmer Kelvin Yeboah einen Gala-Abend der Extraklasse ab.



Wattens – „Oh, wie ist das schön!“, schallte es von den Rängen. Selbst Präsidentin Diana Langes schüttelte am Mittwochabend im Gernot-Langes-Stadion ungläubig den Kopf. Die WSG Swarovski Tirol fertigte Austria Wien in der 2. Cup-Runde mit 5:2 ab und steht im Achtelfinale. Mann des Abends: Kelvin Yeboah mit vier Treffern. Benjamin Pranter trug sich mit seinem ersten Saisontor ebenfalls in die Schützenliste ein.

Früher Startschuss für die Yeboah-Show

Die WSG-Kicker legten auf dem nach Dauerregen tiefen Geläuf los wie die Feuerwehr. Adjei, Toplitsch, Svoboda und Grgic vergaben gute Einschuss-Gelegenheiten. Die überfällige Führung besorgte Kelvin Yeboah. Vor den Augen von Vater Anthony (ehemaliger Frankfurt- und HSV-Star) veredelte der Ersatzmann für den angeschlagenen Stamm-Angreifer Zlatko Dedic (Knie) eine Adjei-Flanke technisch gekonnt zum 1:0 (10.). Lange hatte die Führung der Hausherren allerdings nicht Bestand. Weil Goalie Ferdl Oswald einen Grünwald-Schuss nur zur Seite abklatschen ließ, staubte Christoph Monschein zum 1:1-Ausgleich für die „Veilchen“ ab (13.).

Die Tiroler zeigten sich von der kalten Dusche wenig geschockt und versuchten vor allem durch schnelle Pass-Kombinationen über die linke Seite zum Erfolg zu kommen. Weil sich die Austria-Defensive nach anfänglichen Schwierigkeiten erfing, verflachte die Partie zunehmend. Dafür wurden die Zweikämpfe intensiver. Schiri Schörgenhofer zeigte Buchacher und Hager bzw. Demaku nach Foulspielen Gelb. Glück hatte die Heimelf bei einer abgerissenen Fitz-Flanke, die aufs Lattenkreuz klatschte (40.).

Vor der Halbzeit durften die 2250 Zuschauer im Gernot-Langes-Stadion noch einmal jubeln. Nach einer perfekten Kombination über Buchacher, Adjei und Grgic war Benjamin Pranter frei durch und erzielte sein erstes Saisontor (43.). Das 2:1 war gleichzeitig der Pausenstand.

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Benjamin Pranter durfte über seinen ersten Saisontreffer jubeln.
Benjamin Pranter durfte über seinen ersten Saisontreffer jubeln.
- gepa

Der 30-Jährige blieb in der Halbzeit in der Kabine, wurde durch Rieder ersetzt. An der Spielanlage änderte sich wenig: Die Austria suchte den Weg ins Spiel, Wattens den nach vorne. Rieder spielte Yeboah klasse frei, der Angreifer tunnelte Austria-Goalie Lucic - 3:1 (54.). Doch dem nicht genug: Vier Minuten später setzte Verteidiger Gölles Rieder mit einem 50-Meter-Pass in Szene, der mit einem Stanglpass auf Yeboah - 4:1! Beinahe wäre wieder drei Minuten später der lupenreine Hattrick für den 19-Jährigen schon perfekt gewesen. Nach einer Flanke war der Ghanaer zur Stelle und spitzelte die Kugel an die Querlatte (61.).

Lupenreiner Hattrick in 17 Minuten

Und die Austria? Der Rekord-Cup-Sieger ergab sich seinem Schicksal. Unter den lautstarken Beschimpfungen der mitgereisten violetten Anhänger wartete man vergebens auf ein Aufbäumen der Ilzer-Elf. Was aber auch an bärenstarken WSG-Kickern lag. Die hatten an diesem Abend sichtlich Spaß und nahmen den Fuß trotz komfortabler Führung nicht vom Gaspedal. Das 5:1 war quasi nur eine Frage der Zeit: Yeboah (70.) durfte nach einem Lucic-Patzer doch noch über seinen lupenreinen Hattrick jubeln. Der zweite Monschein-Treffer (87.) war nur noch Ergebnis-Kosmetik und konnte die Wattener Feierlaune nicht dämpfen ...

„Ich bin überglücklich, dass mir die Tore heute gelungen sind“, sagte Yeboah nach dem Match. Ob der Besuch von Papa Tony zusätzlich motiviert habe? „Ich habe zu meinem Vater gesagt, wenn er kommt, dann schieße ich ein Tor.“ Dieses Versprechen hat der Shootingstar eindrucksvoll gehalten. (pim)

Ghanas Fußball-Legende Tony Yeboah war live im Stadion Zeuge der Tore-Gala seines Sohnes Kelvin.
Ghanas Fußball-Legende Tony Yeboah war live im Stadion Zeuge der Tore-Gala seines Sohnes Kelvin.
- Michael Kristen