Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Bundesliga

Das Cup-Feuerwerk der WSG macht Lust auf mehr

Die 5:2-Cupgala der WSG Swarovski Tirol gegen die Austria erzählte viele Geschichten. Eine drehte sich um die Familie Yeboah, eine andere um verlässliche langjährige Kräfte. Am Samstag geht’s beim WAC weiter.

So sehen Sieger aus – der WSG-Kader ließ sich nach der Cupgala gegen die Wiener Austria zu Recht von den Fans im Gernot-Langes-Stadion feiern.

© APASo sehen Sieger aus – der WSG-Kader ließ sich nach der Cupgala gegen die Wiener Austria zu Recht von den Fans im Gernot-Langes-Stadion feiern.



Von Florian Madl und Alex Gruber

Wattens — Der Fußball erzählt viele Geschichten. Aber keiner hätte vor dem Anpfiff daran geglaubt, dass das ÖFB-Cupspiel der WSG gegen die Austria jene vom Viererpack eines gewissen Kelvin Yeboah erzählen würde. Dass auch noch Vater und Ex-Torjäger Anthony auf der Tribüne saß, verlieh dem Ganzen eine besondere Note. Denn oft, so viel darf man verraten, bekommt Kelvin Yeboah seinen prominenten Vater, der sich gestern in Wattens noch die Kristallwelten ansah, nicht zu Gesicht.

„Es war sehr aufregend für mich, ihn zu sehen. Mein Vater war sehr glücklich über meine Tore und hat mir erzählt, dass er auch schon vier Tore geschossen hat", diktierte Kelvin Yeboah am Tag nach einer magischen Nacht: „Ich bin sehr glücklich über meine Tore und für unser Team. Aber der Fokus liegt schon wieder auf dem nächsten Match." Dieses fechtet der Bundesliga-Aufsteiger ja am Samstag (17 Uhr) beim WAC aus.

Eine besondere Begegnung – WSG-Vierfachtorschütze Kelvin Yeboah (r.) durfte sich in Wattens an der Seite von Vater Anthony freuen.
Eine besondere Begegnung – WSG-Vierfachtorschütze Kelvin Yeboah (r.) durfte sich in Wattens an der Seite von Vater Anthony freuen.
- Geiler

Neben dem überragenden Dedic-Vertreter Yeboah lieferte auch der „Rest" der halben Wattener „B-Elf" eine außergewöhnliche Leistung ab. Sportmanager Stefan Köck attestierte Urgestein Flo Toplitsch, Sandro Neurauter oder auch Julian Gölles „eine beeindruckende Leistung". „Mich überrascht diese Qualität im Kader nicht", weiß Köck, was er an jedem Einzelnen seiner Spieler hat, die das vermeintlich bessere und weit höher bezahlte Aufgebot der Austria beim zweiten Saisonsieg (zuvor 3:1 in der Bundesliga) ein weiteres Mal ganz blass aussehen ließen: „Favorit waren wir ja auch in diesem Spiel nicht."

WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger fand ein weiteres Mal das richtige Rezept, um den Fans im Gernot-Langes-Stadion ein Festmahl aufzutischen: „Ich bin jetzt das siebente Jahr hier. Und unsere Heimstärke ist überragend." Der Platz sei um Nuancen kleiner und die Fans spürbar näher. Zu Hause, wo man in der Bundesliga nicht spielen darf, sei es einfach am schönsten. „Nach dem Match habe ich eh geglaubt, die Umbauarbeiten sind schon losgegangen, denn die Austria-Fans wollten schon das Stadion abreißen", flachste Silberberger, der wie Köck weiß: „Die größte Gefahr ist der Erfolg von gestern."

Und dennoch strich auch Silberberger nochmals hervor: „Wir haben gegen die Austria überragend performt und hatten auch überragende Spieler draußen. Soll ich einen Sandro Neurauter, der überragend gespielt hat, wieder rausnehmen? Egal, ob zwei oder 90 Minuten, er hat mich noch nie enttäuscht", notierte Silberberger, dass er heute mit der Qual der Wahl in den Bus nach Wolfsberg steigt: „Aber ich habe ja sechs Stunden Zeit, die richtige Aufstellung zu finden." Es sind auch der Humor und der Zusammenhalt, die die Werkssportgemeinschaft von innen heraus stärken.